13.00 (MS) FUCK YOUR SHADOW FROM BEHIND

Überpünktlich, also bereits um 12.55 Uhr, wurde der siegreiche Sixpack vom Vorabend auf die Main Stage losgelassen. Die Würzburger nutzen sofort die ganze Fläche der Hauptbühne, als wären sich nichts anderes als riesige Bühnen gewohnt. Und im Verhältnis zum Bekanntheitsgrad der Band, hatte sich da durchaus schon eine beachtliche Meute interessierter Zuschauer eingefunden. Ein paar der Anwesenden hätten ob der brachialen Begrüßung wohl fast ihr Frühstück in den falschen Hals bekommen, denn dass dieser bunt-chaotische Haufen Jugendlicher derartig fies loslegen würde, war nun wirklich nicht abzusehen. Völlig Herr der Situation und mit kaum Respekt vor den Dimensionen von Bühne und Publikum entfesselten sie souverän wie tags zuvor im Zelt ein derartiges Brett, dass es doch gleich beim zweiten Song schon den ersten Circle Pit des Tages gab. Die beiden Sänger brüllten und keiften sich die Stimmbänder aus den Hälsen und zur Feier des Tages hatte sogar der einzig langhaarige in der Band sogar seine Haare offen und flitzte dank kabellosem System mit seiner Gitarre wie ein Irrer über die Bühne – seine Kollegen waren da durch die störenden Kabel etwas limitiert. Zu „Verse der Freiheit“ gabs dann sogar eine ansehnliche Wall Of Death und muss den Herren attestieren, dass sie die Openerrolle wirklich mehr als beachtlich gemeistert haben.

13.25 (PS) ALL ENDS

Während vorne bereits das atmosphärische Intro lief, formierten sich ALL ENDS hinter der Bühne und zelebrierten ihr ganz eigenes Ritual vor der Show. Sowas machen ja viele Bands, aber die wenigsten Bands auf dem Summer Breeze würden wohl vor ihrem Auftritt Bon Jovi-Hits anstimmen… Somit war auch klar, dass die Band trotzdem sie aus Göteborg kommt, kein typischer Vertreter der Stadt ist. Zunächst mal fallen die beiden Ladies an den Mikros auf, die ganz klar im Mittelpunkt der Performance standen und denen die schwarzgewandeten Musiker kompetent zuarbeiteten. Hier wird zwar nicht das Rad neu erfunden, aber die Band hat eindeutig ein Händchen für eingängige, oft und gerne zweistimmige Gesangspassagen in Verbindung mit knackigen Riffs und viel Groove. Anhand des fetten Gelotte-Tattoos auf dem Rücken einer der Sängerinnen, musste man auch nicht lange grübeln, welche der Fronterinnen denn nun die Schwester vom IN FLAMES-Gitarristen ist. Nach anfangs eher reserviertem Empfang des bereits zahlreich anwesenden Publikums, spielte sich die Band zusehends warm und gewann immer größere Teile der Zuschauer für sich. Beim balladesken „Just A Friend“ klatschten dann die ersten Reihen sogar fast komplett mit. ALL ENDS schoben smart ihr eingängigstes Material hinterher und beendete mit dem Titelsong ihrer Debut-EP „Wasting Life“ eine gelungene Show, die ihnen einige neue Fans beschert haben dürfte. Das Debut gibts dann ab September zu kaufen.

14.00 (MS) EMIL BULLS

Kaum eine der fürs Festival bekannt gegeben Bands wurde im Vorfeld derart kontrovers diskutiert wie die fünf Bajuwaren. Ein paar der Nörgler hatten da die Rechnung aber definitiv ohne den Wirt gemacht, denn erstens hatten die EMIL BULLS bereits mehrfach ihre Breezetauglichkeit unter Beweis gestellt und zweitens hat sich bei ihnen in den letzten Jahren so einiges getan. Z.B. ging der langjährige DJ von Bord und wurde erst gar nicht ersetzt und das aktuelle Album „The Black Path“ zeigt die Band von einer wesentlich härteren Seite, ohne aber gleichzeitig die charakteristischen eingängigen Gesangspassagen von Sänger Christ zu vernachlässigen. Und genau dieses Album wurde zunächst auch ausgiebig präsentiert nachdem die Band wohl zum kultigsten Intro des bisherigen Festivals die Bühne geentert hatte: MANOWARs „Kings Of Metal“. Es folgten also vier Songs des aktuellen Albums, bei denen die Band fast nonstop am Bangen und über die Bühne wetzen war. Trotz kurzer Spielzeit hatten sie sich für eine Coverversion entschieden und überraschten das Volk mit ihrer überzeugend vorgetragenen Version des Megadeth-Klassikers „Symphony Of Destruction“. Es folgte der wohl bekannteste Song der Combo, nämlich „Smells Like Rock’N’Roll“ von ihrem Debut. Band und Publikum hatten sichtlich Spaß aneinander und somit war auch der dritte Besuch der Band auf dem Breeze ein voller Erfolg.

14.40 (PS) ABORTED

Nicht nur die Sonne knallte ganz ordentlich vom Himmel auf die Massen vor der Bühne herab, auch die belgischen Prügelknaben ABORTED gaben alles, um mit ihrem brachialen Klanggewitter den Fans ordentlich einzuheizen. Brutaler Death Metal mit technischer Raffinesse kann so herrlich sein. ABORTED wissen einfach, wie man die Menge spielend leicht für sich gewinnen kann. Wieselflinke Blasts, wuchtig-groovende Moshparts, Stakkato-Riffing und frickelige Soli vom Feinsten, gepaart mit dem brutalen Organ von Svencho. Die Zeiten des oberbrutalsten Geprügels sind zwar spätestens seit „Strychnine.213“ vorbei, aber dennoch sind ABORTED immer noch eine sehr extreme Band, was sich auch auf dem Summer Breeze wieder eindrucksvoll bestätigte. Die Belgier präsentierten sich von ihrer stärksten Seite, allen voran Sänger Svencho sprang wie von der Tarantel gestochen über die Bühne und hüpfte über die gesamte Spielzeit auf und ab – der gute Mann scheint Knochen aus Gummi zu haben. Aber auch seine Bandkollegen standen ihm in Sachen Bewegungsdrang kaum nach, ohne dass ihr ultratightes Zusammenspiel auch nur ansatzweise darunter litt. Selbstredend, dass bei der Wall Of Death die Hölle los war. Das war Krieg!

15.20 (MS) SALTATIO MORTIS

Den Chartknackern SALTATIO MORTIS viel es nicht schwer gleich zu Anfang ihres Auftritts eine riesige Menschenmenge vor der Main Stage zu versammeln; was in Anbetracht der noch relativ frühen Zeit wirklich beachtlich war. Als die Spielleute die Bühne betraten, wurden sie bereits von tausenden klatschenden Händen erwartungsvoll empfangen. Egal was die Barden auch darbrachten, die Fans fraßen ihnen aus der Hand. Die Ordner in den Gräben hatten alle Hände voll zu tun, da im Minutentakt neue Crowdsurfer angeflogen kamen. Die Menge sang Lieder wie bspw. „Promoetheus“, „Varulfen“ oder „Spielmannsschwur“ lautstark mit, was SALTATIO MORTIS sicherlich zusätzlich kickte. Zumindest ließ sich Sänger Alea der Bescheidene zu der Feststellung hinreißen, dass das Summer Breeze Publikum viel geiler als das Publikum von vor einigen Wochen in Wacken war – was ja an sich nichts Neues war. Und dem können wir an dieser Stelle eigentlich nichts mehr hinzufügen. Selbst nachdem SALTATIO MORTIS die Bühne wieder verlassen hatten und von der Pain Stage die ersten Töne von GRAVEWORM erklangen, standen noch mehrere Mittelalterfans beisammen und stimmten „Ohohoho“-Chöre auf ihre Spielleute an.

16.00 (PZ) APOPHIS

Das Zelt wurde am Donnerstag erst um 16 Uhr musikalisch erweckt, dafür dann umso heftiger. Für die ausgefallenen BLOOD RED THRONE rückten kuzfristig das Aalener Death Metal Urgestein APOPHIS auf. Die Band wurde von der kurzfristigen Berufung wohl selbst überrascht, denn sie rückte statt zwei mit nur einem Gitarristen an. Der zweite Gitarrist war verhindert und so lief die Band wohl zum ersten Mal in ihrer langjährigen Geschichte mit nur einer Gitarre auf. Was zunächst etwas ungewohnt und seltsam erschien, gewann zunehmend, denn so erschien das Material in ganz anderem Licht. Die Gitarre wurde somit bei Solopassagen nur vom Bassfundament getragen. Für Bewegung sorgte hauptsächlich Fronter Bernd, während sich die Jungs an seiner Seite aufs Bangen verlegten und souverän ihre Parts zockten. Ansagen wie „Dieses Stück ist wie das Festival, ein Exzess!“ bewiesen, dass die Band nicht zum ersten Mal dabei war! Und auch die anfangs lichten Reihen im Zelt füllten sich zusehends, so dass die Band mit dem abschließenden „The End Of The Path“ auch vor angemessener Kulisse aufspielte.

16.10 (PS) GRAVEWORM

Auf der Pain Stage gings nun gleich weitaus düsterer weiter, denn die Südtiroler GRAVEWORM scharten alle Freunde der Dunkelheit bei helllichtem Sonnenschein um sich, um eine dreiviertel Stunde gemeinsam ordentlich abzufeiern. Ihre Mischung aus solidem, melodischem Black und Gothic Metal mit fetten Riffs und ordentlichem Keyboard-Einsatz brachten sie in gewohnt starker, souveräner Form dar. Die wie immer bestens aufgelegte Band hat es einfach im Griff, ihre mitreißenden Bombast-Hymnen, zwischen eingängig stampfend und schneller Raserei, kraftvoll auf der Bühne umzusetzen. Für ausgelassene Stimmung war also bestens gesorgt, und mit ihren eingängigen Songs wie „Hateful Design“, „Bloodwork“, „The Day I Die“ oder „Suicide Code“ kann ja eigentlich auch nichts mehr schiefgehen. Lediglich die Wall Of Death wirkte hier ein wenig deplaziert, aber man ist ja offen für Neues, und das Summer Breeze Publikum ja sowieso.

17.00 (PZ) DRONE

Und nachdem BORN FROM PAIN tags zuvor schon mit der Filmmusik von „Fluch der Karibik“ in ihr Set gestartet waren, entschieden sich auch Drone aus Zelle für dieses Stück. Sie übernahmen aber das Motiv des Intros und spielten es selbst kurz weiter, bevor sie dann ihren ersten Song ins Zelt zimmerten. Im Allgemeinen wird die Band ja gerne mal als deutsche Version von Machine Head abgetan, Originalität hin oder her, von der Stagepräsenz und –action des Vierer können sich Rob Flynn & Co. auf jeden Fall mal ne Scheibe abschneiden, denn die Band legte sich wirklich voll ins Zeug. Die oft mehrstimmigen Vocals kamen zwar nicht immer ganz sauber aus den Boxen, hier zählte aber definitiv der Gesamteindruck und der war definitiv ein nach oben gereckter Daumen bzw. ein gereckter Zeige- und Kleiner Finger! Nachdem die Band erst einen Tag vorher das Studio verlassen hatt, wo sie ihr zweites Album geschmiedet hat, war es auch nicht verwunderlich, dass mit „This Is Africa“ ein brandneuer Song im Set landete. Der kam beim Volk trotz Unkenntnis sehr gut an. Und auch die Aktion einen Song mit dem selbstgespielten Anfang der Rocky-Hymne „Eye Of The Tiger“ einzuleiten war definitiv ne coole Idee. Eine der ersten Überraschungen des diesjährigen Festivals!

17.00 (MS) SOILWORK

Der Auftritt von SOILWORK begann mit einem coolen Intro. Eine tiefe Stimme fragte „Are You Ready?“, was vom zahlreich anwesenden Publikum natürlich mit einem einstimmigen „YEAH!!“ beantwortet wurde. Augenzwinkernd wurde die Band weiterhin als die Wikinger aus Schweden angekündigt. Die „Vikings“ fegten dann auch gleich mit dem Opener ihres neuen Albums los und hatten das Publikum vom ersten Ton an fest im Griff. Insbesonders Frontmann Björn Strid peitscht die Menge immer wieder zu Höchstleistungen an, was in dem einen oder anderem Hörnchenmeer, Klatschorgien und zu guter letzt einer riesigen Wall Of Death gipfelte. Die Darbietung der Band war absolut professionell. Die Gitarrenarbeit der beiden Gitarristen sorgte in den ersten Reihen für offene Münder und Bassist Ola Flink sorgte mit seinen, nennen wir es untypischen, Verrenkungen für das ein oder andere Lächeln. Die Songauswahl klammerte zwar die ersten beiden Alben aus, ließ aber ansonsten keine Wünsche offen. Der Schwerpunkt lag auf neuerem Material, aber auch alle anderen Erfolgsplatten der Schweden kamen zum Zuge.

17.55 (PS) THE WILDHEARTS

In England feierten die Punk´n Roller THE WILDHEARTS bereits seit Jahren Charterfolge und sind als feste Größe etabliert. In Deutschland ist die Truppe jedoch noch weitestgehend unbekannt. Das spiegelte sich dann auch in dem im Vergleich zu GRAVEWORM doch recht passiven und etwas lichterem Publikum wieder. Die Anwesenden und Eingeweihten feierten die Band aber umso mehr ab und klebten Sänger Ginger förmlich an den Lippen. Geboten wurde feinster Rock´n Roll mit Punk-Rock Attitüde und jede Menge kreativer Einschübe. Mit den Briten war zudem auch der erste Iro des Festivals auf der Bühne vertreten. Die Band gab sich sehr bewegungsfreudig und zog in Sachen Posing nahezu alle Register. Die Songs der Band sind so eingängig, dass man sie selbst als mit dem Material unvertrauter schnell mitträllern konnte. Eine echte Überraschung gelang der Band mit dem Cover des Helmet Klassikers „Unsung“, den man auch auf ihrem jüngst veröffentlichten Coverversionen-Album „XY“ findet. Jeder der den Auftritt gesehen hatte, fühlte sich entweder an gute alte Zeiten erinnert oder sollte mit dem Rock´n Roll Virus infiziert worden sein. Jedenfalls war nach der Show vielen Zuschauern ein breite Grinsen ins Gesicht gezimmert.

18.00 (PZ) NEGURA BUNGET

Die Rumänen von NEGURA BUNGET bestehen regulär an sich nur aus drei Mitgliedern. Für die Show auf dem Summer Breeze wurde die Truppe jedoch mit drei weiteren Musikern zur vollen Bandstärke aufgeblasen. Der Name der Band bedeutet übersetzt aus dem Rumänischen etwa so viel wie „nebliger Wald“ und sie konnten in den 30 Minuten Spielzeit gerade mal vier Songs unterbringen. Geboten wurde extrem düsterer Black Metal, der zwar deutlich als solcher zu identifizieren war, aber sich auch ebenso deutlich von der Spielweise der norwegischen Genrebrüder unterschied. So definierte die Band kurzerhand den Begriff Drum´n Bass neu indem sie im Song „Norilor“ die Gitarren beiseite legte, ein weiteres Bandmitglied hervor zauberten und sich mit Trommeln und anderen Schlaginstrumenten bewaffnet an ihr schwarzes Werk machten. Lediglich mit Keyboards, Percussions und Bass sorgte die Band für eine beklemmend düstere Atmosphäre, die den Anwesenden einen Schauder nach dem nächsten über den Rücken jagte.

18.45 (MS) ARCH ENEMY

Auf ARCH ENEMY hatten viele Festivalbesucher sehnlichst gewartet. Entsprechend groß war der Andrang vor der Hauptbühne. Frontfrau Angela Gossow röhrte zur Begrüßung ein tiefes „Hello Summer Breeze“ ins Mikro. Im Anschluss gab es einen Best-of-Querschnitt aus den letzten drei Alben. Es wurden massig Hits, wie etwa „We Will Rise“, „Nemesis“ oder „Revolution Begins“ in die hungrige Meute gefeuert. Angela Gossow war in ihrem hautengen schwarzen Outfit natürlich auch optisch ein echter Hingucker. Die reichlich dämlichen, aber wohl leider unvermeidbaren „Ausziehen“ Rufe aus dem Publikum konterte sie recht geschickt indem sie kurz ihren Bauch aufblitzen ließ und klar machte, dass sie keine Bierwampe vor sich her schiebt wie die meisten der Rufenden und außerdem Sängerin in einer Metal Band sei und keine Stripperin – touché Madame! Gossow, die ja gebürtige Deutsche ist, freute sich sichtlich darüber ihre Ansagen mal wieder auf Deutsch machen zu können, was sie durch die vielen Touren im Ausland gar nicht mehr gewohnt sei. Aber auch der Rest der Band gab eine ebenso gute Figur ab. Die Finger des Brüderpaars Michael und Christopher Amott flitzten wie besessen über die Griffbretter und die Rhythmusgruppe lieferte dazu die massive Grundlage. Das Publikum dankte es der Band mit entsprechend heftigen Reaktionen.

19.00 (PZ) KISSIN DYNAMITE

KISSIN DYNAMITE aus dem Schwabenland sind echte Nachwuchs-Jungrocker, die offensichtlich trotzdem schon sehr früh und ganz genau wissen, wie man sich auf der Bühne präsentieren muss. Die Jungs dürften die Volljährigkeit allesamt noch nicht erreicht, oder nur knapp überschritten haben, ihre Wurzeln liegen aber deutlich im Hard-Rock / Sleazerock der 80er Jahre. Mit toupierten Haaren und im entsprechenden Outfit rockten die fünf Jungs los was das Zeug hält. Eingängige Songs mit Hitpotential, wie sie auch von Bands wie Mötley Crüe oder Guns´n Roses hätten stammen können, wurden in die Menge abgefeuert. Diese war zwar recht überschaubar, dafür war sie aber ununterbrochen am feiern. Insbesondere die zahlreichen Mädels, allesamt nicht viel jünger als die Musiker selbst, klebten dem Sänger nonstop an den Lippen. Einen besonderen Gastauftritt gab es in Form eines maskierten und als Frau verkleideten Mannes. Doch auch die Band selbst hat das Posen gelernt und zeigte den Fans kompetent, wie das nun schon seit den 80ern gemacht wird – kein Klischee wurde ausgelassen. Wenn die Jungs so amtlich weiter rocken, dürfte das Zelt beim nächsten Mal deutlich besser gefüllt sein!

19.50 (PS) BEHEMOTH

Die Polen BEHEMOTH haben sich innerhalb der letzten Jahre zweifelsohne zu einer DER ersten und wichtigsten Adressen in Sachen Extrem Metal gemausert, was sich nicht nur an den äußerst hochwertigen Veröffentlichungen zeigt, sondern sich auch in den überaus mitreißenden Auftritten manifestiert. Und so präsentierten sich die düster geschminkten Mannen um Frontkämpfer Nergal auf dem Summer Breeze in absoluter Topform. In bestechender Präzision wurden Stücke wie „Slaves Shall Serve“, „At The Left Hand Ov God“ oder „The Apostasy“ erhaben, ja eigentlich schon majestätisch ins Publikum geschmettert. Ernsthaft, BEHEMOTH sind live mittlerweile so mächtig wie MORBID ANGEL in ihren besten Tagen, und das will was heißen! Die stets zwischen Black und Death Metal pendelnden, facettenreichen Hymen der technisch versierten Polen verfehlten zu keinem Zeitpunkt ihre Wirkung. Vor allem das überragende Schlagzeugspiel von Meister Inferno dürfte für reihenweise offene Münder gesorgt haben. Bei „Chant For Eschaton“ kam dann noch die Maske von Nergal zum Einsatz, welche den okkulten Ansatz der Gruppe bildhaft unterstrich.

20.00 (PT) AHAB

Im Zelt war es schon richtig dunkel, als AHAB zur besten Tagesschau-Zeit die Bühne betraten, doch bereits nach den ersten düsteren Klängen ihres apokalyptischen Funeral Dooms schien die totale Finsternis über das Auditorium hereinzubrechen. Massive Riffs, minimalistische, kaum wahrnehmbare Melodien, wuchtiges Schlagzeugspiel und abgrundtiefe Growls in Verbindung mit beschwörendem Klargesang vermischten sich zu einer tristen, depressiven und monumentalen Klangwand voll düster-fataler Atmosphäre. AHAB zelebrierten jede einzelne Note ihrer überlangen Stücke ausgiebig, das war so zäh wie Honig, nur statt süß eben eher herb und bitter. Überraschend positiv reagierten die zahlreichen Fans auf die doch recht speziellen Sounds, der Band fegte aber nach jedem Klagelied ein frenetischer Jubelsturm entgegen. So wurde das Publikum musikalisch erst in einen tiefen, dunklen Abgrund gestürzt, nur um wenig später in der Seele geheilt wieder aufzusteigen.

20.45 (MS) PARADISE LOST

Nun wurde es Zeit, dass das verlorene Paradies wieder zum Summer Breeze zurückkehrte, um wahrlich düstere Melancholie fern jeglichem Kitsches zu zelebrieren. Wie bereits auf der laufenden Tour bildete das kraftvolle „The Enemy“, die Singleauskopplung des aktuellen Albums „In Requiem“, den Einstieg, mit welchem die Briten das Publikum von Anfang an fest im Griff hatten. Routiniert und souverän boten PARADISE LOST das gewohnte Bild, wie man die Band eben einfach schon seit zig Jahren auf der Bühne kennt. Sänger Nick Holmes unterstrich die gesungen Worte mit dezenten Gesten, die beiden Gitarristen bangten wie wild und schüttelten sich dabei diese unnachahmlichen Riffs aus den Ärmeln, während Bassist Edmondson irgendwie etwas hüftsteif wirkte. Unter anderem wurden von der erfahrenen Band „Never For The Damned“, „No Celebration“, „Erased“, „Pity The Sadness“, „Enchantment“, „Requiem“ und „Say Just Words“ gespielt. Höhepunkt war sicherlich der überraschend frühzeitig im Auftritt platzierte Evergreen „As I Die“ und spätestens hier gab es dann auch keinerlei Halten mehr. Der mitreißende Auftritt war dann aber leider viel zu schnell wieder zu Ende, vor allem ohne dass auch nur ein einziger Song vom genrestiftenden „Gothik“-Album gespielt wurde. PARADISE LOST unterstrichen mit ihrem hochkarätigem Repertoire wieder einmal eindrucksvoll, weshalb sie zu den absoluten Vorreitern und Pionieren der Szene gehören.

21.00 (PZ) DIABLO SWING ORCHESTRA

Nachdem AHAB das Zelt in tiefste Dunkelheit gehüllt hatten, lag es am DIABLO SWING ORCHESTRA, das Ganze wieder etwas aufzuhellen. Die Teufel luden zum Tanze, und zahlreiche Fans folgten nur allzu willig der Einladung. Von Anfang an sorgten die Schweden mit ihrem abgedrehten Rock/Metal mit Soprangesang, welcher selbst Brillengläser zum platzen bringt, swingenden Bläsern und Cello für ausgelassene Partystimmung. Einen stärkeren Kontrast zur kurz vorher herrschenden Atmosphäre kann man sich eigentlich kaum vorstellen. Hier wurden verschiedenste Einflüsse wie Jazz, mexikanische Musik, Rock, Elektronik, Klassik, Metal und Oper miteinander zu einer absolut verrückten Mischung miteinander verwoben. Dabei zeigten sich die Songs durchgehend gut arrangiert. Über die gesamte Spielzeit herrschte sowohl vor als auch auf der Bühne eine ausgelassene Stimmung und somit wurde die Mission der Band aufs feinste erfüllt.

21.50 (PS) PRIMORDIAL

Die über dem Bassturm drapierte Irlandfahne, das mystische Intro und das Backdrop mit dem stilisierten Hirschkopf machten auch dem letzten noch klar, dass eine der großen Ausnahmebands des Festivals an den Start ging. Nicht nur in Anbetracht des Andrangs vor der Pain Stage war ganz klar, dass hier der erste Headliner des Tages antrat. Hochmotiviert startete die komplett in schlichtes schwarz gewandete Band mit „Empire Falls“ in ihr Set, und vom ersten Ton an war das Volk bereit jeder Aufforderung vom charismatischen Fronter Alan A. Nemtheanga zu folgen. So wurde also direkt zu Anfang gleich lauthals mitgesungen und geklatscht. Dirigent, Anheizer und optischer Mittelpunkt der Show war ganz klar der Fronter, sein Kopf war komplett schwarz-weiss geschminkt allerdings nicht auf die typische Black Metal-Art, sondern eher im Stil eines dramatischen Theatermimen. Entsprechende Gesten unterstrichen seine Aktionen zusätzlich und auch gesanglich ging er voll in seiner Rolle auf und zeigte sich sehr leidenschaftlich. Er war auch oft vor dem Drumriser anzutreffen, wo er den etwas angeschlagenen Drummer anwies. Die Setlist brachte es trotz 50 Minuten Spielzeit gerade mal auf sechs Einträge, bei den ausladend-epischen Hymnen der Band aber auch kein Wunder, und manche Songs wurden an diesem Abend sogar besonders lange zelebriert. Die Hälfte der Tracks wurde dann auch vom aktuellen „To The Nameless Dead“-Album rekrutiert und unter ihnen avancierte „As Rome Burns“ zum absoluten Höhepunkt der Show. Danach gabs dann noch „The Coffin Ships“ vom 2005er „The Gathering Wilderness“ und „Heathen Tribes“ bevor Schluss war. Nach dem eigentlichen Ende der Show richtete der Fronter noch das Wort ans Publikum, bedankte sich und liess das staunende Volk wissen, dass die heutige Show fast abgesagt worden wäre. Drummer Simon O’Laoghaire hatte wohl nicht bedacht, dass man mache Medikamente besser nicht mit Alkohol mischen sollte und war nur dank des medizinischen Teams rechtzeitig zur Show wieder halbwegs einsatzfähig.

22.00 (PZ) ONSLAUGHT

Schon Stephen King wusste: manchmal kommen sie wieder. Das britische Thrash Metal-Flaggschiff wurde vor 25 Jahren in Bristol gegründet. In Sachen wegweisende europäische Thrash Bands der 80er Jahre sind sie auf jeden Fall weit vorne mit dabei und Alben wie „Power From Hell“, „The Force“ und vor allem „In Search Of Sanity“ waren Genremeilensteine. 1991 lösten sie sich dann auf und ca. 15 Jahre später meldeten sie sich dann zurück und legten mit „Killing Peace“ auch gleich ein starkes Album nach. Ihr Auftritt beim Breeze dürfte ganz entsprechend diesem Albumtitel dann auch als reichlich wenig friedlich empfunden worden sein, denn sie machten keinerlei Gefangenen und brachten lupenreinen Thrash ins Zelt. Natürlich in genretypisches Schwarz gewandet kreuzten sie trotz im Gegensatz zu den Anfangstagen der Band teilweise deutlich gesteigertem Leibesumfang fleissig unter ihrem Backdrop über die Bühne und gaben dem Volk, was es wollte: Old School Thrash Metal. Und in diesem Bericht müssen in Zusammenhang mit der Band unbedingt auch noch Worte wie Spielfreude und hervorragende Sangesleistung fallen. Da war einer der gespielten Songs auch mal wieder Nomen est Omen in Reinkultur: „Metal Forces“!

22.45 (MS) HELLOWEEN

Um kurz vor 23 Uhr stach dann das Hamburger Speed Metal-Schlachtschiff von HELLOWEEN in See. Trotz nahezu 25 Dienstjahren gibts bei den fast schon legendären Herren um Gitarrist Michael Weikath und Sänger bzw. Chefentertainer Andi Deris keinerlei Ermüdungserscheinungen zu beklagen, die Band wurde ihrem Headlinerstatus voll gerecht und begeisterte die Massen auf dem rappelvollen Platz. Und die Band liess sich auch nicht lumpen und hatte im Gegensatz zu den eher spartanisch agierenden PARADISE LOST einiges aufgefahren. Vor dem den ganzen Bühnenhintergrund einnehmenden Backdrop im Design ihres aktuellen Albums „Gambling With The Devil“ hatten sie über fast die gesamte Bühnenbreite einen ca. 1,50 m hohen Riegel aufgestellt in dessen Mitte Schlagzeuger Dani Löble in seinem Schlagzeugkonstrukt thronte. Ein derart riesiges Drumkit hatten wohl die wenigsten vorher gesehen, der Mann bearbeitete es wie ein Wahnsinniger und wirkte manchmal sogar, als hätte er ab Geburt mehr als die standardmässigen zwei Arme geliefert bekommen. Links und rechts neben seiner Schiessbude war dann noch Platz für erhöhte Podeste wo Gitarristen und Bassist sich ab und zu zum Posen blicken ließen. Los gings (natürlich) mit dem Klassiker „Helloween“ in der Xtra Large-Version, gefolgt von „March Of Time“ vom „Keeper Of The Seven Keys Part 2“-Album aus dem Jahr 1988. Nach diesen zwei jeweils über 20 Jahre alten Songs kündigte Fronter Deris den Zeitsprung zurück in die Gegenwart an und die Band präsentierte mit „As Long As I Fall“ den Hit ihres aktuellen Albums. Deris entledigte sich später danns einer Lederjacke und schlüpfte in ein mit roten Pailetten besetztes Jacket und den zum Outfit passenden schwarzen Zylinder. Links und rechts neben dem Drumkit wuchsen dann plötzlich weitere Hingucker in Form von zwei riesigen, an die drei Meter hohen, von innen beleuchteten Kürbissen in die Höhe, die im Publikum frenetisch beklatscht wurden. Nach einem umfangreichen Medley ging die Band kurz von der Bühne, kam aber schnell für das Grande Finale in Form von „Future World“ und „I Want Out“ zurück. Im sichtlich zufriedenen Publikum dominierten nach der Show deutlich die selig grinsenden Gesichter.

23.00 (PZ) CEPHALIC CARNAGE

Zwischen den Fans der gleichzeitig auf der Main Stage aufspielenden HELLOWEEN und den „zeltenden“ CEPHALIC CARNAGE gab es wohl eher wenig Schnittmenge und so war diese Überschneidung wohl für so gut wie niemand eine Qual der Wahl. Unterschiedlicher hätten die genannten Bands wohl auch kaum sein können. Der „Denver-Clan“ um Frontkeifer Lenzig Leal verwandelte den Mob von der ersten Sekunde an in eine tobende Meute. Der hyperchaotische und gleichzeitig hochtechnische Grind-Death Metal der Combo kam also offensichtlich immens gut an und Leal war wohl selbst etwas überrascht über den enormen Zuspruch, denn er filmte unterm „Singen“ den Großteil ihres Auftritts selbst mit einer Kamera mit. Die Band genoss es sichtlich so abgefeiert zu werden und ging ab wie nichts gutes – was bei derart frickeligen Parts und der immensen Zahl an Breaks alles andere als selbstverständlich und einfach ist. In diesem Zusammenhang auch völlig unfassbar wie Drummer John Merryman so unbeteiligt und entspannt wirken konnte, während er diese irrwitzigen Parts in seine Kessel klopfte. Die Ansagen des Sängers waren ohnehin eine Liga für sich („The Next Song Is About Masturbation“, „Everybody Headbang“, „We Want To Kiffen With You“ etc.), für den letzten Song hatte sich die Band aber noch etwas ganz besonderes einfallen lassen. Nach der Frage ans Volk „Do You Want Some Real Norwegian Black Metal? Do You Want Some REAL Norwegian Black Metal From Denver Colorado?” erschienen die Mucker allesamt mit Masken, der Sänger zudem noch mit Nägelmanschetten, die über die kompletten Unterarme reichten, und zockten eine ultrafiese Nummer im Black Metal-Style bevor sie unter tosendem Applaus die Bühne für den Umbau zu TÝR räumten.

00.00 (metal.de Stand) END OF GREEN – CD Verkauf und Signing Session

In der Nacht vom 14. auf den 15. August gab es am Stand von metal.de noch eine Sonderaktion zum Erscheinen der neuen END OF GREEN CD. Gut eine Stunde vor Eintreffen der Band hatte sich bereits eine beachtliche Fanschar eingefunden, um als einer der ersten das Paket bestehend aus neuer Scheibe, Shirt und Ticket für die Releaseshow, das sogenannte „Sickfest“ zu ergattern. Zudem wurden die ersten 100 Exemplare der auf 999 Exemplare streng limitierten Vinyl-Edition zum ersten Mal verkauft. Schlag 24 Uhr fanden sich die Düsterrocker END OF GREEN am Verkauftresen ein, um den Release des neuen Krachers „The Sick’s Sense“ zu feiern. Mittlerweile hatte sich der Platz auch so gut gefüllt, dass die Herren alle Hände voll damit zu tun hatten die Scheiben zu signieren. Erst nach starken 90 Minuten voll verkaufter CDs und zig signierter Utensilien ebbte die Welle langsam ab, und sowohl END OF GREEN als auch die zuständigen Redakteure von metal.de konnten mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht aufatmen.

00.10 (PS) MARDUK

Stilestunde mit Black Metal-Legenden: Wenn man mal seinen Gürtel vergessen hat, reicht als Ersatz offensichtlich auch eine dicke Eisenkette aus. Das ist nicht nur funktional, sondern passt auch ganz hervorragend zu Corpsepaint und Warboots. MARDUK werden so zwar sicher nicht die Laufstege der Modemetropolen dieser Welt erobern, auf der Bühne macht das aber ein mächtig finsteres Bild. Die schwedischen Black Metal-Veteranen machten auch musikalisch keine Gefangenen und bretterten sich ultrabrutal und gnadenlos durch ihr Set. Dabei hatte die Show mit dem neuen Sänger Mortuus, der schon vor einiger Zeit den ursprünglichen Fronter Legion ersetzt hat, einen zwar etwas anderen, aber keineswegs weniger finsteren Vibe. Überraschenderweise spielte die Band relativ wenige Songs vom neuen Album, und konzentrierte sich stattdessen auf älteres Material, das fast die komplette Diskographie abdeckte. Zwischen den Songs hielt die Band die düstere Stimmung gekonnt mit Samples aufrecht. Im Publikum wurden fast ununterbrochen die Mähnen geschüttelt als gäbe es kein Morgen mehr. Als Krönung der nahezu perfekten Show gabs noch einen Gastauftritt von PRIMORDIALs Frontmann Alan A. Nemtheanga.

00.15 (PZ) TÝR

TÝR stammen von den Farörer Inseln, also irgendwo zwischen Schottland, Island und Skandinavien. Damit nehmen sie in der Pagan-Metal Szene auch geografisch eine Sonderstellung ein, denn sie bauen die Elemente aus der nordischen Folklore auf ihre ganz eigene Art in ihren Sound ein. Die Band ist sehr heavy, aber gleichzeitig auch sehr melodisch und eingängig. Fieses Kreischen wird hier kaum als Stilmittel bemüht, stattdessen lächelt die Band sogar ab und zu, was sie sehr sympathisch macht. Optisch erinnern die Mannen mit ihren freien Bäuchen etwas an Amon Amarth, allerdings eher an deren kleinere Brüder, denn sowohl die Bäuche als auch die Bärte kamen nicht an die Dimensionen der Mega-Vikings heran. Das Zelt ist während der Show erneut randvoll und das Publikum sorgte eifrig für Sprechchöre in amtlicher Stadionlautstärke.

01.15 (PZ) CULT OF LUNA

Nachdem auf den Bühnen unter freiem Himmel für heute Nacht dann erst mal Schluss war, gabs im Zelt eine weitere außerordentliche Band zu erleben. Wenn man nach der Show zehn Leute nach einer Stilbezeichnung des eben Erlebten befragt hätte, wären die Chancen nicht schlecht gestanden auch zehn verschiedene Antworten zu bekommen. Vielseitigkeit ist eine der Stärken der Band. Nachdem die Band als Opener zunächst nur zu sechst den abschließenden Song, „Following Betulas“, ihres aktuellen „Eternal Kingdom“-Albums gespielt haben und dort einer der drei Gitarristen die Vocals übernommen hatte, stieß für „Leave Me Here“ vom Überalbum „Salvation“ dann der Fronter dazu. Der meist gebrüllte Gesang stand oft im Kontrast zu sehr ruhigen Passagen und durch Trompeten- und Synthieeinsatz wurde das Klangspektrum zudem noch breiter, die Band entwickelte mit zunehmender Dauer eine fast hypnotische Kraft und das abschließende „Ghost Trail“ steigerte sich stetig bis zu einem intensiven Klimax, der die Mehrheit der Zuschauer immens beeindruckt zurückließ. Die Band dürfte nach der Show jedenfalls ein Vielfaches mehr an Fans als vor der Show gehabt haben – leider gabs keinerlei Merchandise von ihnen zu kaufen.

02.15 (PZ) DESPISED ICON

Zu später Stunde markierten DESPISED ICON das Schlusslicht des Festivals am Donnerstag. Der Sechser aus Montreal (Kanada) schonte die Ohren der Die-Hard Fans, die es so lange ausgehalten haben aber keineswegs. Die Band knallt ihre Songs mit einer enormen Energie und einem Brutalitätslevel das sich gewaschen hatte raus. Die Truppe stand keinen Moment still und malträtierte teils in wahnwitziger Geschwindigkeit, teils mit erschlagender Brutalität die Ohren der Anwesenden. Die haben aber wohl genau darauf gewartet und formierten sich immer wieder zu Mosh- und Circlepits. Die Band sog diese Energie wiederum auf und wandelte sie in noch mehr Wucht um. So schaukelt sich die Show mit der Zeit zu wahrlich beeindruckender Intensität hoch. Technisch spielt sich das Ganze ebenfalls auf höchstem Niveau ab. Die beiden Sänger brüllten, kreischten und quiekten abwechselnd ins Mikrophon und fanden sogar immer wieder die Zeit sich auch noch direkt ins Publikum zu begeben und dort mit coolen Moves zu beeindrucken. DESPISED ICON sind neben CEPHALIC CARNAGE, mit denen die Jungs derzeit auf Tour sind, wohl die abgefahrenste und sicherlich auch eine der brutalsten Bands des Festivals. Wer schlafen gegangen ist hat definitiv Großartiges verpasst und war selber schuld.