Rückblick 2005

Was für ein Fest! Abgesehen von Faktoren wie z.B. dem Wetter, die (leider) nicht in Veranstalterhand liegen, muss der Daumen nach drei Tagen SUMMER BREEZE auch dieses Jahr eindeutig nach oben zeigen. Nie war das Festival derart schnell ausverkauft, und mit erneut über 40.000 Besuchern wird's langsam richtig eng auf dem Festplatz in Abtsgmünd... Der Donnerstag machte dem Festivalnamen alle Ehre, alles freute sich über einen ordentlichen Sommertag und auch der Freitag sah anfangs noch recht gut aus - bis es dann anfing zu schütten. Aber die Zuschauer ließen sich die Laune offensichtlich nicht verhageln und feierten zusammen mit den Bands erneut ein riesiges Fest - bis zum nächsten Jahr!

Donnerstag 18.08.2005

Midnattsol

MIDNATTSOL (NOR/GER) 13.00 - 13.30 Uhr MS
Von wegen Mitternachtssonne (das heißt der Bandname nämlich übersetzt), als erste Band am hellen Mittag eröffnete das norwegisch-deutsche Team mit ihrem Folk-Metal den Reigen. Trotz der frühen Stunde war weder bei Band noch Publikum Missmut auszumachen, ganz im Gegenteil, die komplett in weiß gekleidete Sängerin zeigte sich sogar äußerst fröhlich und dankbar, dass sie bei ihrem "Lieblingsfestival" dabei sein durfte. Rückgrat der Show war der schön sauber spielende Schlagzeuger, der hinter einem klassischen Double-Bass-Kit saß und wie seine Mitmusiker/innen munter zur Musik bangte. Die verstanden es mit eingeschobenen ruhigen Passagen Spannung aufzubauen und diese dann mit treibenden Midtempo-Parts zu entladen. Einer der Gitarristen bewies dann mit seiner Dimebag-Darrel-Gitarre auch noch Geschmack. Ein mehr als gelungener Start ins Festival mit einer sympathischen Band, die ihr Set mit einem Song abschloss, der auf einem Edward-Grieg-Stück basierte.

Setlist: Intro 1. Dancing with the Midnightsun 2. Enlightenment 3. Unpayable Silence 4. Lament 5. Desolation 6. Haunted 7. Tapt Av Hap


Final Breath

FINAL BREATH 13.35 - 14.05 Uhr PS
Deutlich mehr Bewegung und Andrang herrschte dann anschließend vor der Pain Stage, als FINAL BREATH überpünktlich loslegten. Nachdem sie seit Jahren und über mittlerweile fünf Alben exzellenten Thrash-Metal spielen, fahren sie momentan, da diese Musik eine Art Renaissance erlebt, wohlverdiente Erfolge ein. Ihr Sound eignete sich dann auch hervorragend zum Bangen und so gab es sowohl auf als auch vor der Bühne kein Halten. Auf der Bühne stach besonders der kurzhaarige Sänger heraus, der wie ein Derwisch (und im Lattenrost-Shirt?) über die Bühne wetzte und permanent die Meute aufpeitschte. Seine komplett mit Sendern ausgestattete Saiten-Fraktion nutzte die dadurch entstandene Freiheit auch weidlich und war viel unterwegs. Schon nach dem zweiten Song zog das Publikum bei "Faust in die Luft"-Spielchen und "Hoi-Schreien" munter mit - Respekt!

Setlist: Intro 1. Strong Pain 2. Eyes Of Horror 3. Greed For Revenge 4. Let Me Be Your Tank 5. To Live And To Die 6. Bemoaned Animosity


Born from Pain

BORN FROM PAIN (NL) 14.10 -14.50 Uhr MS
Zweite Band auf der Main Stage war das niederländische Hardcore-Flaggschiff BORN FROM PAIN. Vor der Bühne hatte sich schon eine amtliche Masse versammelt, in der sich, erkenntlich an den Band-Shirts, einige Hardcore-Jünger befanden. Die Band, die erst kürzlich ihr Metal Blade Debüt veröffentlichte, fackelte auch gar nicht lange und gab dem hungrigen Publikum, was es wollte: Metallischen Hardcore der fettesten Sorte. Das Publikum dankte dies mit sofort einsetzenden Mosh- bzw. Circle-Pits. BORN FROM PAIN fegten über die Bühne als gebe es kein Morgen und feuerten ihre brutalen Hardcore Granaten ins Publikum. Dabei war alles am Start, was man sich wünscht, höllische Grooves, messerscharfe Breakdowns, flotte Up-Tempo-Parts und derbe Shouts. Teile des Publikums gaben sich besonders bei neueren Songs, wie "New Hate" überraschend textsicher. Die "europäischen HATEBREED", wie BORN FROM PAIN augenzwinkernd manchmal genannt werden, überzeugten aber nicht nur mit Songs vom neuen Album sonder auch mit Klassikern wie "Reclaiming The Crown" oder "Death And The City". Sowohl Band als auch Publikum hatten sichtlich Spaß, ein gutes Zeichen dafür, dass Hardcore auf dem SUMMER BREEZE seinen Platz in der Gunst der Zuschauer gefunden hat.

Setlist: 1. Death & The City 2. Rise Or Die 3. Final Nail 4. Judgement 5. Day Of The Scorpio 6. Never Return 7. Kill It Tonight 8. Reclaiming The Crown 9. Black Gold 10. New Hate 11. Civilization


Anorexia Nervosa

ANOREXIA NERVOSA (F) 14.55 - 15.25 Uhr PS
Gemäß ihrem Namen waren die Franzosen tatsächlich recht dürr und zudem alle uniformiert. Die schwarze Kleidung ist hier ja schon fast selbstverständlich, weiß geschminkte Gesichter, Armbinden und schwere Boots waren dann aber schon auffälliger. Extrem-Metall mit ordentlich Keyboardeinsatz, Keif-Gesang und dem extra Punch aus heftigen Double-Bass- und Blastbeat-Attacken. Im Publikum haben wohl nicht wenige Leute genau darauf gewartet, denn die fünf Franzosen wurden freundlichst empfangen und dementsprechend abgefeiert.


The Bones

THE BONES (SWE) 15.30 - 16.10 Uhr MS
Nach dem düsteren Black Metal war auf der Main Stage die Zeit reif für eine amtliche Party. Mit THE BONES aus Schweden kann man mehr als gut feiern. Daran ließ das Quartett denn auch keinen Zweifel. Geboten wurde dreckiger Rock´n'Roll vom allerfeinsten. Schmierig, kantig und vor allem schweißtreibend aber dennoch mit reichlich eingängigen Melodien und Sing-Alongs. Auch optisch machte die Band einiges her. Rechts an der Gitarre der Gossen-Rock´n'Roll Archetyp, in der Mitte am Bass der Sleaze-Rocker mit Cowboyhut und rechts der Rockabilly Evil-Elvis mit dicker Sonnenbrille und roten Söckchen. Trotz der brennenden Sonne, die zu diesem Zeitpunkt unerbittlich auf die Bühne strahlte, entfesselte die Band ihr volles Energiepotential. Das nicht minder unter der Sonne leidende Publikum griff die Energie auf und hatte offenbar Spaß an der Show. THE BONES griffen dabei meist auf Hits des aktuellen Albums "Straight Flush Ghetto" zurück, ließen aber auch den einen oder anderen älteren Song einfließen. Erste Verwirrte Ansage "It´s good to be in bavaria". Rock´n'Roll!!!

Setlist: 1. Screwed, blued and tattooed 2. Chrome, Smoke and Thunderroads 3. Home sweet Hell 4. Do You Wanna 5. Not another Lovesong 6. Slick 7. Gazoline Business 8. Chevy Devils 9. Dog allmighty 10. Hate 11. Until I Die 12. Memphis '77


Impious

IMPIOUS (SWE) 16.15 - 16.50 Uhr PS
Die fünf Schweden starteten schon mal mit ordentlich Anfangslorbeeren, hatten sie doch das mit Abstand coolste Intro des Tages zu bieten: einen Surf-Track der fabulösen Pulp Fiction-Filmmusik. Ansonsten war das eine komplett andere Baustelle als ihre zuvor auf der Main Stage aufspielenden Landsleute von THE BONES: derbster Death Thrash mit kehligem Gesang und der ein oder anderen Growl-Passage. Sehr agile Band, besonders der Kahlgeschorene Basser war ständig in Bewegung und auch seine Bandkollegen (außer dem Drummer natürlich) hielten sich ständig an der vorderen Bühnenkante auf, quasi Face to Face mit dem Publikum. Die Band, die mittlerweile auch schon seit elf Jahren aktiv ist, bot ein mitreißendes, völlig klischeefreies Set und hat mit dem Auftritt beim Festival und auch bei der gerade absolvierten Tour mit AMON AMARTH und CATARACT sicher den ein oder anderen neuen Fan gewonnen.

Setlist: Intro 1. Death_Wish_Star 2. Toxic Paranoia 3. Wicked Saints 4. Inject 5. Burn The Cross 6. Show Me Your God! 7. Live Wire 8. The Deathsquad 9. Infernique


Pink Cream 69

PINK CREAM 69 16.55 - 17.40 Uhr MS
Tja, was soll man da schreiben... Es hat sich zu einer Art Tradition entwickelt, dass im ansonsten eher Hardrockfreien Line-Up des SUMMER BREEZE auch ein bis zwei Bands dieses Genres auftauchen. In der Vergangenheit war das u.a. AXXIS und KROKUS, in diesem Jahr also die Karlsruher PINK CREAM 69. Die Band hat sich im Vorfeld der Show wohl selbst Gedanken gemacht, was sie denn bei diesem Festival verloren hat, aber es ist immer wieder erstaunlich wie aufgeschlossen das Publikum auf diese Bands reagiert. So hatten auch die Jungs mit dem sinnfreien Bandnamen durchaus Unterstützung aus dem Publikum als sie in einer dreiviertel Stunde einen Querschnitt ihres langjährigen Schaffens boten. Der britische Sänger David Readman punktete zusätzlichen mit lustigen Ansagen und selbst als die Herren dann zum Schluss auch noch eine Reggae-Version des POLICE-Klassikers "So lonely" anstimmten, machte das Publikum brav mit und folgte der Band sogar noch zum kleinen BOB MARLEY-Ausflug im Mittelteil - passte von der Stimmung eben auch sehr gut zum Wetter!

Setlist: 1. Thunderdome 2. Do You Like It 3. Hells Gone Crazy 4. Lost in Illusions 5. Talk to the Moon 6. Seas Of Madness 7. Shame 8. Keep your Eye on the Twisted 9. So Lonely


Macabre

MACABRE (USA) 17.45 - 18.25 Uhr PS
MACABRE sind eine etwas andere Band. Das wurde klar, als das Trio die Bühne betrat. Der Sänger/Gitarrist trug zu dem schicken FoKuHiLa-Schnitt, eine gänzlich untrendige Latzhose und benutzte ein Headset um seine Gesangskünste in die Welt zu tragen. Musikalisch wurde Old-School Death-Metal mit simplen Schredder-Riffs geboten. Meist spielte sich das Ganze im Mid-Tempo ab, hier und da wurde das Gaspedal dann aber doch durchgedrückt. Jeder Song wurde vom Sänger mit einer kurzen Erklärung eingeleitet wovon der Song handelt. Besonders Facettenreich war die thematische Palette zwar nicht, es ging ausschließlich um Massenmörder, dafür glänzte der Herr jedoch mit tief greifendem Wissen über den jeweiligen Killer und breitete ziemlich detailliert aus welche Schandtaten der jeweilige Mörder begangen hatte. Mit dabei waren auch zwei prominente Massenmörder aus Deutschland, der Schlächter von Hamburg und der Kannibale von Rothenburg. Passend dazu waren auch Teile der Texte in Deutsch gehalten, wobei ich leider nicht mehr als "mache aus dir eine Leberwurst" verstanden habe. Leute mit tiefschwarzem Humor, und davon gab es im Publikum offensichtlich einige, konnten darüber sogar lachen. Überhaupt konnte sich die Band über mangelnde Aufmerksamkeit nicht beschweren. Auf den Punkt brachte es der Typ hinter mir, der lauthals "You Fuck Great" brüllte...


Schandmaul

SCHANDMAUL 18.30 - 19.20 Uhr MS
Obwohl nicht an einer Headlinerposition im Line-Up wurden die Münchner von ihrem Publikum vom ersten Ton an als ein solcher behandelt. Schon beim zweiten Song "Teufelsweib" sang das Publikum lauter als die Band und vor dem dritten Song ging dann sogar ein Großteil der Massen vor der Bühne in die Hocke um dann auf Befehl von Sänger Thomas Lindner kollektiv in die Höhe zu springen - beeindruckend! Neben den beiden Ladies die zwischen Geige, Flöte, Dudelsack und Leier wechselten und dabei wie entfesselt über die Bühne wirbelten, war der Sänger der Mittelpunkt der Show. Auch optisch setzte sich die Band stark ab: im hinteren Teil der Bühne prangte statt eines Backdrops ein geteilter, blauer Samtvorhang mit vier schmalen Namenswimpeln. Davor zentral das Drumkit auf einem Riser und links und rechts je ein niedrigerer Riser für Gitarrist und Bassist. Verstärker und Boxen standen fürs Publikum unsichtbar an der Seite der Bühne. Musikalisch fiel besonders der Bassist auf, weniger wegen seines exklusiven Instruments von Ritter, sondern vor allem durch sein perfektes Spiel - aber auch die anderen Musiker waren alle sehr versiert, da wurde zwischen den Songs schon mal kurz zum "Kalinka"-Song gejammt. Das Publikum ging fast bis zum Mischpult munter mit und ließ sich auch auf Spielchen a la "Jetzt schreien mal erst die Mädels ganz laut und danach dann die Jungs" ein. Definitiv die bisherigen Tagessieger! Detail am Rande: fast die ganze Show über standen beide Gitarristen von BORN FROM PAIN am Bühnenrand!

Setlist: 1. Dudelzack 2. Teufelsweib 3. Vogelfrei 4. Dein Anblick 5. Hexen/Henker/Gebt 6. Herren der Winde 7. Tyrann 8. Letzter Tanz 9. Walpurgisnacht 10. Tuch


God Dethroned

GOD DETHRONED (NL) 19.25 - 20.05 Uhr PS
Zum gepflegten vorabendlichen Schädelspalten baten auf der Pain Stage im Anschluss die Niederländer von GOD DETHRONED. Mit ihrer Mischung aus Death und Black Metal trafen sie genau den Nagel auf dem Kopf der Anwesenden welche die Band ordentlich abfeierten. Der glatzköpfige Sänger auf der Bühne feuerte seine Hasstiraden ohne Gnade ab, und das massive Geballer seiner Band rollte wie eine Dampfwalze über Abtsgmünd. Es fehlte weder an brutalen Gitarrenwänden noch an hyperschnellen Blastbeats. Spielerisch auf höchstem Niveau schraubte die Band den Anwesenden die Köpfe ab. So muss das sein.

Setlist: 1. Nihilism 2. Boiling Blood 3. Warcult 4. Villa Vampiria 5. Sigma Snigna 6. Art Of Immolation 7. Salt In Your Wounds 8. Soul sweeper 9. Serpent King


Therion

THERION (SWE) 20.10 - 21.10 Uhr MS
Wesentlich gepflegter ging es dann bei THERION zur Sache. Die von einer Death Metal- zur Opern Metal-Band mutierte Truppe wartete mit einem Chor aus zwei Sängerinnen und einem Sänger auf, dazu gab es noch mal eine Dame in der vorderen Reihe sowie einen traditionellen Metal Sänger. Da diese Stimmgewalt offenbar noch immer nicht ausreichte gab sich auch Bandchef Christofer Johnsson insbesondere her. Vor allem die Damen waren mit ihren grellfarbenen Opernkleidern und dem dicken Make-Up ein Blickfang. Musikalisch lies die Band ebenfalls keine Wünsche offen, die Mischung aus neueren Songs sowie älteren vom Hit-Album "Theli" kam beim zahlreich erschienenen Publikum bestens an. Als etwas schade empfand ich die Tatsache, dass die Streicher alle vom Band kamen, das machte jedoch die Metal-Fraktion der Band durch absolut souveräne Instrumentalleistung wett. THERION bewiesen mit dieser Show, dass sie weit über dem derzeit so populären Opern Metal stehen. Keine Augenwischerei, nur echtes Kunstverständnis.

Setlist: 1. Blood Of Kingu 2. Uthark Runa 3. Invocation Of Namah 4. Typhon 5. Riders Of Theli 6. Seven Secrets 7. Asgard 8. Rise Of Sodom And Gomorrah 9. The Khlysti Evangelist 10. Wine Of Aluqah 11. Cults Of The Shadow 12. To Mega Therion


Ektomorf

EKTOMORF (HUN) 21.15 - 22.00 Uhr PS
Donnerstagabend und Headliner auf der Pain Stage - das hatten wir doch schon mal? Genau, vor ein paar Jahren hatten die Ungarn quasi an selber Stelle den entscheidenden Punkt in ihrer Laufbahn erreicht und sind seither fast schon kometenhaft aufgestiegen. Bereits in der Umbaupause gab es vehemente "Ektomorf-Ektomorf"-Sprechchöre und als die Band dann loslegte, verwandelte sich der Raum bis zum Mischpult auch sofort in ein Meer aus wild zuckenden, springenden und schreienden Menschen - was sich bis zum Ende des Auftritts auch nicht mehr wesentlich ändern sollte. Die Magyaren wurden ihrem Ruf als hervorragende Live-Band erneut mehr als gerecht, feuerten einen Song nach dem anderen in die hungrige Meute und unterbrachen nur ab und an für "We love you"- und "Thank you so much"-Ansagen eines sichtlich begeisterten Zoli - der doch tatsächlich ein Sepultura-Shirt anhatte. Einzige Überraschung: heute ausnahmsweise mal keinerlei Tarn-Klamotten!

Setlist: Intro 1. Set Me Free 2. Show Your Fist 3. Instinct 4. Fuck You All 5. Burn 6. You Get What You Give 7. Gypsy 8. I Know Them 9. You Leech 10. Serial Man 11. United Nation 12. I Will


Amon Amarth

AMON AMARTH (SWE) 22.05 - 23.10 Uhr MS
Bringt euch in Sicherheit, die Wikinger sind los. Statt vor den wilden Horden zu flüchten, zog es bei den Schweden auch noch den letzten SUMMER BREEZE-Besucher vor die Hauptbühne. Sicherlich eine gute Entscheidung, denn wer nicht da war, verpasste eine der massivsten Darbietungen an diesem Freitag. Der mächtige Death/Viking Metal der Truppe aus Schweden überzeugte Live genauso wie auf Platte. Unaufhaltsame Grooves mähten alles und jeden nieder. Die uneingeschränkten Weltmeister im "Synchron-Moshen" gaben vor allem Hits der letzten beiden Alben zum Besten, welche beim Publikum besten Anklang fanden. So übertönte das textsichere Publikum die Band nicht selten. Die Stimmung war unglaublich. AMON AMARTH waren an diesem Donnerstag ein absolut würdiger Headliner.

Setlist: Intro 1. An Ancient Sign 2. Pursuit Of Vikings 3. Releasing Surtur's Fire 4. Masters Of War 5. Fate Of Norns 6. 1000 Years Of Opression 7. VS The World 8. For The Stabwounds 9. Victorious March 10. Death In Fire


Haggard

HAGGARD 23.15 - 0.00 Uhr PS
Als Abschluss des ersten Tages gab's auf der Pain Stage noch mal großes Kino in Form der vielköpfigen Formation HAGGARD. Treue Besucher erinnern sich vielleicht daran, dass die Band ja schon einmal auf dem Summer Breeze zu Gast war, damals gab es aber nur eine Bühne... Und wie auch damals, wurde ihnen auch heuer ein warmer Empfang bereitet. Diese Band einfach nur als weitere Mittelalter-Combo abzuurteilen, würde ihr bei weitem nicht gerecht werden. HAGGARD machen es dem Zuhörer aber auch nicht leicht mit Kategorisierungen. So wurde auch heute von Klassischem zu Mittelalterpassagen, zu skandinavischen Traditionals und gar zu Death Metal-artigem gewechselt. Das alles mit einem veritablen Orchester, das neben der klassischen Rockbesetzung aus einem 5-köpfigen Streicherblock, einer Klarinette, einem Keyboard, Percussions und sogar drei Back-Up-Vocals bestand, die sich stellenweise in opernartige Höhen schraubten - da ging es reichlich eng zu auf der kleineren der beiden Bühnen. Die Damen trafen den Ton zwar nicht immer einwandfrei (Siehe "Herr Mannelig"), dem Volk vor der Bühne gefiel es aber offensichtlich sehr gut, trotzdem die Band gerade in den gesungenen bzw. gesprochenen Passagen fast über den kompletten Auftritt mit argen Rückkopplungen zu kämpfen hatte - bei der Masse an Musikern ist das Zaubern eines tadellosen Sounds aber sicher auch kein Zuckerschlecken... Mit "Awakening The Centuries" verabschiedete sich die Combo - viel zu früh für viele Zuschauer, die wohl gerne noch weiter zu Live-Musik gefeiert hätten, jetzt aber ca. 11 Stunden warten mussten. Der Schluss war dann auch gezwungenermaßen sehr schroff, denn die Technik war aufgrund der strengen Auflagen gezwungen die Spielzeit genau einzuhalten, und da die Band sich nicht daran hielt, wurde ihr quasi der Saft abgedreht... deswegen hängen auf der Bühne auch deutlich sichtbar Uhren, da darf sich eigentlich keine Band beschweren und somit war die Schuld für das abrupte Ende auch auf Seiten der Band zu suchen.

Setlist: 1. All'inizio è La Morte 2. Per Aspera Ad Astra 3. Herr Mannelig 4. Eppur Si Muove 5. In A Pale Moon's Shadow 6. Awakening The Centuries 7. The Final Victory 8. The Day As Heaven Wept / Origin Of A Crystal Soul


Freitag 19.08.2005

Powerwolf

POWERWOLF (ROM) 11.00 - 11.30 Uhr MS
Die Wölfe heulten heute ausnahmsweise am frühen Morgen... Doc Attila Dorn im blutroten Umhang bat zum Tanz, und die Frühaufsteher waren schon erstaunlich kooperationsbereit. "Mister Sinister" eröffnete den halbstündigen Reigen und der "transsilvanische" Meister radebrechte charmant im besten deutsch-muränisch zwischen den Songs, erzählte kleine Geschichten und forderte immer mal wieder zum kollektiven Wolfsgeheul. Trotz dem völligen Fehlen eines Bassisten (dessen Parts wurden aus der Konserve eingespeist) fehlte in der optischen Darbietung nichts, die Gitarristenbrüder wechselten munter die Seiten oder spielten sich auch ab und an in bester Heavy Metal-Manier an. Sehr cool auch der Keyboarder, der den buckligen Organisten gab, sich völlig einen abrockte und mit dem Kopf oft tiefer war als sein Instrument hoch... Musikalisch wurde hier allerlei durch den POWERWOLF gedreht, hier eine Prise MANOWAR (da wurden auch gleich entsprechend die Hände in den Himmel gereckt) und da ein ordentliches Pfund Powermetal sowie Hardrock verwurstet. Das machte ordentlich Laune und es war natürlich schade, daß die "rumänische" Band derart früh auf die Bretter musste - aber einer muss eben anfangen!

Setlist: Intro 1. Mr. Sinster 2. We came to take your Souls 3. Kiss Of The Cobra King 4. Demons & Diamonds 5. Montecore 6. Lucifer in Starlight


Maroon

MAROON 11.35 - 12.05 Uhr PS
"Schön, dass an diesem Montag morgen schon so viele Leute hier sind". "Da geht ja einiges hier in Österreich." "Der letzte Song wie immer "Stillborn", ist zwar langweilig, aber geht gut". Viel zu früh mussten MAROON auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Trotz der für die meisten Festivalbesucher recht unchristlichen Uhrzeit - wobei die Christen wohl eher in der Unterzahl gewesen sein dürften - hatte sich ein ansehnlicher Pulk mit erstaunlich hoher Maroon-Shirt-Dichte, vor der Pain Stage gebildet. Etwas früh war es offensichtlich auch für Sänger Andre, der nach dem Bayern-faux-pas von THE BONES am Vortag einige Male daneben griff. So freute er sich darüber, dass an diesem Montag Morgen schon so viele Leute vor der Bühne waren und war im festen Glauben, eine Show in Österreich zu spielen - möglich wäre natürlich auch, daß das bewusste ironische Einwürfe waren. Der Show hat es aber keinen Abbruch getan. Die Band machte mit ihrem Death Metal / Hardcore-Gebräu unglaublichen Druck, fegten und moshten über die Bühne wie die Derwische und spielten dabei extrem tight. Diejenigen, die schlau waren früh genug aufzustehen, erlebten so schon vor dem Mittagessen einen absoluten Festivalhöhepunkt. Damit bewahrheitet sich das alte Sprichwort "Der Frühe Vogel fängt den Wurm". So ist es.

Setlist: 1. Endorsed By Hate 2. Watch it all come down 3. Shadow 4. Worlds Havoc 5. Goetterdaemmerung 6. At The Gates of Demise 7. Stillborn


Korpiklaani

KORPIKLAANI (FIN) 12.10 - 12.40 Uhr MS
Manch einer mag sich gefragt haben, warum denn jetzt plötzlich ein Gartenzaun vor dem Drumkit errichtet wird - so wild war der Drummer der Finnen doch gar nicht... Ein bunter Haufen war's halt, nicht nur optisch (der Sänger hatte ein Hirschgeweih am Mikroständer, der Basser spielte barfuss) sondern auch musikalisch! Die von anderen finnischen Bands bekannten Humpa-Elemente waren auch hier auszumachen (wozu hat man denn auch ein Akkordeon in der Band!). Bei den sechs Musikern wurde von einem auf den anderen Song dann aber eben mal zwischen Square-Dance-artigem auf skanidnavischen Folk und zurück zu indianischen Gesängen geschaltet. Mutig, aber offensichtlich ganz nach dem Geschmack des Publikums, das die Band feierte, als ob nach ihnen keine anderen Bands mehr spielen würden!

Setlist: 1. Journey Man 2. Hunting Song 3. Spirit Of The Forest 4. Pine Woods 5. Wooden Pints 6. Cottages And Saunas 7. Pellonpekko 8. Beer Beer


Aborted

ABORTED (B) 12.45 - 13.15 Uhr PS
Mit den belgischen ABORTED betrat eine Band die Pain Stage, die man auf deutschen Bühnen leider kaum zu Gesicht bekommt. Ein echter Leckerbissen für Freunde des ganz Extremen. Grindcore/Death-Metal vom allerfeinsten wurde hier geboten. Die hyperschnellen Blastbeat Orgien wurden von der Band immer wieder durch coole Grooves unterbrochen. Der Wechselgesang aus extrem tiefen Growls und fiesem Gekreische tat sein übriges. Einziger Wehrmutstropfen war wohl der etwas undifferenzierte Sound. Bisher die erste Band die unter derartigen Problemen zu leiden hatte. Den Anwesenden Nasen war das aber egal und vor der Bühne waren einige kreisende Matten zu entdecken.

Setlist: 1. Dead Wreckoning 2. Meticulous Invagination 3. Gestated Rabidity 4. Sanguine Verses (...of Extirpation) 5. The Inertia 6. The Saw & The Carnage Done 7. A Cold Logistic Slaughter 8. The Gangrenous Epitaph


Koroded

KORODED 13.20 - 13.50 Uhr MS
Die Langschläfer unter den Festivalbesuchern sollten sich Grün und Blau ärgern den Auftritt von KORODED verpasst zu haben. Die Band aus Düren, die sich bereits zum zweiten Mal die Ehre auf dem SUMMER BREEZE gab, rockte wie die Sau. Die zu Anfang eher zurückhaltenden Besucherreaktionen steigerten sich von Song zu Song bis am Ende überall im Publikum kopfnickende bzw. moshende Zuschauer zu beobachten waren. Kein Wunder, ist der moderne Metal Sound von KORODED doch extrem ansteckend. Die Band gab sich während der Show äußerst bewegungsfreudig und insbesondere Frontsympath Jan war wohl für die Fotografen ein schweres Ziel und blieb selten lange an einem Ort stehen. Höchstens vielleicht um den Anwesenden zwischen seinen heftigen Shouts mittels ohrwurmartigen Melodien eine Gänsehaut über den Rücken zu jagen. Neben Songs vom aktuellen Album "The Absurd Beauty Of Being Alone" gaben KORODED drei brandneue Songs zum Besten, die den Härtegrad deutlich nach oben schraubten und schon ordentlich Appetit auf das im Frühjahr erscheinende Album machten. Starke Show, starke Band.

Setlist: 1. Blowback 2. Unbreakable 3. Epigone 4. Modern Age 5. T.A.B.O.B.A. 6. Scaretrade 7. Crisis


Nocte Obducta

NOCTE OBDUCTA 13.55 - 14.30 Uhr PS
Mainz wie es singt und kracht! Einerseits zwar Schwarzmetall andererseits aber auch wieder nicht, denn die Band setzte dann doch den ein oder anderen genrefremden Akzent und sticht somit aus dem Einheitsbrei heraus. Da waren hier und da Doom-Einsprengsel zu vernehmen und auch die poetischen deutschen Texte sind nicht gerade charakteristisch für Black Metal. So war dann wohl das kurze Intro "Ich habe Eure Show und Eure Rituale satt..." durchaus als Statement zu verstehen. Hier war auch niemand geschminkt, es wurden Instrumente gespielt, die in dem Genre eher selten sind (Stratocaster-Gitarren usw,) und erfreulicherweise wurde das vom Publikum auch entsprechend honoriert. "Das ist ein ganz besonderer Tag!" - da kann man Sänger Torsten nur zustimmen!

Setlist: Intro 1. Anis 2. Galgendämmerung 3. Glückliche Kinder 4. Taverne 5. Es fließe Blut 6. Operation: Traumreise 7. Solange Euer Fleisch noch warm ist


Krisiun

KRISIUN (BRA) 14.35 - 15.10 Uhr MS
Geknüppel aus dem Sack war auf der Hauptbühne angesagt. Das erklärte Ziel des brasilianischen Trios muss wohl die totale Zerstörung des Festivalgeländes gewesen sein. Anders ist die Brachialität, welche die Jungs an den Tag legten, nicht zu erklären. Für Fans von amerikanisch geprägtem Death Metal dürfte KRISIUN ein echter Leckerbissen gewesen sein. In Punkto Geschwindigkeit war die Darbietung kaum zu toppen und auch die Energie, die von den wuchtigen Gitarren und dem markerschütternden Growls ausging, war fast schon beängstigend. Das wussten einige Moshwütige auch zu schätzen und ließen die Rübe kreisen. Überhaupt waren KRISIUN an diesem Tag die erste Band (neben den Frühstartern KORPIKLAANI), die sich über einen gesteigerten Publikumsandrang erfreuen durften.


Skindred

SKINDRED (UK) 15.15 - 15.50 Uhr PS
Die englische Modern Metal Formation um ex-DUBWAR Frontmann Benji lud Metal-Freunde mit Bock auf etwas Abwechslung zum fröhlichen Reigen. Stilistisch führte die Band ein explosives Gebräu aus Nu-Metal, Industrial, Crossover und Reggae auf. Fette Grooves wurden durch allerlei elektronische Klangspielereien und Samples ergänzt, mal schneller, mal flotter, mal heftig, mal melodisch. Dabei verbreitete die Band eine ausnehmend positive Stimmung. Besonders Benji war zu allerlei Scherzen aufgelegt. Immer wieder flogen zynische Bemerkungen wie "I´m the only real Black Metal", mit Verweis auf seine schwaze Hautfarbe. Auch wenn er das Publikum zum mitmachen bzw. mitschreien animierte, ließ er wirklich erst dann ab, wenn der Lautstärkepegel richtig war, da wurden dann schon auch mal Songs zwei, drei mal abgebrochen, bis dem Sänger die Reaktion euphorisch genug war. Die Band war technisch perfekt eingespielt. Eine Tatsache, die sicherlich von den 18 Monaten US-Tour herrührt, welche die Band gerade erst mit Bands wie SEVENDUST und KORN absolviert hatte. Ein interessanter Farbklecks und eine echte Bereicherung fürs Festival.

Setlist: 1. Babylon 2. Start first 3. Firing the Love 4. Set it off 5. Pressure 6. World Domination 7. Nobody 8. Bruises


Emil Bulls

EMIL BULLS 15.55 - 16.40 Uhr MS
Seit kurzem sind die Buam aus Minga (also die Herren aus München) live um eine Person geschrumpft, weil DJ Zamzoe sich entschlossen hat, die Band nur noch im Studio mit Sounds zu versorgen, live kommen die also mittlerweile vom Band - was aber in keinster Weise negativ auffiel. Erwartungsgemäß wurde nach dem coolen MANOWAR Intro ("High and mighty alone we are kings...") mit dem Opener des aktuellen Albums "Southern Comfort", dem Song "Revenge", gestartet. Und auch wenn die Bulls sich eher am äußeren Rand des SUMMER BREEZE-Spektrums bewegen, bewiesen sie, dass sie nicht umsonst streckenweise mit drei Gitarren arbeiten und mit ihrem Sound deutliche im Metal verwurzelt sind. Etwa in der Mitte ihres Sets geschah dann, was die seit einiger Zeit aufziehenden Wolken schon ahnen ließen: der Himmel öffnete seine Schleusen und es begann ordentlich zu gießen. Das störte das Publikum aber überhaupt nicht, es wurde im Gegenteil eher als willkommene Erfrischung begrüßt. Waren sie bei ihrem letzten Auftritt beim SUMMER BREEZE noch die einzige Band mit DJ, so waren sie heuer die einzige Band mit metallic-grünen Gitarren und einem senfgelben Bass! Wie gewohnt gaben sich die Jungs voll hin, flitzten über die Bühne und sprangen wie die Flummies. Und als Verbeugung an die alten Metal-Helden gabs einerseits die MEGADETH Cover-Version "Symphonies Of Destruction" und andererseits wurde der letzte Song - passenderweise "Leaving You With This" - mit dem "Damage Inc."-Anfang eingeleitet.

Setlist: Intro 1. Revenge 2. Mirror Me 3. Cocoon 4. Porcelain 5. Ignorance Is Bliss 6. Mongoose 7. Magnificent Lies 8. Symphony of Destruction 9. Leaving You With This


Norther

NORTHER (FIN) 16.45 - 17.25 Uhr PS
Der blonde Jüngling, der hier für den Gesang und eine der Gitarren zuständig war, dürfte wohl einigen bekannt vorgekommen sein. Er war nämlich auch im letzten Jahr schon beim BREEZE zu Gast, dort aber mit ENSIFERUM, wo er auch die Gitarre bedient. NORTHER haben sich von den zu Anfang ihrer Karriere allzu deutlichen CHILDREN OF BODOM-Parallelen emanzipiert und boten eine mitreißende Show. Los gings mit "Blackhearted" vom "Mirrors of Madness"-Album. Überwältigenden "Todeswalzen"-Passagen in bester SLAYER-Manier wie z.B. bei einem der Höhepunkte ihres Sets, "Hellhole", wurden oft epische Passagen mit ausufernden Gitarrensoli und Keyboardleads entgegengesetzt. Hier und da durfte es dann auch etwas vertrackter werden, die Drums verfielen immer wieder in heftige Double-Bass-Kanonaden und der Gesang changierte zwischen Shouts und Gekeife. Mit Ansagen a la "OK, wer von Euch hat heute einen heftigen Kater?" hatte der Sänger die Lacher auf seiner Seite und die anwesenden Ladies genossen offensichtlich nicht nur die Musik, sondern auch den Anblick der oberkörperfrei aufspielenden Gitarristen - wobei der Bassist mit seinem Punisher-Shirt auch Pluspunkte sammeln konnte.

Setlist: 1. Blackhearted 2. Deep Inside 3. Day O 4. Midnight Walker 5. Cry 6. Hellhole 7. You Don't know Shit 8. Unleash Hell 9. Death unlimited


Die Apokalyptischen Reiter

DIE APOKALYPTISCHEN REITER 17.30 - 18.15 Uhr MS
Für die Zuschauer mag der Bühnenaufbau anfangs etwas merkwürdig gewirkt haben. Der Schlagzeug- und der Keyboardriser jeweils am äußersten linken bzw. rechten Bühnenrand, daneben Aufsteller im Design der aktuellen CD "Samurai" und in der Mitte ein großes Loch. Im Lauf der Show wurde dann aber bald klar, warum der Platz im Zentrum der Bühne frei geblieben war: beim fünften Song "Wicht" wurde eine riesige Hüpfburg aufgeblasen, in der dann auch einige Fans herumturnen durften - die Weimarer sind eben immer für eine Überraschung gut. Spielten sie in den vorherigen Jahren stets auf der kleineren Pain Stage, haben sie sich wohl dieses Jahr gedacht, dass der viele Platz, der ihnen auf der Hauptbühne zur Verfügung steht, auch genutzt werden muss. Nach ca. zwei Dritteln der Spielzeit gingen die Jungs um Sänger Eumel von der Bühne, ließen sich von ihrem fanatischen Publikum aber schnell wieder zurückrufen und gaben eine frenetisch bejubelte "Dschingis Kahn"-Cover-Version zum Besten - die "He Reiter, Ho Reiter"-Passage drängt sich ja aber geradezu auf für die Band. Der stoische Keyboarder "Dr. Pest" trat heute, ganz im Gegensatz zu seinem sanften Wesen, in einer fiesen Sado-Maso-Maske mit langen Nieten und einer schweren Kette im Rücken auf, der Sänger war wie immer barfuss und mit weiten Hosen unterwegs und der Bassist trug eine feuerrote Hose - also auch optisch nicht in einer Ecke fest zu machen! Der Mischer der Band scheint großer Bass-Fan zu sein, denn der wurde doch von vielen als zu laut empfunden. Klar, dass in der kurzen Zeit nicht alle Hits gespielt werden konnten, aber gerade "Metal Will Never Die" haben doch viele schmerzlich vermisst!

Setlist: Intro 1. Seid willkommen 2. Wahnsinn 3. Iron Fist 4. Reitermania 5. Du kleiner Wicht 6. Komm 7. Die Sonne scheint 8. Drums 9. Sehnsucht-Schuhe 10. Unter der Asche 11. We will never die 12. Dschingis-Kahn 13. Vier Reiter stehen bereit 14. Terra nola


Behmoth

BEHEMOTH (PL) 18.20 - 19.05 Uhr PS
Nicht nur im hohen Norden, nein, auch in Polen gibt es düstere Orte. Aus einem solchen Ort stammen sicherlich BEHEMOTH. Die Black Metal Band der ersten Stunde kann inzwischen auf amtliche sieben Alben zurück blicken. Diese Tatsache spiegelt sich nicht zuletzt auch in dem mit enthusiastischen Fans gut gefüllten Vorraum der Pain Stage wieder. Auf der Bühne bot sich ein sehr grimmiges Bild, die vier Musiker, flankiert von coolen Aufstellern war in voller Kriegsmontur aufgelaufen. Fieses Corpse-Paint, schwarzes Leder, Spikes, War-Boots. Als stammten die Herren direkt aus der Hölle. Selbige entfachten sie dann auch musikalisch. Rasend schneller Black Metal angereichert mit majestätischen, deutlich MORBID ANGEL beeinflussten Midtempo-Parts. Technisch perfekt gespielt, aber dennoch alles andere als auf Hochglanz poliert, sonder derb, dreckig, klirrend kalt und vor allem bitterböse. Frontmann Nergal hatte die Meute voll im Griff und wies deutlich darauf hin, dass er mit seiner Band gekommen ist um das SUMMER BREEZE zu übernehmen. In den Augen der begeisterten Fans ist ihnen das sicherlich gelungen.

Setlist: 1. Sculpting the Throne of Seth 2. Demigod 3. Antichristian Phenomenon 4. From The Pagan Wastelands 5. Conquer All 6. Christians to the Lions 7. Decade of Therion 8. As Above 9. Chant For Eskaton


Dark Tranquility

DARK TRANQUILITY (SWE) 19.10 - 20.00 Uhr MS
Die schwedische Formation DARK TRANQUILITY war wohl eine der meisterwarteten Bands des Festivals. So hatten sich zahlreiche hungrige Fans vor der Main Stage eingefunden um den Vorreitern in Sachen Melodic Death Metal zu huldigen. Die Band gab sich demnach auch redlich Mühe, all ihre Hits in den 50 Minuten, die ihnen zur Verfügung standen, unterzubringen. Ein freilich unmögliches Unterfangen, so gab es also einen gesunden Querschnitt aus allen Schaffensphasen der Band. Vier der insgesamt elf Songs stammten vom neuen Album, der Rest war gut über die restlichen Alben verteilt. Insgesamt bestand der Set hauptsächlich aus dem härteren Material der Band, was natürlich im Fall von DARK TRANQUILITY dennoch zahlreiche Ohrwurm-Melodien beinhaltet. Die Band, und insbesondere Bassist Michael Nicklasson und Sänger Mikael Stanne, gaben sich überaus bewegungsfreudig und feuerten die Menge an. Diese wusste das mit frenetischem Beifall zu danken. An dieser Show hatte sowohl die Band als auch das Publikum großen Spaß.

Setlist: 1. The Treason Wall 2. Lost To Apathy 3. Smudged Lenses 4. White Noise Black Silence 5. The New Build 6. The Wonders At Your Feet 7. Monochromatic Stains 8. Punish My Heaven 9. Thereln 10. My Negation 11. Final Resistance


Atrocity

ATROCITY 20.05 - 20.50 Uhr PS
Nach einem orchestralen Intro betrat die Band die Bühne, die wohl den kürzesten Anfahrtsweg zum Festival gehabt haben dürfte - Ludwigsburg ist gerade mal eine gute Stunde entfernt. Gleich beim ersten, überraschend heftigen Song trippelte die Frau von Sänger Alex Krull auf die Bühne um mit ihrem Gesang im Hintergrund beizutragen - alleine das Laufen in den ultrahohen Stilettos war eine respektable Leistung, aber auch gesanglich war das sehr beeindruckend. Beim nächsten Song ging's dann schon etwas gemächlicher mit Mid-Tempo und eingängigem Refrain weiter. Mit Ansagen a la "Fuck God, Fuck Christ, Fuck Allah" trug Meister Krull dann Eulen nach Athen, aber es ging in dem Fall wohl eher um die Überleitung zum nächsten Song "The Gods of Nations". Auch visuell war die Band interessant anzusehen, am Mikroständer prangte ein großes Ornament im Design des Albumcovers, das auch als Backdrop im Hintergrund der Bühne hing. Die Musiker waren komplett in schwarz gekleidet, trugen fast kniehohe, schwere Lederstiefel und eine Art lederner Mini-Rock (metrosexuell?) über Hosen im gleichen Material. Der Drummer stellte mit seinem kompletten E-Drumkit eine Ausnahme in den drei Festivaltagen dar. Es folgte ein weiterer Song des aktuellen "Atlantis"-Albums wiederum mit zusätzlichem Gesang von Liv Kristine. Mit "The Great Commandement" (im Original von CAMOUFLAGE) vom ihrem bis dato erfolgreichsten Album "Werk 80" gings dann schon fast poppig weiter bevor es mit dem Titel Song vom "Blut"-Album sogar noch weiter in der Bandgeschichte zurückging. Ein souveräner Auftritt der Schwaben.

Setlist: Intro 1. Reich Of Phenomenon 2. Gods Of Nation 3. Enigma 4. The Great Commandment 5. B.L.U.T. 6. Apocalypse 7. Cold Black Days 8. Shout


Opeth

OPETH (SWE) 20.55 - 21.55 Uhr MS
Die geheimen Headliner des Tages waren die Schweden OPETH. Zu selten waren ihre Live-Auftritte in den letzten Jahren, während die Fanbase kontinuierlich angewachsen ist. Das war auch beim SUMMER BREEZE deutlich zu spüren. Die absolut eigenständige Fusion von Death-Metal mit Folk und psychedelischem Art-Rock, war zwar sicher nicht das richtige um wilde Moshpits ausbrechen zu lassen, jedoch absolut fesselnd. Entsprechend waren im Publikum einige offene Münder zu sehen. Die Band erschuf eine dichte Atmosphäre, der man sich nur schwer entziehen konnte und sie bestachen durch epische Arrangements, vertrackte Rhythmen, fesselnden Gesang, packende Melodien und absoluten Abwechslungsreichtum. Sehr cool kamen auch die schwarzhumorigen Ansagen von Sänger Mikael. OPETH schwebten in ihrem ganz eigenen Klangkosmos von dem wohl jeder verzaubert wurde, der sich die Zeit nahm, sich auf die Band einzulassen. In den 60 Minuten Spielzeit brachte es die Band gerade mal auf fünf Songs - was aber auch kein Wunder war bei den ausufernden Stücken. Mit "The Great Conjuration" gab's auch schon ein Stück vom demnächst erscheinenden neuen Album "Ghost Reveries". Ganz, ganz großes Kino.

Setlist: 1. Drapery Falls 2. Deliverance 3. To Rid The Desease 4. The Grand Conjuration 5. Demon Of The Fall


The Exploited

THE EXPLOITED (UK) 22.00 - 22.50 Uhr PS
Mit THE EXPLOITED aus dem vereinigten Königreich stand an diesem Freitagabend eine der wichtigsten Bands für Punk und auch Metal auf der Bühne. Die Band scheißt nun schon seit einigen Jahrzehnten auf das System und entfesselt noch immer eine Energie, die sich viele jüngere Bands nur wünschen können. Frontsau Wattie ist zwar schon etwas in die Jahre gekommen, lässt sich das jedoch in keinster Weise anmerken. Er spuckt nicht nur Gift und Galle sondern schneuzt sich auch immer mal wieder ganz Fussballer-like die Nase auf der Bühne durch. Wohl kaum eine andere Band schrabbt innerhalb 50 Minuten stolze 20 Songs runter. Die Setlist enthielt neben alten Klassikern auch Songs vom neuen Album. Natürlich fehlt auch der von den Fans vehement geforderte Hit "Beat The Bastards" nicht, auch heute noch immer ein Lehrstück in Sachen Power. Sehr cool war auch der metallische Bruderschlag der Punks mit DESTRUCTION Sänger Schmier, der bei "Fuck The System" als Gastsänger auf die Bühne kam. Weniger schön war hingegen wie Wattie während des Sets einen auf die Bühne gelangten Fan äußerst unsanft in den Bühnengraben beförderte. Mit dem Pitbull Wattie ist offensichtlich nicht zu spaßen, der junge Mann hatte in der Tat auch nichts auf der Bühne verloren, eine etwas sanftere Lösung des "Problems" wäre aber sicher angebracht gewesen, denn so sollte man seine Fans nun wahrlich nicht behandeln. Trotzdem ließen THE EXPLOITED keinen Zweifel daran, dass Punk auch 2005 in der Tat noch gefährlich sein kann. Punks not dead!!!

Setlist: 1. Lets start a War 2. Massacre 3. Dogs of War 4. Noiz Anoiz 5. UK 82 6. Chaos is my Life 7. Alternative 8. Dead Cities 9. Lie to you 10. Troops 11. Never sell out 12. Rival Leaders 13. Fuckin Bastards 14. Anarchy 15. Holidays 16. U.S.A. 17. Fuck the System 18. Beat the Bastards 19. Porno Slut 20. Army Life


In Extremo

IN EXTREMO 22.55 - 0.10 Uhr MS
Stammgäste kann man sie jetzt ja bald schon nennen und in der Tat gehören IN EXTREMO schon fast fest zum Festival, waren sie doch schon insgesamt drei Mal hier zu Gast. Und bei jedem Besuch haben sie mehr Bühnenaufbauten mitgebracht. Ganz souverän startete die Band mit einem ihrer größten Hits, "Erdbeermund", in ihr Set. Standards, wie der Galgen (der später dann in Flammen stand) fehlten natürlich auch in diesem Jahr nicht und auch sonst gab es viel fürs Auge. Denn wo andere Bands kleckern, wenn sie von Pyros und Feuer-Show sprechen, klotzen die Berliner - wenn schon, denn schon. So hatte der spezielle Techniker, der für diesen Teil der Show zuständig war, fast bei jedem Song ordentlich zu tun und kann mit Fug und Recht als Meister seines Fachs bezeichnet werden. Vor dem Schlagzeug waren über die Bühnenbreite vier Gaszylinder positioniert, die vom Techniker am Bühnenrand eingesetzt, ca. 3 Meter hohe Feuersäulen spuckten. Auch in Sachen Backdrop gab sich die Band nur mit dem Superlativ zufrieden und so hatten sie das definitiv größte Backdrop des diesjährigen BREEZE. Es erstreckte sich über die gesamte "Rückwand" der Bühne und war teilweise mit fluoreszierender Farbe bemalt, so dass das zentrale Bandlogo auch ohne Scheinwerfer gut zur Geltung kam. Bei so viel Show, kann es schon mal sein, daß etwas nicht funktioniert, so kam Sänger Das Letzte Einhorn beim Song "Wesserbronner" in einer Art Mönchskutte auf die Bühne aus deren großer Kapuze es leicht qualmte, die dann aber wohl den Dienst versagte, denn es kam zu keinerlei Showeffekt. Es war auch dieses Jahr wieder herrlich mitzuerleben, wie die Berliner die teilweise selbstgebauten mittelalterlichen Instrumente mit einer gehörigen Portion Metal zu ihrem Sound verschmolzen. Wunderbar auch wie "Vollmond" stimmungsvoll von einer Art Harfe eingeleitet wurde und in der Songmitte dann goldener Flitter langsam zu Boden schwebte. Später ging für ein Mädel aus der ersten Reihe dann wohl ein Traum in Erfüllung, der Sänger holte sie auf die Bühne und sang für sie die romantische Ballade "Gier". Beim letzten Song "Villeman" gabs dann noch mal vollen Pyroeinsatz un der Drummer spielte sogar mit brennenden Sticks und Becken. Lange Rede kurzer Sinn: zu Recht an Headlinerposition und wahrlich das Haus gerockt!

Setlist: 1. Erdbeermund 2. Hiamali Tempore 3. Krumma Visur 4. Omnia Sol 5. Horizont 6. Wesserbronner 7. Wind 8. Vollmond 9. Spielmannsfluch 10. Mein rasend Herz 11. Gier 12. Poc Vecem 13. Nur Ihr allein 14. Nymphenzeit 15. Spielmann 16. Villeman Og Magnhild


Wintersun

WINTERSUN (FIN) 00.15 - 01.00 Uhr PS
Schon in den Pausen von den davor spielenden IN EXTREMO machten die Fans klar, dass sie es kaum erwarten konnten, dass die Finnen endlich in ihr Set starten. Von seiner Ex-Band ENSIFERUM wurde Jari Mäenpää damals gefeuert, dass er mit seinen Fähigkeiten der Szene aber erhalten bleiben würde, war klar. So gründete er mit WINTERSUN also eine neue Band und erntete mit dem selbstbetitelten Debut-Album auch direkt viel Lob von Fans und Presse. Auf dem Album hat er außer dem Schlagzeug alles selbst gemacht, live hat er dann aber natürlich eine komplette Band hinter sich. Und unter den Begleitmusikern sorgte besonders der Schlagzeuger für Erstaunen. Es gibt ja viele Drummer, die schnelle und schwierige Parts spielen, in dieser Perfektion und Präzision sieht man das aber selten. Das musikalische Genie wurde also großzügig in den Reihen der Band verteilt und trotz hohem technischen Anspruch, schafften es die Finnen mühelos das Publikum zu begeistern. Los ging's wie beim Album mit "Beyond The Dark Sun" und für die Fans verging die Zeit und die sieben Songs auf der Setlist viel zu schnell. Da die Band pünktlich begonnen und ihr Set entsprechend geplant hatte, wurde im Gegensatz zum Vorabend bei ihnen auch nicht mitten im Song abgebrochen. Ein Outro beendete den Auftritt der Band und somit auch den Festival-Freitag.

Setlist: Intro 1. Beyond The Dark Sun 2. Battle Against Time 3. Sleeping Stars 4. Beautiful Death 5. Death And The Healing 6. Starchild 7. Winter Madness Outro


Samstag 20.08.2005

Barcode

BARCODE (DK) 11.00 - 11.30 Uhr MS
Frühsport mit BARCODE war am Samstagmorgen auf der Main Stage angesagt. Leider hatte sich nur ein recht überschaubares Grüppchen eingefunden. Den Dänen war das egal. Sie feuerten ihre Hardcore Kracher genauso enthusiastisch ab als ob der Platz vor der Bühne voll gewesen wäre. Die Band hatte sichtlich Spaß an der Show. Vor allem Gitarrist Jacob, den der eine oder andere auch als Sänger von HATESPHERE kennen dürfte, wich das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Einige Frühaufsteher konnte die Band dann auch zum Warmturnen bewegen. Kein Wunder, denn die Band hatte echt Hummeln im Arsch. Musikalisch wurde straighter Hardcore der älteren Schule, angereichert mit schmissigen Breakdowns, geboten. Zum Abschluss zollte die Band dann noch ein Tribut an den Metalgott in Form einer Coverversion von "Breaking The Law".

Setlist: 1. Shots Out 2. Rise To Dignity 3. In The Pit 4. Fanatics 5. Intolerance 6. Don Ron 7. Vcr4c40 8. Kreuzberg Hustlers 9. No Lust For Life 10. Showdown 11. Borsing 12. Supreme 13. Breaking The Law


Suidakra

SUIDAKRA 11.35 - 12.05 Uhr PS
Als SUIDAKRA ihre Show starteten hatten sich schon deutlich mehr Fans aus den Kojen gequält und der Platz vor der Pain Stage war für die frühe Uhrzeit überraschend gut gefüllt. Die von einer durchschnittlichen Black Metal Band zu einer recht vielseitigen und zeitgemäßen Metalband mutierte Kapelle spielte eine souveräne Show, die kaum wünsche offen lies. Technisch ohne Beanstandung arbeitet sich die Truppe durch ihre Setlist. Dabei fiel der Mut zur Veränderung positiv auf. Die neuen Songs glänzten durch abwechslungsreichen Gesang. Melodische Gesänge wechselten sich mit dem bösen Gekeife von Frontmann Arkadius ab und auch in der Gitarrenarbeit war eine coole schnell/langsam Dynamik auszumachen. Die Fans wussten dies auch zu würdigen und ließen sich gern dazu animieren die Hörnchen zu zeigen. Und das alles trotz Regen.

Setlist: 1. Darkane Times 2. Reap The Storm 3. Wartunes 4. Loch Loment 5. Pendragon's Fall 6. Gates Of Nevermore


Draconian

DRACONIAN (SWE) 12.10 - 12.40 Uhr MS
Trotz früher Stunde und immer mal wieder einsetzendem Regen waren schon erstaunlich viele Leute gekommen um die Schweden mit ihrem "Romantic" Doom nicht zu verpassen. Die schwermütigen Sounds passten auch sehr gut zum Wetter und bei Textzeilen wie "The Sun Will Never Rise Again" konnte es ja auch gar nicht besser werden... Den Gesang teilten sich hier eine der beiden Frauen in der Band, die für die klaren Gesangspassagen zuständig war, mit Anders Javobsson, der die raueren Parts beisteuerte. Trotz frischen Temperaturen erfreute die Sängerin das Volk mit einer erstaunlich luftigen Korsage. Bei den gemütlichen Songs kam im Publikum natürlich weder gesteigerter Bewegungsdrang noch Ekstase auf. Kaum zog das Tempo aber etwas an, gingen auch gleich die Hände nach oben. Also genau die richtige Band um langsam wach zu werden. Vier Songs in einer halben Stunde sprechen da auch eine deutliche Sprache, wobei der zweite Song "The Dying" quasi eine Premiere war, denn der war Nigelnagelneu.

Setlist: 1. Heaven Laid In Tears 2. The Dying 3. Daylight Misery 4. The Cry Of Silence


Enthroned

ENTHRONED (B) 12.45 - 13.15 Uhr PS
Für Black Metal Bands ist Regen und wolkenverhangener Himmel ja fast schon ein zusätzlicher Effekt. Die Belgier sind im Black Metal Zirkus ja schon alte Hasen und entsprechend viele Leute ließen es sich trotz des schlechten Wetters nicht nehmen, die Band anzuschauen. Auf der Bühne boten die grimmigen, voll in Corpse Paint und todschicker Leder-Spike Kombination ausstaffierten Belgier eine satte Kelle voll eiskaltem Schwarzmetall. Ohne Keyborad und ohne Frauenstimme, keine so populären Folk-Einflüsse, sondern einfach nur fieser, ursprünglicher Black Metal. Roh und direkt. Erinnerungen an die mächtigen IMMORTAL wurden hier und da wach. Egal ob bei durchgedrücktem Gaspedal oder messerscharfen Mid-Tempo Parts, die Band bot eine souveräne Show und Frontmann Lord Sabathan hatte die Meute im Griff. Wenn das die Christenfront, die Abtsgmünd unsicher machte, gewusst hätte...

Setlist: 1. Into A.M.S.G. 2. Deny The Holy Books Of Lies 3. The Ultimate Horde Fights 4. Vortex Of Confusion 5. Radiance Of Mordacity 6. Scared By Darkwinds 7. Hellgium Messiah 8. Outro


Lacrimas Profundere

LACRIMAS PROFUNDERE 13.20 - 13.50 Uhr MS
Mit einem Knalleffekt, also Pyroeffekt, starteten die Synth-Goth-Rocker aus dem benachbarten Schluchtenland in ihre halbe Stunde Spielzeit und wie als Strafe setzte kurz darauf heftigster Regen ein - wer da noch tapfer vor der Bühne verweilte, dürfte wahrlich Fan gewesen sein. Der äußerlich latent an Ville von H.I.M. erinnernde Fronter Christopher Schmid überraschte mit eigenwilligen Ansagen a la "Für die nächste halbe Stunde sind wir Eure beschissenen Sklaven!" oder "Der nächste Song ist für alle merkwürdigen Frauen!" und hatte im Gegensatz zu seiner ansonsten komplett schwarz gekleideten Mannschaft strahlend weiße Turnschuhe an. Ansonsten regierte solider Gothic Rock britischer Prägung.

Setlist: Intro 1. Black 2. Sarah Lou 3. Without 4. Amber Girl 5. For bad Times 6. One Hopes evening 7. Ave End


Endstille

ENDSTILLE 13.55 - 14.30 Uhr PS
ENTHRONED wurden auf der Pain Stage von ENDSTILLE abgelöst und irgendwie erlebte ich ein Deja Vu. Die Bands ähnelten sich in Punkto Style und Bühnenoutfit sehr. Wieder regierten die Kinder der Dunkelheit das SUMMER BREEZE. Lediglich die Besucherzahl war weiter nach oben geklettert und es war noch mehr Regen gefallen. Außerdem hatten bei ENDSTILLE nur zwei der Bandmitglieder die zünftige Bemalung aufgetragen. Trotzdem hatten sie das Publikum fest im Griff und bekamen die Hörnchen bereitwillig entgegengestreckt. Ihre Interpretation des Black Metals war dann doch sogar noch ein ganzes Stückchen ruppiger als die der Vorgänger. Wo bei ENTHRONED noch die eine oder andere Melodie hervorblitzte, mähten Endstille hasserfüllt diverse Köpfe ab. Auch den Musikern hat's offensichtlich gefallen, denn einer von ihnen stürzte sich nach der Show direkt in die Massen vor der Bühne.


Orphaned Land

ORPHANED LAND (IL) 14.35 - 15.10 Uhr MS
Israel dürfte nicht gerade das Land sein, aus dem einen spontan ein Sack voll Metal-Bands einfallen würde. Und so zählten sie auf jeden Fall zu den Exoten im Line-Up, was sich dann auch nicht nur auf das Herkunftsland beschränkte, sondern auch im arabisch anmutenden, knielangen Oberteil des Sängers und diversen orientalischen Elementen im Sound der Band präsent war. Das "Land" vor der Hauptbühne war dann auch in keinster Weise verwaist als die sechs Araber die Bühne enterten und sich mit "For those of you, who don't know: we are Orphaned Land and we come from Israel, Shalom!" vorstellten. Die epischen Songs, die die Fünfminuten-Grenze meist überschritten, kombinierten Einflüsse von Prog Bands wie Dream Theater mit ihrer arabischen Herkunft. Die hymnischen Refrains wurden von den Fans gerne mitgesungen und sogar die zweistimmigen Gesangspassagen wurden vom Sänger und Keyboarder sehr gekonnt vorgetragen. Ganz eindeutig einer der Überraschungen des Festivals!


Disbelief

DISBELIEF 15.15 - 15.50 Uhr PS
"Sind leider nur 35 Minuten, die wir Gas geben können, und das ist zu wenig, ist auch klar!" Da sprach er wahrlich vielen Leuten aus der Seele, denn auch wenn Jagger und seine Mannschaft schon mehrmals beim BREEZE zu Gast waren ist eine derartige Spielzeit sowohl für die Zuschauer, als auch für die Band nur wenig befriedigend. Die Band jammerte aber nicht länger, sondern besann sich auf ihre Stärken: Death Metal wie ihn in so sonst keiner spielt. Ist schon erstaunlich mit welcher Intensität, Hingabe und Emotionalität die Band sich live und auf CD verausgabt. Sänger Jagger ist dabei eindeutig der Fixpunkt, seine Mannschaft steht dabei aber wie ein Mann hinter ihm und besonders bei Drummer Kai ist es die reinste Augenweide, ihm beim Spielen zuzuschauen. Ansonsten war Dauerbangen auf und vor der Bühne angesagt und das abschließende "Rewind It All" war die Krönung eines großen Gigs.

Setlist: Intro 1. For God 2. Sick 3. God Master 4. To the Sky 5. Misery 6. Crawl 7. Rewind It All


Caliban

CALIBAN 15.55 - 16.40 Uhr MS
Mit CALIBAN wurde eine der derzeit angesagtesten Metalcore Bands auf das Publikum losgelassen. Und passend dazu verdichteten sich vor der Bühne wieder die HATEBREED- und natürlich auch die CALIBAN-T-Shirts. Sofort nach einem kurzen Intro brachen auch gleich die ersten Moshpits aus, denn CALIBAN knallten amtlich. Brutaler Metalcore mit fetten Grooves und scharfen Breakdowns. Da gab es ordentlich was zu moshen. Aber auch wer ein Faible für schöne Gesangsmelodien hat, wurde nicht enttäuscht. Den melodischen Gesang übernahm einer der Gitarristen, während Frontmann Andy die durch Mark und Bein gehenden Shouts besorgte. Letzterer hatte die Meute dann auch fest im Griff und so folgte sie ihm dann auch aufs Wort als er um eine "Wall Of Death" bat. Man kennt das ja, das Publikum teilt sich in zwei Hälften, steht sich gegenüber und sobald der Song beginnt, rennt jede Seite auf die jeweils andere los. So bekommt man einen satten Moshpit zusammen, was auch beim SUMMER BREEZE bestens geklappt hat. Auch den Aufforderungen zum Circle Pit kam das Publikum nur zu gerne nach. CALIBAN legten somit einen mehr als gelungenen Auftritt aufs Parkett und unterstrichen, ebenso wie ihre Kollegen BORN FROM PAIN, MAROON und BARCODE, dass Hardcore beim SUMMER BREEZE durchaus seine Daseinsberechtigung hat.

Setlist: 1. I´ve Sold Myself 2. Forsaken Horizon 3. Stigmata 4. Between The Worlds 5. My Little Secret 6. Beloved & The Hatred 7. Vicious Circle 8. The Revenge 9. Good Bye


The Vision Bleak

THE VISION BLEAK 16.45 - 17.25 Uhr PS
"The Deathship Has A New Captain" heißt das aktuelle zweite Album der Band und somit übernahmen sie souverän das Steuer auf der MS Pain Stage. OK, das klingt jetzt fast etwas nach RUNNING WILD und auch wenn THE VISION BLEAK wie Rock'n'Rolf und seine Mannen aus Deutschland sind, haben sie sonst, außer dass sie ähnliche Instrumente benutzen, keinerlei Gemeinsamkeiten. Hier regierte vierzig Minuten lang Gothic Rock in bester FIELDS OF THE NEPHILIM-Tradition. Genau wie bei denen gab's tiefe Gesänge, düstere Atmosphäre und Cowboy-Symbolik - die beiden Köpfe hinter THE VISION BLEAK trugen sogar auch Sporen auf der Bühne. Inspiration hin oder her, das war dem Volk vor der Bühne völlig egal, die feierten ihre Helden ab und waren natürlich alles andere als entzückt, als die Gothic-Show vorbei war und wieder die Hauptbühne mit SUCH A SURGE dran war.

Setlist: Intro 1. Secrecies in Darkness 2. Wolfmoon 3. Carpathia 4. Kutulu! 5. The grand Devilry 6. Deathship Symphony 7. The Lone night Rider


Such a Surge

SUCH A SURGE 17.30 - 18.15 Uhr MS
Das Gorilla-Backdrop prangte über dem Schlagzeug und schon stürmten die Crossover-Helden die Bühne um mit "Radiosong" für viele wohl überraschend heftig loszulegen. Vor etwa zehn Jahren waren die Braunschweiger neben Acts wie HEADCRASH und PHASE V eine unter vielen, mittlerweile sind sie quasi allein auf weiter Flur. So ist das eben mit Trends, wenn sie erst mal vorbei sind, trennt sich die Spreu vom Weizen und es bleibt nur übrig, was Substanz hat. Und wegen des miesen Wetters und ihres Sounds hatte die Band auch nicht gerade ideale Ausgangspositionen auf dem BREEZE. Der farbige Sänger und der Basser hatten sich wohl als Seitenhieb auf ihre Ausnahmeposition im Line-Up die Gesichter Black Metal-artig geschminkt. Und natürlich hatten sie ihre Setlist etwas auf das Publikum ausgerichtet und sich aufs gitarrenlastige Material beschränkt, ihr größter kommerzieller Erfolg "Jetzt ist gut" fehlte somit auch völlig. Die Band riss sich aber veritabel den Arsch auf und zog mit jedem Song mehr Leute auf ihre Seite und vor die Bühne und brachte sie auch dazu, mitzusingen (z.B. bei "Alles muss raus"). Und so gab es nach einer gewissen Phase des gegenseitigen Beschnupperns auch kein Halten mehr und die Zuschauer hatten einfach Spaß - da waren erstaunlich viele Leute mit Black Metal-Shirts im Mosh-Pit! Bei "Chaos" befand sich das Publikum denn auch im kollektiven Hüpf-Rausch, da war es dann auch egal, dass es regnete, wenn man erst mal nass war, kam es auch echt nicht mehr darauf an! Den Abschluss einer überzeugenden Show bildeten dann "Daredevil" vom Sideproject Pain In The Ass und die Bandhymne "Schatten".

Setlist: 1. Radiosong 2. OK 3. Ideale 4. Alles Muss Raus 5. Mein Weg 6. Chaos 7. Überfall 8. Ma Chair 9. Under Pressure 10. Dare Devil 11. Schatten


Symphorce

SYMPHORCE 18.20 - 19.05 Uhr PS
Bei der Show von SYMPHORCE teilten sich die Leute vor der Pain Stage wie einst wohl das rote Meer. Das hatte aber nichts mit Moses & Co. zu tun, es lag einfach daran, dass der viele Regen von Onkel Petrus zur Pfützenbildung geführt hatte und sich ein paar Enthemmte in den Schlamm warfen und mächtig rumspritzen; da hielten die spritzwasser-gefährdeten Umstehenden eben etwas Abstand. Was aber weder Andy B. Franck noch seine rockenden Mannen davon abhielt mit den zahlreichen Fans eine gute Zeit zu haben. Power Metal steht fett auf der Flagge der Band und sie verstehen es wahrlich meisterlich diesen Sound an den Mann zu bringen und gleichzeitig sämtliche Klischeeklippen, die das Genre so bietet, zu umschiffen. Größtes Kapital ist dabei Ausnahmesänger und Obersympath Andy, der sich mal wieder völlig aufrieb und alles gab. Mit "Nowhere" gab's gegen Ende des Sets dann sogar einen neuen Song aus dem Anfang September erscheinenden Album "Godspeed" und trotz des miesen Wetters gab's fast nur glückliche Gesichter im Publikum.

Setlist: Intro 1. Fallen 2. Whatever Hate 3. Tears 4. Cause of Laughter 5. Touched and infected 6. Two Seconds 7. Nowhere 8. Slowdown


Subway to Sally

SUBWAY TO SALLY 19.10 - 20.00 Uhr MS
Falls jemand nicht sicher gewesen sein sollte, wer jetzt auf der Hauptbühne an der Reihe war, so dürfte sich das beim Anblick des riesigen Logos, das über dem Schlagzeug prangte, erledigt haben. Rund herum strahlten mehrere Scheinwerfer und neben dem Drumkit fanden sich auch wieder die von früheren Auftritten bekannten Röhrenkonstruktionen vor denen die Podeste für Gitarrist und Bassist aufgebaut waren. Kaum waren Eric Fish und seine Combo auf der Bühne, vergaß das Publikum das schlechte Wetter und feierte mit der Band ein Fest. Bei "Schlacht" schmetterte das ganze Publikum (naja, fast) auf Zuruf einen mächtig lauten "Schlachtruf". Direkt danach gab's aus dem neuen Album "Nord Nord Ost" die erste Single "Sieben" - auch wenn der Sänger zunächst fälschlich "Mephisto" angesagt hatte... Als dann tatsächlich "Mephisto" an der Reihe war, gab's gegen Ende des Songs drei mächtige, meterlange Flammenzungen aus einer Art riesigen Armprothese, die ein Musiker sich übergestülpt hatte. Die Band glänzte durch immense Spielfreude, besonders der Basser dürfte nach der Show ob des Dauerbangens ordentlich Nackenschmerzen gehabt haben. Bei "Ohne Liebe" spuckte Eric dann noch Feuer und mit "Die Räuber" fand die SUBWAY-Show dann ihren furiosen Abschluss.

Setlist: 1. Veitstanz 2. Knochenschiff 3. Unsterblich 4. 2000 Meilen unter 5. Die Schlacht 6. Sieben 7. Mephisto 8. Henkersbraut 9. Sag dem Teufel 10. Ohne Liebe 11. Falscher Heiland 12. Die Räuber


End of Green

END OF GREEN 20.05 - 20.50 Uhr PS
Gibt es eine Band, die häufiger beim Summer Breeze auf der Bühne stand? Naja, ist an sich auch egal, aber END OF GREEN aus dem benachbarten Göppingen sind über die Jahre ihrer Entwicklung ähnlich gewachsen wie eben auch das Summer Breeze. Ihr fünftes Album "Dead End Dreaming" erscheint am Montag nach dem Festival und mit "Weakness" aus eben diesem Album starteten sie nach einem kurzen Intro auch furios in ihr Set. Und das kann man nur als einen Siegeszug bezeichnen, denn die Band hat es geschafft sich in den 45 zur Verfügung stehenden Minuten ideal zu präsentieren - wobei die Auswahl der Songs sicher nicht einfach war, denn ansonsten geht die Band selten unter zwei Stunden auf die Bühne. Die Gothrocker spielten sich in einen wahren Rausch und sogen die Begeisterung, die von der Menge zurückkam, förmlich auf um sie sofort wieder in Bewegungs-Energie zu verbrennen. Jeder der fünf gab sich völlig hin und besonders Sänger Michael Huber aka Michelle Darkness sang mit vorher nie gehörter Perfektion, teilweise sogar anspruchsvollere Gesangslinien als von den Alben bekannt. Ihr Auftritt verging wie im Flug und keine andere Band bekam in den drei Tagen derart laut und energisch skandierte "End-of-Green-Zu-ga-be"-Rufe. Gitarrist Michael Setzer wurde nach der Show sogar vom Publikum auf Händen über die vorderen Reihen getragen und die gesamte Band war mehr als gerührt von derart euphorischen Reaktionen - a night to remember!

Setlist: Intro 1. Weakness 2. Motor 3. Evergreen 4. Dead End Hero 5. Demons 6. Tragedy Insane 7. Death In Veins 8. Highway 69 9. Everywhere 10. Drink Myself To Sleep


J.B.O.

J.B.O. 20.55 - 21.55 Uhr MS
Wenn SKINDRED ein Farbklecks fürs Festival waren, dann waren J.B.O. der Farbeimer. Da Camouflage-Klamotten heutzutage wieder trendy sind, haben sich die Franken auch gleich komplett in Camouflage-Bühnenoutfits gezwängt. Natürlich komplett in der Bandfarbe rosa. Passte auch gut zu den übergroßen aufgeblasenen Band-Initialen auf der Bühne. Los geht der wohl lustigste Auftritt des Festivals mit "Verteidiger des Blödsinns", was die Marschrichtung der nächsten Stunde festlegte. Das Publikum bekam auch gleich zwei Bälle zum spielen und die Party war angezettelt. Die Band verwurstete allerhand populäre Songs, verpasste ihnen derbe deutsche Texte und bereitete sie metalgerecht auf. Dass die Jungs ihre Hausaufgaben in Sachen Metal gemacht hatten, belegte die Band indem die beiden Gitarristen und Sänger sich ein Duell aus Songfragmenten einiger Metalklassiker (u.a. "South Of Heaven" und "Seek & Destroy") lieferten. Pavarotti höchstpersönlich wurde zum Duett ("Roots") auf die Bühne gebeten. Das Festivalphantom "Helga" wurde herbeigerufen, die Zeile "The Roof is on Fire" aus dem BLOODHOUND GANG Erfolgssong "Fire, Water Burn" wurde zu "Der Ruf ist im Eimer" umgetextet und in bester BACKSTREET BOYS Manier wurde lautstark "Wir Ham Ne Party" skandiert. Natürlich durfte auch der Hit "Ein Guter Tag zum sterben" nicht fehlen. Zwischen den Songs gab es immer wieder kleine, fast Stand-Up-Comedy-reife Einlagen der beiden Frontblödler. Dem Publikum hat die Show offensichtlich gefallen und es wurde mitgefeiert was das Zeug hielt. Gelungenes Kontrastprogramm zum Black Metal am Mittag.

Setlist: Intro 1. Verteidiger des Blödsinns 2. Bolle 3. Gesangsmedley 4. Ein bisschen Frieden 5. Roots 6. Glaubensbekenntnis 7. Wir ham ne Party 8. Arschloch und Spaß dabei 9. Gänseblümchen 10. Ein guter Tag zu sterben 11. Ein Fest


Tristania

TRISTANIA (NOR) 22.00 - 22.50 Uhr PS
Gleich drei Stimmen fuhren die Norweger TRISTANIA auf, als sie ihren knapp einstündigen Auftritt auf der Pain Stage antraten. Als Gegengewicht zum Mann fürs Keifen, der sich mit schwarzen Handschuhen, einer schwarz gefärbten Irobürste und ins Haar gefärbten, tribalartigen Mustern an der Seite des Kopfes um die heftigen Gesangspassagen kümmerte, trat ein blond gelockert Sänger und die Frontfrau Vibeke Sten für die melodische Gesänge an. Immer wenn Vibeke in ihrem wunderschönen schwarzen und tief dekolletierten Kleid für ihre opernartigen Gesänge auf der Bühne war, lief die Band zur Höchstform auf und legte sich voll ins Zeug während sich die Sängerin theatralisch zu den Songs bewegte. Ihr atmosphärisch dichter Sound wurde mit allerlei Keyboard- und Sample-Elementen (z.B. gregorianischen Gesängen) verbreitert und über die acht gespielten Songs zeigte die skandinavische Band viele Facetten ihrer Songwriterkunst und wurde vom Publikum verdientermaßen abgefeiert.

Setlist: 1. Libre 2. Worl Of Glass 3. Beyond The Veil 4. The Wretched 5. A Sequel Of Decay 6. Circus 7. Angellore 8. Angina


Lacuna Coil

LACUNA COIL (I) 22.55 - 00.10 Uhr MS
Kurz vor 23 Uhr erloschen die Lichter auf der Hauptbühne und es erklang das zweitcoolste Intro des Festivals: die Erkennungsmelodie aus Francis Ford Coppolas "Der Pate" - was passender ja auch kaum hätte sein können, schließlich kommen die Mannen um die zierliche Cristina Scabbia aus dem Land der "La Familia". Bei der fiel im Gegensatz zu ihrem letzten Auftritt beim SUMMER BREEZE 2001, das deutlich verbesserte Englisch auf. Der große Erfolg in den Vereinigten Staaten und die damit verbundenen Touren (u.a. Ozzfest) haben da deutliche Spuren hinterlassen. Mit "Swamped" und ordentlich Bewegungsdrang stieg die Band in ihr Set ein und trug als weitere Parallele zu "Der Pate" schwarze Hemden mit "The Gothfathers"-Aufdruck, natürlich mit Ausnahme der Sängerin. "It's been a shitty day, but who cares?" bemerkte die sympathische Sängerin in Hinblick auf das Wetter, das sich dann auch etwas zurückhielt und dem Publikum die Möglichkeit gab, die letzte Band auf der Hauptbühne ohne allzu große Schauer zu genießen. Die Gitarristen kreuzten dank Sendersystemen und ohne hindernde Kabel permanent über die Bühne und auch der bezopfte Bassist war alles andere als untätig. Sehr beeindruckend auch immer die Passagen, in der die Band inklusive Sängerin und Sänger synchron auf einer Linie im New Metal-Style bangten. Die Combo hat über die Jahre zu einer charakteristischen Mischung aus modernen Rhythmus-Riffs und Midtempo-Gothic-Parts gefunden, die durch den Wechselgesang zwischen Cristina Scabbia und ihrem männlichen Gegenpart Andrea Ferro vollends unverwechselbar wird. Die beiden bemühten sich auch redlich darum das Publikum zwischen und während den Songs aus der Reserve zu locken, Begeisterungsstürme im Ausmaß des Wikinger-Siegeszugs von AMON AMARTH oder des Mittelalter-Festes mit IN EXTREMO der Vortage, waren ihnen aber nicht vergönnt. Etwa in der Mitte ihres Auftritts boten die Mailänder dann sogar einen Ausblick aufs kommende Album und gaben schon mal den Song "A2" zum besten, der von den Fans auch sehr freundlich aufgenommen wurde - ob der Titel nun beibehalten wird, war der Sängerin selbst noch nicht klar, man wird also sehen, ob's nur ein Arbeitstitel war. Als Kontrast zu diesem brandneuen Song gab's im Anschluß in Form von "No Need to explain" einen eher betagten Song von der ersten EP. Umjubelter Abschluss war dann "Heaven's A Lie".

Setlist: Intro 1.Swamped 2. Self Deception 3. Entwined 4. 1.19 5. Senzafine 6. Halflife 7. Humane 8. A2 9. No Need To Explain 10. To Live Is To Hide 11. Tight Rope 12. When A Dead Man Walks 13. Daylight Dancer 14. Heaven's A Lie


Pain

PAIN (SWE) 00.15 - 01.00 Uhr PS
Wie auch schon 2002 markierten PAIN auf der gleichnamigen Stage den Abschluss des Festivals. Wer es nicht schon vorher wusste, dem war spätestens beim Beginn der Show klar, dass sich da einiges getan hat bei der schwedischen Combo um Workaholic Peter Tägtgren. Denn links und rechts neben ihm rockten neuerdings zwei Ladies. Das hatte offenbar nicht nur optische Gründe, denn wenn mancherorts auch immer noch gerne über "Frauen und Technik" gelästert wird, so genügte schon ein Blick auf die Bassistin um diese These Lügen zu strafen: die spielte nämlich einen Sechssaiter! Wobei es beim (im Gegensatz zu seiner anderen Band HYPOCRISY) "poppigen" Projekt PAIN ja weniger um technische Spielereien geht, als viel mehr um eingängigste Melodien zu treibenden Beats - natürlich mit dem entsprechenden Pfund bratziger Gitarren - die ideale Band also um nach drei anstrengenden und ereignisreichen Tagen das Publikum noch ein letztes Mal aus der Reserve zu locken. Eine leichte Übung für Peter & Co.. Vor einem Backdrop im gleichen Blau, wie das Cover der aktuellen CD "Dancing With The Dead" zeigte die Band viel Spielfreude und schüttelte locker einen Hit nach dem anderen aus dem Ärmel - da hatte selbst der Wettergott erneut Erbarmen und ließ den Regen aussetzen bzw. nur in erträglicher Form als Nieseln auftreten, so wurde das Schlauchboot, das nach den ersten Songs plötzlich über die Zuschauer tanzte, auch gar nicht gebraucht. Nicht gebraucht wurden auch Gitarren- bzw. Bassboxen, denn die Band ging mit ihren Instrumenten quasi direkt ins Mischpult. Höhepunkte der Show, waren "Dancing With The Dead" und "Same Old Song" vom aktuellen Album sowie die Zugabe "Suicide Machine". Die Show begeisterte nicht nur die Zuschauer vor der Bühne, sondern u.a. auch Cristina Scabbia von LACUNA COIL, die sich fast den ganzen Auftritt neben diversen Musikern und Journalisten vom Bühnenrand aus ansah.

Setlist: Intro 1. Super Sonic 2. End Of The Line 3. Dancing With The Dead 4. Eleanor 5. Greed 6. Bye Dye 7. It's Only Them 8. Shut Your Mouth 9. Same Old Song 10. On And On 11. Suicide Machine


Das Festivalgelände
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