Rückblick 2008

Mittwoch 13.08.2008

Bloodwork

16.00 (PZ) BLOODWORK
Den Reigen auf der Newcomerstage eröffneten um Schlag 16 Uhr die Blutarbeiter aus Paderborn. Und der vermeintlich undankbare Posten als Opener, war in keinster Weise ein Nachteil für den schlagkräftigen Fünfer. Sänger David Hambach hatte sogar schon beim Soundcheck Erfolg beim Motivieren der Massen im Partyzelt und das Volk reckte willig die Hände in die Luft. Ob's nun an den Massen pünktlich angereister Fans lag, oder daran, dass die Leute einfach heiss darauf waren, dass es endlich losgeht, die Band und ihr deftiger Sound wurde jedenfalls mit offenen Armen empfangen. Der Opener „Demonic“ war mit massig Durchschlagkraft und viel durchgeklopfter Snare auch schlau gewählt und es herrschte gleich ordentlich Bewegung im Volk. Vor kurzem war die Band schon auf einem anderen großen Festival zu Gast und ihr Album wurde offensichtlich auch nicht aus Versehen zum „Demo des Monats“ im Metal Hammer gewählt – die Herren auf der Bühne wussten was sie taten, Drummer Moritz Menke hatte sogar extra eine Sonnebrille auf um sich gegen das viele Sonnenlicht im Zelt zu schützen, hüstel. Ein großes Plus der Band, ist die Zweiteilung in Sachen Gesang: Fronter David besorgte die derben Shouts während der mit der Lead-Gitarre bewehrte Nikko Schaffranek für astreine melodische Backing Vocals sorgte – andere Bands wären froh, wenn sie einen Sänger mit derartigen Fähigkeiten an Bord hätten. Auch stilistisch widmeten sie sich nicht rein dem Metalcore, sondern navigierten auch mal in benachbarte Gefilde, der neue Song „Deadlocked“ beispielsweise war streckenweise fast schon Power Metal-verdächtig. Ein Auftritt, der nichts zu wünschen übrig ließ, starke Band.


A dead Lament

16.35 (PZ) A DEAD LAMENT
Mit einem Filmsample leitete die nächste Band ihren Auftritt ein. Und nicht nur stilistisch war schnell klar, dass das in eine andere Richtung gehen würde als der Opener, auch optisch war das offensichtlich. Mit Samira Dahl hatten sie offensichtlich eine Frau am Mikro, die mit ihrer roten Hose schon mal für eine Bereicherung des Farbspektrums sorgte. Stilistisch sind sie schwer auf einen Nenner festzunageln, Metalcore trifft auf Hardcore und auch Elemente des Rocks der 70er und 80er. Die entfesselte Performance der Lady mit viel Gestik und freudigem Herumspringen stand gelegentlich etwas im Kontrast zur Mucke ihrer Mitstreiter. Einer der Gitarristen hatte einen coolen „Geisterjäger“-Aufkleber im John Sinclair-Style auf dem Instrument und sorgte zusammen mit der Sängerin auch noch für die ein oder andere zweistimmige Passage. Das Publikum hatte aber offensichtlich so seine Probleme mit der Mixtur, denn die Reihen hatten sich im Gelegensatz zu BLOODWORK doch deutlich gelichtet.


Black thoughts bleeding

17.10 (PZ) BLACK THOUGHTS BLEEDING
Bei den Jungs war es ob der schwierigen Anreisesituation bis kurz vor der Show noch gar nicht sicher, ob sie es vollzählig auf die Bühne schaffen würden, aber das hat dann noch rechtzeitig geklappt. Die Dürener stiegen mit einem ruhigen Intro in ihr Set ein, machten dann aber schnell ein fettes Metalcore-Fass auf – wobei das Core hier eigentlich groß geschrieben werden müsste, denn da war neben viel Gekeife auch ne Menge klassisches Hardcoreshouting am Start. Ein Hingucker war hier auf jeden Fall Gitarrist Markus, der mit seinen arschlangen Dreadlocks und dem geschmackssicheren Kylesa-Shirt neben Fronter Dominik Szelinski im Fokus stand. Coolerweise würzten sie den angesagten Metalcore-Sound mit der ein oder anderen Überraschung, so stiegen sie einmal ziemlich in die Eisen und bremsten fast auf Doom-Geschwindigkeit runter und an anderer Stelle flochten sie ein paar Deftones-Styles ein. Dank dem modernen Sound war auch das Publikum wieder ins Zelt zurückgekehrt und feierte mit der Band einen soliden Auftritt. Aufmerksamen Besuchern dürfte aufgefallen sein, dass der Mann hinterm Schlagzeug nicht zum ersten Mal beim Breeze aufgespielt hat, mit seiner Ex-Band Koroded war er vor ein paar Jahren auf er Hauptbühne zu erleben.


Dargolf Metzgore

17.45 (PZ) DARGOLF METZGORE
Auch die Schwaben stiegen mit einem Film-Sample als Intro ein und zündeten in der Folge ein regelrechtes Feuerwerk von einer Show. Man merkte deutlich, dass viele Leute extra wegen der Band schon so früh auf dem Platz waren und so pushten sich Band und Publikum gegenseitig zu Höchstleistungen. Vom Sound her boten sie ein derbes Death Metal-Brett mit fiesen Growls und gelegentlichen leichten Tendenzen in Richtung Metalcore. Immer wieder war die Band synchron am Bangen und das Publikum formierte sich zum seither größten Pit des Festivals. Auch der Humor kam nicht zu kurz, als seine Mucker in eine überraschend ruhig-melodische Passage einbogen, zückte der Sänger doch prompt grinsend sein entflammtes Feuerzeug und schwenkte es über seinem Kopf. Hoch gepokert, aber verdient gepunktet wurde auch mit der vor dem Song „Horsecock In Tiny Mouth“ geforderten Mitsingaktion, die dann während des Songs prompt eindrucksvoll vom Volk immer mit „That’s What I’m Talking ’bout!“ beantwortet wurde. Die Band wurde nach der Show mit frenetischen Zugabe-Rufen verabschiedet, bedankte sich artig und hoffte auf ein Wiedersehen am nächsten Tag.


My Elegy

18.20 (PZ) MY ELEGY
Stilistisch beackerten die Bands in diesem Jahr fast durchweg mehr oder weniger den populären Metalcore-Acker und da bildeten auch MY ELEGY (leider) keine Ausnahme. Auch sie nutzen ihre Zeit und stiegen energisch ein, der Sänger servierte derbe Shouts und Growls und wurde gelegentlich von Bassist Chrisoph Becker mit melodischen Gesangspassagen unterstützt. Die meiste Zeit regierte präzises Gebolze im Hochgeschwindgkeits-Sektor, das zusätzlich durch den ein oder anderen Stampfpart und die obligatorischen Breakdowns ergänzt wurde. Spielerisch war das schön tight und die Gitarristen bewiesen zudem Mut zur Farbe, einer erschien fast komplett in weiss und der andere trug ein leuchtend grünes Shirt. Die Größe der Bühne nutzte die Band erst gegen Ende des Auftritts und stand trotz kabellosen Systemen meist in der Nähe der Monitorboxen; Aktivposten war hier also ganz klar der Sänger. Ein recht melodischer Track gegen Ende ihres Sets erinnerte stark an Killswitch Engage und da wurden dann auch prompt synchron die Instrumente geschwenkt. Solide Show, mit der die Band sich gut präsentierte.


Fuck your shadow from behind

18.55 (PZ) FUCK YOUR SHADOW FROM BEHIND
Was nun folgte war zunächst mal rein optisch und auch bedingt akustisch eine Herausforderung. Ein recht bunter Haufen Jungspunde enterte die Bühne und verwandelte diese in kürzester Zeit in ein Inferno aus wuselnden, hüpfenden und schreienden Menschen, die in der Summe FUCK YOUR SHADOW FROM BEHIND ergeben. Die Band hatte gleich zwei Sänger, wobei die an sich kaum Unterschiede im Gesangsstil aufwiesen (gebrüllt bzw. gekreischt haben sie beide und ab und an erklangen sogar Pigsqueals), allerdings waren sie äußerlich sehr unterschiedlich, der eine mit „schweren Knochen“, also eher rundlich und der andere fast schon dürr, dafür mit Tattoos zutapezierten Unteramen. Ihre Texte waren wohl deutsch, verstanden dürfte sie aber wohl keiner haben. Die Band hängte sich so was von ins Zeug, man hatte den Eindruck, dass da auf der Bühne eine adrenalinverseuchte Wagenladung Flummis herumschoss. So sprang der Funke auch augenblicklich auf die vorderen Reihen über, was den schlanken Sänger gegen Ende des Openers dann direkt zu einem kleinen Bad in der begeisterten Menge veranlasste. Spielerisch fiel vor allem der Schlagzeuger auf, der ohne mit der Wimper zu zucken ganz souverän derbst schnelle Snaresalven abfeuerte. Fans von THE BLACK DAHLIA MURDER kamen jedenfalls voll auf ihre Kosten, leichten Abzug gabs in der B-Note für den Basser und die hässlichsten Shorts seit langem.

Nach einer entsprechenden Beratungszeit hat sich die Jury aus u.a. dem Stagemanager der Party Zelt Stage, Redakteuren von Metal Hammer, Rockalarm, Metal.de, Helldriver und Mitarbeitern der Label Metal Blade und Nuclear Blast für den Sieger des Newcomer Stage Contest 08 entschieden. Das Ergebnis verkündete dann END OF GREEN-Sänger Michelle Darkness, der ebenfalls der Jury angehörte. Im ohnehin stark besetzten Teilnehmerfeld hatten FUCK YOUR SHADOW FROM BEHIND die Nase nach dem Auszählen der Stimmen die entscheidende Länge vorne und „müssen“ somit das Festival am morgigen Donnerstag auf der Main Stage eröffnen!


Anima

20.00 (PZ) ANIMA
Das Zelt war etwas über die Hälfte gefüllt, als die 2005 gegründeten Thüringer ANIMA, welche Anfang des Jahres von Metal Blade Records unter Vertrag genommen wurden, noch recht zurückhaltend die Bühne betraten. Wie auch die Bandmitglieder (alle wischen 16 und 19 Jahre alt) zeigte sich das Publikum noch recht jung... und begeisterungsfähig. Ihre modernen, starken Deathcore-Hymnen trafen genau den Nerv der Fans, kein Wunder bei den dargebotenen Monster-Grooves, flinken Brachial-Beats und fetten Breakdowns. Zeigten sich ANIMA zu Beginn noch etwas hüftsteif, ließen sie sich schnell von den ersten kleinen Moshpits im Publikum anstecken. Und spätestens, als die lautstark von den Fans geforderte Wall Of Death fabriziert wurde, gab es kein Halten mehr. Die engagiert wirkende Band präsentierte sich in absolut tighter Form und zeigte sich auch optisch als eingeschworene Einheit. Mit ihren erfrischenden, melodischen Leads hoben sich ANIMA wohltuend vom derzeit im Trend liegenden Metalcore-Einerlei ab. Und trotz aller Harmonien sind die Thüringer einfach nur extrem und brutal. Von dieser Band wird man in Zukunft noch viel hören!


Lay down rotten

20.55 (PZ) LAY DOWN ROTTEN
LAY DOWN ROTTEN, das ist Brachial-Gewalt in direkter, ungekünstelter und dabei doch irgendwie harmonischer Form. Das Zelt war inzwischen auch prall gefüllt, als Deutschlands Death Metal-Hoffnung zum Tanz lud. Verglichen mit den zuvor aufspielenden ANIMA ging es nun doch nochmals einen ganzen Zacken flotter zur Sache. Passend zum sowieso recht traditionellen Todesblei zeigte sich der kultige Snare-Sound Marke Blechtrommel. Auf und vor der Bühne war die Hölle los, die Band war äußerst bewegungsfreudig und wirkte wie eine optimal aufeinander eingespielte Einheit. Ernsthaft, es gibt wohl derzeit nur wenige Bands dieses Metiers im nationalen Vergleich, welche es mit der Präzision und Durchschlagskraft von LAY DOWN ROTTEN auch nur annähernd aufnehmen können. Hier zeigt sich dann einfach die jahrelange Erfahrung. Souverän wurde eine melodische und zugleich brutale Death Metal-Walze nach der anderen gezockt, während die Menge nur noch aus wild bangenden Fans zu bestehen schien. Die Frage hätte Sänger Jost da eigentlich nicht stellen brauchen, ob das Publikum mit der Band sei, hunderte in die Luft gestreckte Pommesgabeln und entsprechend laute Rufe waren die passende und auch zu erwartende Antwort. Und als im Anschluss dann das CARCASS-Cover „Heartwork“ runtergeholzt wird, steht das ganze Zelt Kopf. Einen Ausblick auf ihr nächstes Album geben LAY DOWN ROTTEN mit „House Of Insanity“, welches zuerst langsam und sehr harmonisch beginnt, in der Folge zieht das Tempo dann aber stark an. Das einprägsame Stück besitzt einen sehr hohen Melodieanteil mit vielen Leads und könnte in ähnlicher Form auch von BOLT THROWER stammen. Dass die Band augenscheinlich viel Spaß auf der Bühne hatte, war offensichtlich, so wurde beispielsweise auch das bekannte „Doug And Carrie“-Motiv aus der Serie „King Of Queens“ angespielt. Kultig!


22.00 (PZ) THE ROTTED
Nochmals extremer ging es mit den Insulanern THE ROTTED weiter, bei welchen die Freunde der gepflegten Gewalttätigkeit und Rüpelhaftigkeit voll auf ihre Kosten kamen. Wutentbrannt, aggressiv und höllisch in Fahrt präsentierten sich Prügelknaben mit ihrer wilden Mischung aus Grind, Death Metal, Black Metal, Punk und Hardcore. Quasi aus nahezu jedem Extremgenre zieht diese Band mittlerweile etwas und vermischt dieses zu einem eigenständigen Mix, wobei auch die melodische Komponente nicht zu kurz kommt. Allen voran Sänger Ben, an diesem Abend mit Hut, wirbelte wie ein Derwisch über die Bühne. Auch die restliche Mannschaft zeigte viel Spielfreude, wozu sicherlich auch der tobende Mob in den ersten Reihen beigetragen haben dürfte. Namensänderung hin oder her, THE ROTTED sind und bleiben nicht nur in jeglicher Hinsicht extrem, sondern Live auch einfach eine Bank. Wer sie verpasst hat, kann sich im September auf der Tour davon gerne überzeugen.

Hail of Bullets

23.05 (PZ) HAIL OF BULLETS
Trotzdem die holländischen HAIL OF BULLETS ihr Debut „Of Frost And War“ gerade mal Mitte Mai in die Läden gestellt haben, handelt es sich hier in keinster Weise um Neulinge in der Szene. Eher im Gegenteil! Das Lineup besteht durch die Bank aus verdienten Haudegen der europäischen Death Metal-Szene, allen voran der ehemalige PESTILENCE- und ASPHYX-Sänger Martin van Drunen. Nicht nur das proppenvolle Zelt, auch die Band hatte wohl offensichtlich gesteigerten Bock loszulegen, denn es wurde sogar vor der ursprünglich angesetzten Zeit losgelegt. Kurz vor 23 Uhr startete das Intro und es folgte eine Lehrstunde in Sachen Old School Metal. Man könnte ja meinen, dass in dem Genre längst alles gesagt ist, aber es lässt sich offensichtlich auch aus bekannten Zutaten eine mehr als schmackhafte Vollbedienung zubereiten. Mit einer aufs beste eingespielten Band, deren Rückgrat ganz klar der übersouveräne GOREFEST-Drummer Ed Warby war, führte van Drunen in perfektem Deutsch durch die Show. Die Band löste das auf CD gegebene Versprechen locker auch live ein. Und man muss schon fast sagen, dass das Publikum ihnen regelrecht aus der Hand frass, und das obwohl die Band keinerlei Schnickschnack (Kostümierungen, Schockeffekte) einsetzte, nicht mal ein Backdrop hatten die dabei! Mit „Ordered Eastward“ ging die überzeugende Show dann leider schon zu Ende.


Born from Pain

00.15 (PZ) BORN FROM PAIN
Die Niederländer von HAIL OF BULLETS gaben den Staffelstab direkt an ihre Landsleute von BORN FROM PAIN weiter, die ihre Show von Onkel Jack Sparrow, bzw. der Musik von „Fluch der Karibik“ einläuten ließen bevor sie mit dem programmatischen „Relentless“ loslegten. Trotzdem es stilistisch deutlich anders zur Sache ging, stieg das Publikum ebenso euphorisch auf den Hardcore-infizierten Metal-Sound der Band ein und es bildeten sich direkt erste Pits. Mit „Here Lies Civilization“ legten sie einen älteren Song vom „Sands Of Time“-Album nach, der von der Meute aber ebenso begeistert aufgenommen wurde. Im Publikum ging es deutlich heftiger zur Sache, als bei der vorigen Band, was aber einfach daran liegt, dass Hardcorefans ihrer Begeisterung anders ausdrücken als der durchschnittliche Death Metal-Fan. Der großgewachsene Sänger Rob Franssen tigerte permanent über die Bühne und betonte immer wieder, dass es an sich egal ist, ob man nun Death Metal-, Hardcore- oder was auch immer-Fan sei, sie spielen extreme Musik zu der bitte alle abgehen und Spaß haben sollen. Mit „Crusader“, das mit einer expliziten Anti-Kriegs-Ansage eingeleitet wurde, folgte einer der Höhepunkte der Show, der mitreißende Song verfehlte seine Wirkung nicht und trieb die Massen zu Höchstleistungen. Stichwort Höchstleistung: wenn Headbangen Olympische Disziplin wäre, dann hätten die Mucker trotz kurzer bzw. gar keiner Haare eindeutig nach Peking gehört um Edelmetall für die Niederlande einzusacken! Und auch die Grabensecurity wurde ordentlich gefordert und war permanent dabei Leute von der Menge zu fischen, die es sich auch nicht nehmen liess unaufgefordert eine stattliche Wall Of Death zu zelebrieren. Mit „State Of Mind“ gabs sogar einen Ausblick aufs nächste Album. BORN FROM PAIN sind live einfach eine Macht!


Fleshcrawl

01.20 (PZ) FLESHCRAWL
Als Rausschmeißer für den ersten Tag fungierten dann die Süddeutschen „Fleischkrauler“. Wobei das Volk immer noch bestens aufgelegt war und sich keineswegs rausschmeißen lassen wollte, sondern standhaft derben Death Metal verlangte, den die schwedischsten Schwaben auch gerne servierten. Ohne jegliche Vorwarnung in Form eines einleitenden Intros starteten sie die Attacke und entschieden sich so quasi für die Blitzkrieg-Methode. Trotz fortgeschrittener Stunde aktivierten die Zuschauer noch mal die letzten Kraftreserven und feierten Tracks wie „As Blood Rains From The Sky“ und „Made Of Flesh“ begeistert ab. Auch die Crowdsurfer hatten wohl noch lange nicht genug und so wurde es auch im Graben nicht langweilig. Die Band liess die imposante Haarpracht kreisen und sorgte mit einer eher im Mid-Tempobereich angesiedelten Nummer wie „Into The Fire Of Hell“ auch für etwas Kontrast zum sonst vorherrschenden Hochgeschwindigkeits-Material. Der Ersatzdrummer Thomas (u.a. Karkadan) schlug sich souverän und es dürfte wohl kaum jemand aufgefallen sein, dass die Band nicht im üblichen Lineup angetreten war. Danach war dann erst mal Schluss und für die meisten wohl auch Zeit für den Schönheitsschlaf um ein paar Stunden später auch pünktlich zu FUCK YOUR SHADOW FROM BEHIND vor der Hauptbühne zu stehen.


Donnerstag 14.08.2008

Fuck your shadow from behind

13.00 (MS) FUCK YOUR SHADOW FROM BEHIND
Überpünktlich, also bereits um 12.55 Uhr, wurde der siegreiche Sixpack vom Vorabend auf die Main Stage losgelassen. Die Würzburger nutzen sofort die ganze Fläche der Hauptbühne, als wären sich nichts anderes als riesige Bühnen gewohnt. Und im Verhältnis zum Bekanntheitsgrad der Band, hatte sich da durchaus schon eine beachtliche Meute interessierter Zuschauer eingefunden. Ein paar der Anwesenden hätten ob der brachialen Begrüßung wohl fast ihr Frühstück in den falschen Hals bekommen, denn dass dieser bunt-chaotische Haufen Jugendlicher derartig fies loslegen würde, war nun wirklich nicht abzusehen. Völlig Herr der Situation und mit kaum Respekt vor den Dimensionen von Bühne und Publikum entfesselten sie souverän wie tags zuvor im Zelt ein derartiges Brett, dass es doch gleich beim zweiten Song schon den ersten Circle Pit des Tages gab. Die beiden Sänger brüllten und keiften sich die Stimmbänder aus den Hälsen und zur Feier des Tages hatte sogar der einzig langhaarige in der Band sogar seine Haare offen und flitzte dank kabellosem System mit seiner Gitarre wie ein Irrer über die Bühne – seine Kollegen waren da durch die störenden Kabel etwas limitiert. Zu „Verse der Freiheit“ gabs dann sogar eine ansehnliche Wall Of Death und muss den Herren attestieren, dass sie die Openerrolle wirklich mehr als beachtlich gemeistert haben.


All ends

13.25 (PS) ALL ENDS
Während vorne bereits das atmosphärische Intro lief, formierten sich ALL ENDS hinter der Bühne und zelebrierten ihr ganz eigenes Ritual vor der Show. Sowas machen ja viele Bands, aber die wenigsten Bands auf dem Summer Breeze würden wohl vor ihrem Auftritt Bon Jovi-Hits anstimmen... Somit war auch klar, dass die Band trotzdem sie aus Göteborg kommt, kein typischer Vertreter der Stadt ist. Zunächst mal fallen die beiden Ladies an den Mikros auf, die ganz klar im Mittelpunkt der Performance standen und denen die schwarzgewandeten Musiker kompetent zuarbeiteten. Hier wird zwar nicht das Rad neu erfunden, aber die Band hat eindeutig ein Händchen für eingängige, oft und gerne zweistimmige Gesangspassagen in Verbindung mit knackigen Riffs und viel Groove. Anhand des fetten Gelotte-Tattoos auf dem Rücken einer der Sängerinnen, musste man auch nicht lange grübeln, welche der Fronterinnen denn nun die Schwester vom IN FLAMES-Gitarristen ist. Nach anfangs eher reserviertem Empfang des bereits zahlreich anwesenden Publikums, spielte sich die Band zusehends warm und gewann immer größere Teile der Zuschauer für sich. Beim balladesken „Just A Friend“ klatschten dann die ersten Reihen sogar fast komplett mit. ALL ENDS schoben smart ihr eingängigstes Material hinterher und beendete mit dem Titelsong ihrer Debut-EP „Wasting Life“ eine gelungene Show, die ihnen einige neue Fans beschert haben dürfte. Das Debut gibts dann ab September zu kaufen.


Emil Bulls

14.00 (MS) EMIL BULLS
Kaum eine der fürs Festival bekannt gegeben Bands wurde im Vorfeld derart kontrovers diskutiert wie die fünf Bajuwaren. Ein paar der Nörgler hatten da die Rechnung aber definitiv ohne den Wirt gemacht, denn erstens hatten die EMIL BULLS bereits mehrfach ihre Breezetauglichkeit unter Beweis gestellt und zweitens hat sich bei ihnen in den letzten Jahren so einiges getan. Z.B. ging der langjährige DJ von Bord und wurde erst gar nicht ersetzt und das aktuelle Album „The Black Path“ zeigt die Band von einer wesentlich härteren Seite, ohne aber gleichzeitig die charakteristischen eingängigen Gesangspassagen von Sänger Christ zu vernachlässigen. Und genau dieses Album wurde zunächst auch ausgiebig präsentiert nachdem die Band wohl zum kultigsten Intro des bisherigen Festivals die Bühne geentert hatte: MANOWARs „Kings Of Metal“. Es folgten also vier Songs des aktuellen Albums, bei denen die Band fast nonstop am Bangen und über die Bühne wetzen war. Trotz kurzer Spielzeit hatten sie sich für eine Coverversion entschieden und überraschten das Volk mit ihrer überzeugend vorgetragenen Version des Megadeth-Klassikers „Symphony Of Destruction“. Es folgte der wohl bekannteste Song der Combo, nämlich „Smells Like Rock’N’Roll“ von ihrem Debut. Band und Publikum hatten sichtlich Spaß aneinander und somit war auch der dritte Besuch der Band auf dem Breeze ein voller Erfolg.


Aborted

14.40 (PS) ABORTED
Nicht nur die Sonne knallte ganz ordentlich vom Himmel auf die Massen vor der Bühne herab, auch die belgischen Prügelknaben ABORTED gaben alles, um mit ihrem brachialen Klanggewitter den Fans ordentlich einzuheizen. Brutaler Death Metal mit technischer Raffinesse kann so herrlich sein. ABORTED wissen einfach, wie man die Menge spielend leicht für sich gewinnen kann. Wieselflinke Blasts, wuchtig-groovende Moshparts, Stakkato-Riffing und frickelige Soli vom Feinsten, gepaart mit dem brutalen Organ von Svencho. Die Zeiten des oberbrutalsten Geprügels sind zwar spätestens seit „Strychnine.213“ vorbei, aber dennoch sind ABORTED immer noch eine sehr extreme Band, was sich auch auf dem Summer Breeze wieder eindrucksvoll bestätigte. Die Belgier präsentierten sich von ihrer stärksten Seite, allen voran Sänger Svencho sprang wie von der Tarantel gestochen über die Bühne und hüpfte über die gesamte Spielzeit auf und ab - der gute Mann scheint Knochen aus Gummi zu haben. Aber auch seine Bandkollegen standen ihm in Sachen Bewegungsdrang kaum nach, ohne dass ihr ultratightes Zusammenspiel auch nur ansatzweise darunter litt. Selbstredend, dass bei der Wall Of Death die Hölle los war. Das war Krieg!


Saltatio Mortis

15.20 (MS) SALTATIO MORTIS
Den Chartknackern SALTATIO MORTIS viel es nicht schwer gleich zu Anfang ihres Auftritts eine riesige Menschenmenge vor der Main Stage zu versammeln; was in Anbetracht der noch relativ frühen Zeit wirklich beachtlich war. Als die Spielleute die Bühne betraten, wurden sie bereits von tausenden klatschenden Händen erwartungsvoll empfangen. Egal was die Barden auch darbrachten, die Fans fraßen ihnen aus der Hand. Die Ordner in den Gräben hatten alle Hände voll zu tun, da im Minutentakt neue Crowdsurfer angeflogen kamen. Die Menge sang Lieder wie bspw. „Promoetheus“, „Varulfen“ oder „Spielmannsschwur“ lautstark mit, was SALTATIO MORTIS sicherlich zusätzlich kickte. Zumindest ließ sich Sänger Alea der Bescheidene zu der Feststellung hinreißen, dass das Summer Breeze Publikum viel geiler als das Publikum von vor einigen Wochen in Wacken war – was ja an sich nichts Neues war. Und dem können wir an dieser Stelle eigentlich nichts mehr hinzufügen. Selbst nachdem SALTATIO MORTIS die Bühne wieder verlassen hatten und von der Pain Stage die ersten Töne von GRAVEWORM erklangen, standen noch mehrere Mittelalterfans beisammen und stimmten „Ohohoho“-Chöre auf ihre Spielleute an.


Apophis

16.00 (PZ) APOPHIS
Das Zelt wurde am Donnerstag erst um 16 Uhr musikalisch erweckt, dafür dann umso heftiger. Für die ausgefallenen BLOOD RED THRONE rückten kuzfristig das Aalener Death Metal Urgestein APOPHIS auf. Die Band wurde von der kurzfristigen Berufung wohl selbst überrascht, denn sie rückte statt zwei mit nur einem Gitarristen an. Der zweite Gitarrist war verhindert und so lief die Band wohl zum ersten Mal in ihrer langjährigen Geschichte mit nur einer Gitarre auf. Was zunächst etwas ungewohnt und seltsam erschien, gewann zunehmend, denn so erschien das Material in ganz anderem Licht. Die Gitarre wurde somit bei Solopassagen nur vom Bassfundament getragen. Für Bewegung sorgte hauptsächlich Fronter Bernd, während sich die Jungs an seiner Seite aufs Bangen verlegten und souverän ihre Parts zockten. Ansagen wie „Dieses Stück ist wie das Festival, ein Exzess!“ bewiesen, dass die Band nicht zum ersten Mal dabei war! Und auch die anfangs lichten Reihen im Zelt füllten sich zusehends, so dass die Band mit dem abschließenden „The End Of The Path“ auch vor angemessener Kulisse aufspielte.


Graveworm

16.10 (PS) GRAVEWORM
Auf der Pain Stage gings nun gleich weitaus düsterer weiter, denn die Südtiroler GRAVEWORM scharten alle Freunde der Dunkelheit bei helllichtem Sonnenschein um sich, um eine dreiviertel Stunde gemeinsam ordentlich abzufeiern. Ihre Mischung aus solidem, melodischem Black und Gothic Metal mit fetten Riffs und ordentlichem Keyboard-Einsatz brachten sie in gewohnt starker, souveräner Form dar. Die wie immer bestens aufgelegte Band hat es einfach im Griff, ihre mitreißenden Bombast-Hymnen, zwischen eingängig stampfend und schneller Raserei, kraftvoll auf der Bühne umzusetzen. Für ausgelassene Stimmung war also bestens gesorgt, und mit ihren eingängigen Songs wie „Hateful Design“, „Bloodwork“, „The Day I Die“ oder „Suicide Code“ kann ja eigentlich auch nichts mehr schiefgehen. Lediglich die Wall Of Death wirkte hier ein wenig deplaziert, aber man ist ja offen für Neues, und das Summer Breeze Publikum ja sowieso.


Drone

17.00 (PZ) DRONE
Und nachdem BORN FROM PAIN tags zuvor schon mit der Filmmusik von „Fluch der Karibik“ in ihr Set gestartet waren, entschieden sich auch Drone aus Zelle für dieses Stück. Sie übernahmen aber das Motiv des Intros und spielten es selbst kurz weiter, bevor sie dann ihren ersten Song ins Zelt zimmerten. Im Allgemeinen wird die Band ja gerne mal als deutsche Version von Machine Head abgetan, Originalität hin oder her, von der Stagepräsenz und –action des Vierer können sich Rob Flynn & Co. auf jeden Fall mal ne Scheibe abschneiden, denn die Band legte sich wirklich voll ins Zeug. Die oft mehrstimmigen Vocals kamen zwar nicht immer ganz sauber aus den Boxen, hier zählte aber definitiv der Gesamteindruck und der war definitiv ein nach oben gereckter Daumen bzw. ein gereckter Zeige- und Kleiner Finger! Nachdem die Band erst einen Tag vorher das Studio verlassen hatt, wo sie ihr zweites Album geschmiedet hat, war es auch nicht verwunderlich, dass mit „This Is Africa“ ein brandneuer Song im Set landete. Der kam beim Volk trotz Unkenntnis sehr gut an. Und auch die Aktion einen Song mit dem selbstgespielten Anfang der Rocky-Hymne „Eye Of The Tiger“ einzuleiten war definitiv ne coole Idee. Eine der ersten Überraschungen des diesjährigen Festivals!


Soilwork

17.00 (MS) SOILWORK
Der Auftritt von SOILWORK begann mit einem coolen Intro. Eine tiefe Stimme fragte „Are You Ready?“, was vom zahlreich anwesenden Publikum natürlich mit einem einstimmigen „YEAH!!“ beantwortet wurde. Augenzwinkernd wurde die Band weiterhin als die Wikinger aus Schweden angekündigt. Die „Vikings“ fegten dann auch gleich mit dem Opener ihres neuen Albums los und hatten das Publikum vom ersten Ton an fest im Griff. Insbesonders Frontmann Björn Strid peitscht die Menge immer wieder zu Höchstleistungen an, was in dem einen oder anderem Hörnchenmeer, Klatschorgien und zu guter letzt einer riesigen Wall Of Death gipfelte. Die Darbietung der Band war absolut professionell. Die Gitarrenarbeit der beiden Gitarristen sorgte in den ersten Reihen für offene Münder und Bassist Ola Flink sorgte mit seinen, nennen wir es untypischen, Verrenkungen für das ein oder andere Lächeln. Die Songauswahl klammerte zwar die ersten beiden Alben aus, ließ aber ansonsten keine Wünsche offen. Der Schwerpunkt lag auf neuerem Material, aber auch alle anderen Erfolgsplatten der Schweden kamen zum Zuge.


The Wildhearts

17.55 (PS) THE WILDHEARTS
In England feierten die Punk´n Roller THE WILDHEARTS bereits seit Jahren Charterfolge und sind als feste Größe etabliert. In Deutschland ist die Truppe jedoch noch weitestgehend unbekannt. Das spiegelte sich dann auch in dem im Vergleich zu GRAVEWORM doch recht passiven und etwas lichterem Publikum wieder. Die Anwesenden und Eingeweihten feierten die Band aber umso mehr ab und klebten Sänger Ginger förmlich an den Lippen. Geboten wurde feinster Rock´n Roll mit Punk-Rock Attitüde und jede Menge kreativer Einschübe. Mit den Briten war zudem auch der erste Iro des Festivals auf der Bühne vertreten. Die Band gab sich sehr bewegungsfreudig und zog in Sachen Posing nahezu alle Register. Die Songs der Band sind so eingängig, dass man sie selbst als mit dem Material unvertrauter schnell mitträllern konnte. Eine echte Überraschung gelang der Band mit dem Cover des Helmet Klassikers „Unsung“, den man auch auf ihrem jüngst veröffentlichten Coverversionen-Album „XY“ findet. Jeder der den Auftritt gesehen hatte, fühlte sich entweder an gute alte Zeiten erinnert oder sollte mit dem Rock´n Roll Virus infiziert worden sein. Jedenfalls war nach der Show vielen Zuschauern ein breite Grinsen ins Gesicht gezimmert.


Negura Bunget

18.00 (PZ) NEGURA BUNGET
Die Rumänen von NEGURA BUNGET bestehen regulär an sich nur aus drei Mitgliedern. Für die Show auf dem Summer Breeze wurde die Truppe jedoch mit drei weiteren Musikern zur vollen Bandstärke aufgeblasen. Der Name der Band bedeutet übersetzt aus dem Rumänischen etwa so viel wie „nebliger Wald“ und sie konnten in den 30 Minuten Spielzeit gerade mal vier Songs unterbringen. Geboten wurde extrem düsterer Black Metal, der zwar deutlich als solcher zu identifizieren war, aber sich auch ebenso deutlich von der Spielweise der norwegischen Genrebrüder unterschied. So definierte die Band kurzerhand den Begriff Drum´n Bass neu indem sie im Song „Norilor“ die Gitarren beiseite legte, ein weiteres Bandmitglied hervor zauberten und sich mit Trommeln und anderen Schlaginstrumenten bewaffnet an ihr schwarzes Werk machten. Lediglich mit Keyboards, Percussions und Bass sorgte die Band für eine beklemmend düstere Atmosphäre, die den Anwesenden einen Schauder nach dem nächsten über den Rücken jagte.


Arch Enemy

18.45 (MS) ARCH ENEMY
Auf ARCH ENEMY hatten viele Festivalbesucher sehnlichst gewartet. Entsprechend groß war der Andrang vor der Hauptbühne. Frontfrau Angela Gossow röhrte zur Begrüßung ein tiefes „Hello Summer Breeze“ ins Mikro. Im Anschluss gab es einen Best-of-Querschnitt aus den letzten drei Alben. Es wurden massig Hits, wie etwa „We Will Rise“, „Nemesis“ oder „Revolution Begins“ in die hungrige Meute gefeuert. Angela Gossow war in ihrem hautengen schwarzen Outfit natürlich auch optisch ein echter Hingucker. Die reichlich dämlichen, aber wohl leider unvermeidbaren „Ausziehen“ Rufe aus dem Publikum konterte sie recht geschickt indem sie kurz ihren Bauch aufblitzen ließ und klar machte, dass sie keine Bierwampe vor sich her schiebt wie die meisten der Rufenden und außerdem Sängerin in einer Metal Band sei und keine Stripperin – touché Madame! Gossow, die ja gebürtige Deutsche ist, freute sich sichtlich darüber ihre Ansagen mal wieder auf Deutsch machen zu können, was sie durch die vielen Touren im Ausland gar nicht mehr gewohnt sei. Aber auch der Rest der Band gab eine ebenso gute Figur ab. Die Finger des Brüderpaars Michael und Christopher Amott flitzten wie besessen über die Griffbretter und die Rhythmusgruppe lieferte dazu die massive Grundlage. Das Publikum dankte es der Band mit entsprechend heftigen Reaktionen.


Kissin Dynamite

19.00 (PZ) KISSIN DYNAMITE
KISSIN DYNAMITE aus dem Schwabenland sind echte Nachwuchs-Jungrocker, die offensichtlich trotzdem schon sehr früh und ganz genau wissen, wie man sich auf der Bühne präsentieren muss. Die Jungs dürften die Volljährigkeit allesamt noch nicht erreicht, oder nur knapp überschritten haben, ihre Wurzeln liegen aber deutlich im Hard-Rock / Sleazerock der 80er Jahre. Mit toupierten Haaren und im entsprechenden Outfit rockten die fünf Jungs los was das Zeug hält. Eingängige Songs mit Hitpotential, wie sie auch von Bands wie Mötley Crüe oder Guns´n Roses hätten stammen können, wurden in die Menge abgefeuert. Diese war zwar recht überschaubar, dafür war sie aber ununterbrochen am feiern. Insbesondere die zahlreichen Mädels, allesamt nicht viel jünger als die Musiker selbst, klebten dem Sänger nonstop an den Lippen. Einen besonderen Gastauftritt gab es in Form eines maskierten und als Frau verkleideten Mannes. Doch auch die Band selbst hat das Posen gelernt und zeigte den Fans kompetent, wie das nun schon seit den 80ern gemacht wird - kein Klischee wurde ausgelassen. Wenn die Jungs so amtlich weiter rocken, dürfte das Zelt beim nächsten Mal deutlich besser gefüllt sein!


Behemoth

19.50 (PS) BEHEMOTH
Die Polen BEHEMOTH haben sich innerhalb der letzten Jahre zweifelsohne zu einer DER ersten und wichtigsten Adressen in Sachen Extrem Metal gemausert, was sich nicht nur an den äußerst hochwertigen Veröffentlichungen zeigt, sondern sich auch in den überaus mitreißenden Auftritten manifestiert. Und so präsentierten sich die düster geschminkten Mannen um Frontkämpfer Nergal auf dem Summer Breeze in absoluter Topform. In bestechender Präzision wurden Stücke wie „Slaves Shall Serve“, „At The Left Hand Ov God“ oder „The Apostasy“ erhaben, ja eigentlich schon majestätisch ins Publikum geschmettert. Ernsthaft, BEHEMOTH sind live mittlerweile so mächtig wie MORBID ANGEL in ihren besten Tagen, und das will was heißen! Die stets zwischen Black und Death Metal pendelnden, facettenreichen Hymen der technisch versierten Polen verfehlten zu keinem Zeitpunkt ihre Wirkung. Vor allem das überragende Schlagzeugspiel von Meister Inferno dürfte für reihenweise offene Münder gesorgt haben. Bei „Chant For Eschaton“ kam dann noch die Maske von Nergal zum Einsatz, welche den okkulten Ansatz der Gruppe bildhaft unterstrich.


Ahab

20.00 (PT) AHAB
Im Zelt war es schon richtig dunkel, als AHAB zur besten Tagesschau-Zeit die Bühne betraten, doch bereits nach den ersten düsteren Klängen ihres apokalyptischen Funeral Dooms schien die totale Finsternis über das Auditorium hereinzubrechen. Massive Riffs, minimalistische, kaum wahrnehmbare Melodien, wuchtiges Schlagzeugspiel und abgrundtiefe Growls in Verbindung mit beschwörendem Klargesang vermischten sich zu einer tristen, depressiven und monumentalen Klangwand voll düster-fataler Atmosphäre. AHAB zelebrierten jede einzelne Note ihrer überlangen Stücke ausgiebig, das war so zäh wie Honig, nur statt süß eben eher herb und bitter. Überraschend positiv reagierten die zahlreichen Fans auf die doch recht speziellen Sounds, der Band fegte aber nach jedem Klagelied ein frenetischer Jubelsturm entgegen. So wurde das Publikum musikalisch erst in einen tiefen, dunklen Abgrund gestürzt, nur um wenig später in der Seele geheilt wieder aufzusteigen.


Paradise Lost

20.45 (MS) PARADISE LOST
Nun wurde es Zeit, dass das verlorene Paradies wieder zum Summer Breeze zurückkehrte, um wahrlich düstere Melancholie fern jeglichem Kitsches zu zelebrieren. Wie bereits auf der laufenden Tour bildete das kraftvolle „The Enemy“, die Singleauskopplung des aktuellen Albums „In Requiem“, den Einstieg, mit welchem die Briten das Publikum von Anfang an fest im Griff hatten. Routiniert und souverän boten PARADISE LOST das gewohnte Bild, wie man die Band eben einfach schon seit zig Jahren auf der Bühne kennt. Sänger Nick Holmes unterstrich die gesungen Worte mit dezenten Gesten, die beiden Gitarristen bangten wie wild und schüttelten sich dabei diese unnachahmlichen Riffs aus den Ärmeln, während Bassist Edmondson irgendwie etwas hüftsteif wirkte. Unter anderem wurden von der erfahrenen Band „Never For The Damned“, „No Celebration“, „Erased“, „Pity The Sadness“, „Enchantment“, „Requiem“ und „Say Just Words“ gespielt. Höhepunkt war sicherlich der überraschend frühzeitig im Auftritt platzierte Evergreen „As I Die“ und spätestens hier gab es dann auch keinerlei Halten mehr. Der mitreißende Auftritt war dann aber leider viel zu schnell wieder zu Ende, vor allem ohne dass auch nur ein einziger Song vom genrestiftenden „Gothik“-Album gespielt wurde. PARADISE LOST unterstrichen mit ihrem hochkarätigem Repertoire wieder einmal eindrucksvoll, weshalb sie zu den absoluten Vorreitern und Pionieren der Szene gehören.


Diablo Swing Orchester

21.00 (PZ) DIABLO SWING ORCHESTRA
Nachdem AHAB das Zelt in tiefste Dunkelheit gehüllt hatten, lag es am DIABLO SWING ORCHESTRA, das Ganze wieder etwas aufzuhellen. Die Teufel luden zum Tanze, und zahlreiche Fans folgten nur allzu willig der Einladung. Von Anfang an sorgten die Schweden mit ihrem abgedrehten Rock/Metal mit Soprangesang, welcher selbst Brillengläser zum platzen bringt, swingenden Bläsern und Cello für ausgelassene Partystimmung. Einen stärkeren Kontrast zur kurz vorher herrschenden Atmosphäre kann man sich eigentlich kaum vorstellen. Hier wurden verschiedenste Einflüsse wie Jazz, mexikanische Musik, Rock, Elektronik, Klassik, Metal und Oper miteinander zu einer absolut verrückten Mischung miteinander verwoben. Dabei zeigten sich die Songs durchgehend gut arrangiert. Über die gesamte Spielzeit herrschte sowohl vor als auch auf der Bühne eine ausgelassene Stimmung und somit wurde die Mission der Band aufs feinste erfüllt.


Primordial

21.50 (PS) PRIMORDIAL
Die über dem Bassturm drapierte Irlandfahne, das mystische Intro und das Backdrop mit dem stilisierten Hirschkopf machten auch dem letzten noch klar, dass eine der großen Ausnahmebands des Festivals an den Start ging. Nicht nur in Anbetracht des Andrangs vor der Pain Stage war ganz klar, dass hier der erste Headliner des Tages antrat. Hochmotiviert startete die komplett in schlichtes schwarz gewandete Band mit „Empire Falls“ in ihr Set, und vom ersten Ton an war das Volk bereit jeder Aufforderung vom charismatischen Fronter Alan A. Nemtheanga zu folgen. So wurde also direkt zu Anfang gleich lauthals mitgesungen und geklatscht. Dirigent, Anheizer und optischer Mittelpunkt der Show war ganz klar der Fronter, sein Kopf war komplett schwarz-weiss geschminkt allerdings nicht auf die typische Black Metal-Art, sondern eher im Stil eines dramatischen Theatermimen. Entsprechende Gesten unterstrichen seine Aktionen zusätzlich und auch gesanglich ging er voll in seiner Rolle auf und zeigte sich sehr leidenschaftlich. Er war auch oft vor dem Drumriser anzutreffen, wo er den etwas angeschlagenen Drummer anwies. Die Setlist brachte es trotz 50 Minuten Spielzeit gerade mal auf sechs Einträge, bei den ausladend-epischen Hymnen der Band aber auch kein Wunder, und manche Songs wurden an diesem Abend sogar besonders lange zelebriert. Die Hälfte der Tracks wurde dann auch vom aktuellen „To The Nameless Dead“-Album rekrutiert und unter ihnen avancierte „As Rome Burns“ zum absoluten Höhepunkt der Show. Danach gabs dann noch „The Coffin Ships“ vom 2005er „The Gathering Wilderness“ und „Heathen Tribes“ bevor Schluss war. Nach dem eigentlichen Ende der Show richtete der Fronter noch das Wort ans Publikum, bedankte sich und liess das staunende Volk wissen, dass die heutige Show fast abgesagt worden wäre. Drummer Simon O'Laoghaire hatte wohl nicht bedacht, dass man mache Medikamente besser nicht mit Alkohol mischen sollte und war nur dank des medizinischen Teams rechtzeitig zur Show wieder halbwegs einsatzfähig.


Onslaught

22.00 (PZ) ONSLAUGHT
Schon Stephen King wusste: manchmal kommen sie wieder. Das britische Thrash Metal-Flaggschiff wurde vor 25 Jahren in Bristol gegründet. In Sachen wegweisende europäische Thrash Bands der 80er Jahre sind sie auf jeden Fall weit vorne mit dabei und Alben wie „Power From Hell“, „The Force“ und vor allem „In Search Of Sanity“ waren Genremeilensteine. 1991 lösten sie sich dann auf und ca. 15 Jahre später meldeten sie sich dann zurück und legten mit „Killing Peace“ auch gleich ein starkes Album nach. Ihr Auftritt beim Breeze dürfte ganz entsprechend diesem Albumtitel dann auch als reichlich wenig friedlich empfunden worden sein, denn sie machten keinerlei Gefangenen und brachten lupenreinen Thrash ins Zelt. Natürlich in genretypisches Schwarz gewandet kreuzten sie trotz im Gegensatz zu den Anfangstagen der Band teilweise deutlich gesteigertem Leibesumfang fleissig unter ihrem Backdrop über die Bühne und gaben dem Volk, was es wollte: Old School Thrash Metal. Und in diesem Bericht müssen in Zusammenhang mit der Band unbedingt auch noch Worte wie Spielfreude und hervorragende Sangesleistung fallen. Da war einer der gespielten Songs auch mal wieder Nomen est Omen in Reinkultur: „Metal Forces“!


Helloween

22.45 (MS) HELLOWEEN
Um kurz vor 23 Uhr stach dann das Hamburger Speed Metal-Schlachtschiff von HELLOWEEN in See. Trotz nahezu 25 Dienstjahren gibts bei den fast schon legendären Herren um Gitarrist Michael Weikath und Sänger bzw. Chefentertainer Andi Deris keinerlei Ermüdungserscheinungen zu beklagen, die Band wurde ihrem Headlinerstatus voll gerecht und begeisterte die Massen auf dem rappelvollen Platz. Und die Band liess sich auch nicht lumpen und hatte im Gegensatz zu den eher spartanisch agierenden PARADISE LOST einiges aufgefahren. Vor dem den ganzen Bühnenhintergrund einnehmenden Backdrop im Design ihres aktuellen Albums „Gambling With The Devil“ hatten sie über fast die gesamte Bühnenbreite einen ca. 1,50 m hohen Riegel aufgestellt in dessen Mitte Schlagzeuger Dani Löble in seinem Schlagzeugkonstrukt thronte. Ein derart riesiges Drumkit hatten wohl die wenigsten vorher gesehen, der Mann bearbeitete es wie ein Wahnsinniger und wirkte manchmal sogar, als hätte er ab Geburt mehr als die standardmässigen zwei Arme geliefert bekommen. Links und rechts neben seiner Schiessbude war dann noch Platz für erhöhte Podeste wo Gitarristen und Bassist sich ab und zu zum Posen blicken ließen. Los gings (natürlich) mit dem Klassiker „Helloween“ in der Xtra Large-Version, gefolgt von „March Of Time“ vom „Keeper Of The Seven Keys Part 2“-Album aus dem Jahr 1988. Nach diesen zwei jeweils über 20 Jahre alten Songs kündigte Fronter Deris den Zeitsprung zurück in die Gegenwart an und die Band präsentierte mit „As Long As I Fall“ den Hit ihres aktuellen Albums. Deris entledigte sich später danns einer Lederjacke und schlüpfte in ein mit roten Pailetten besetztes Jacket und den zum Outfit passenden schwarzen Zylinder. Links und rechts neben dem Drumkit wuchsen dann plötzlich weitere Hingucker in Form von zwei riesigen, an die drei Meter hohen, von innen beleuchteten Kürbissen in die Höhe, die im Publikum frenetisch beklatscht wurden. Nach einem umfangreichen Medley ging die Band kurz von der Bühne, kam aber schnell für das Grande Finale in Form von „Future World“ und „I Want Out“ zurück. Im sichtlich zufriedenen Publikum dominierten nach der Show deutlich die selig grinsenden Gesichter.


Cephalic Carnage

23.00 (PZ) CEPHALIC CARNAGE
Zwischen den Fans der gleichzeitig auf der Main Stage aufspielenden HELLOWEEN und den „zeltenden“ CEPHALIC CARNAGE gab es wohl eher wenig Schnittmenge und so war diese Überschneidung wohl für so gut wie niemand eine Qual der Wahl. Unterschiedlicher hätten die genannten Bands wohl auch kaum sein können. Der „Denver-Clan“ um Frontkeifer Lenzig Leal verwandelte den Mob von der ersten Sekunde an in eine tobende Meute. Der hyperchaotische und gleichzeitig hochtechnische Grind-Death Metal der Combo kam also offensichtlich immens gut an und Leal war wohl selbst etwas überrascht über den enormen Zuspruch, denn er filmte unterm „Singen“ den Großteil ihres Auftritts selbst mit einer Kamera mit. Die Band genoss es sichtlich so abgefeiert zu werden und ging ab wie nichts gutes – was bei derart frickeligen Parts und der immensen Zahl an Breaks alles andere als selbstverständlich und einfach ist. In diesem Zusammenhang auch völlig unfassbar wie Drummer John Merryman so unbeteiligt und entspannt wirken konnte, während er diese irrwitzigen Parts in seine Kessel klopfte. Die Ansagen des Sängers waren ohnehin eine Liga für sich („The Next Song Is About Masturbation“, „Everybody Headbang“, „We Want To Kiffen With You“ etc.), für den letzten Song hatte sich die Band aber noch etwas ganz besonderes einfallen lassen. Nach der Frage ans Volk „Do You Want Some Real Norwegian Black Metal? Do You Want Some REAL Norwegian Black Metal From Denver Colorado?” erschienen die Mucker allesamt mit Masken, der Sänger zudem noch mit Nägelmanschetten, die über die kompletten Unterarme reichten, und zockten eine ultrafiese Nummer im Black Metal-Style bevor sie unter tosendem Applaus die Bühne für den Umbau zu TÝR räumten.


End of Green

00.00 (metal.de Stand) END OF GREEN – CD Verkauf und Signing Session
In der Nacht vom 14. auf den 15. August gab es am Stand von metal.de noch eine Sonderaktion zum Erscheinen der neuen END OF GREEN CD. Gut eine Stunde vor Eintreffen der Band hatte sich bereits eine beachtliche Fanschar eingefunden, um als einer der ersten das Paket bestehend aus neuer Scheibe, Shirt und Ticket für die Releaseshow, das sogenannte „Sickfest“ zu ergattern. Zudem wurden die ersten 100 Exemplare der auf 999 Exemplare streng limitierten Vinyl-Edition zum ersten Mal verkauft. Schlag 24 Uhr fanden sich die Düsterrocker END OF GREEN am Verkauftresen ein, um den Release des neuen Krachers „The Sick’s Sense“ zu feiern. Mittlerweile hatte sich der Platz auch so gut gefüllt, dass die Herren alle Hände voll damit zu tun hatten die Scheiben zu signieren. Erst nach starken 90 Minuten voll verkaufter CDs und zig signierter Utensilien ebbte die Welle langsam ab, und sowohl END OF GREEN als auch die zuständigen Redakteure von metal.de konnten mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht aufatmen.


Marduk

00.10 (PS) MARDUK
Stilestunde mit Black Metal-Legenden: Wenn man mal seinen Gürtel vergessen hat, reicht als Ersatz offensichtlich auch eine dicke Eisenkette aus. Das ist nicht nur funktional, sondern passt auch ganz hervorragend zu Corpsepaint und Warboots. MARDUK werden so zwar sicher nicht die Laufstege der Modemetropolen dieser Welt erobern, auf der Bühne macht das aber ein mächtig finsteres Bild. Die schwedischen Black Metal-Veteranen machten auch musikalisch keine Gefangenen und bretterten sich ultrabrutal und gnadenlos durch ihr Set. Dabei hatte die Show mit dem neuen Sänger Mortuus, der schon vor einiger Zeit den ursprünglichen Fronter Legion ersetzt hat, einen zwar etwas anderen, aber keineswegs weniger finsteren Vibe. Überraschenderweise spielte die Band relativ wenige Songs vom neuen Album, und konzentrierte sich stattdessen auf älteres Material, das fast die komplette Diskographie abdeckte. Zwischen den Songs hielt die Band die düstere Stimmung gekonnt mit Samples aufrecht. Im Publikum wurden fast ununterbrochen die Mähnen geschüttelt als gäbe es kein Morgen mehr. Als Krönung der nahezu perfekten Show gabs noch einen Gastauftritt von PRIMORDIALs Frontmann Alan A. Nemtheanga.


Týr

00.15 (PZ) TÝR
TÝR stammen von den Farörer Inseln, also irgendwo zwischen Schottland, Island und Skandinavien. Damit nehmen sie in der Pagan-Metal Szene auch geografisch eine Sonderstellung ein, denn sie bauen die Elemente aus der nordischen Folklore auf ihre ganz eigene Art in ihren Sound ein. Die Band ist sehr heavy, aber gleichzeitig auch sehr melodisch und eingängig. Fieses Kreischen wird hier kaum als Stilmittel bemüht, stattdessen lächelt die Band sogar ab und zu, was sie sehr sympathisch macht. Optisch erinnern die Mannen mit ihren freien Bäuchen etwas an Amon Amarth, allerdings eher an deren kleinere Brüder, denn sowohl die Bäuche als auch die Bärte kamen nicht an die Dimensionen der Mega-Vikings heran. Das Zelt ist während der Show erneut randvoll und das Publikum sorgte eifrig für Sprechchöre in amtlicher Stadionlautstärke.


Cult of Luna

01.15 (PZ) CULT OF LUNA
Nachdem auf den Bühnen unter freiem Himmel für heute Nacht dann erst mal Schluss war, gabs im Zelt eine weitere außerordentliche Band zu erleben. Wenn man nach der Show zehn Leute nach einer Stilbezeichnung des eben Erlebten befragt hätte, wären die Chancen nicht schlecht gestanden auch zehn verschiedene Antworten zu bekommen. Vielseitigkeit ist eine der Stärken der Band. Nachdem die Band als Opener zunächst nur zu sechst den abschließenden Song, „Following Betulas“, ihres aktuellen „Eternal Kingdom“-Albums gespielt haben und dort einer der drei Gitarristen die Vocals übernommen hatte, stieß für „Leave Me Here“ vom Überalbum „Salvation“ dann der Fronter dazu. Der meist gebrüllte Gesang stand oft im Kontrast zu sehr ruhigen Passagen und durch Trompeten- und Synthieeinsatz wurde das Klangspektrum zudem noch breiter, die Band entwickelte mit zunehmender Dauer eine fast hypnotische Kraft und das abschließende „Ghost Trail“ steigerte sich stetig bis zu einem intensiven Klimax, der die Mehrheit der Zuschauer immens beeindruckt zurückließ. Die Band dürfte nach der Show jedenfalls ein Vielfaches mehr an Fans als vor der Show gehabt haben – leider gabs keinerlei Merchandise von ihnen zu kaufen.


Despised Icon

02.15 (PZ) DESPISED ICON
Zu später Stunde markierten DESPISED ICON das Schlusslicht des Festivals am Donnerstag. Der Sechser aus Montreal (Kanada) schonte die Ohren der Die-Hard Fans, die es so lange ausgehalten haben aber keineswegs. Die Band knallt ihre Songs mit einer enormen Energie und einem Brutalitätslevel das sich gewaschen hatte raus. Die Truppe stand keinen Moment still und malträtierte teils in wahnwitziger Geschwindigkeit, teils mit erschlagender Brutalität die Ohren der Anwesenden. Die haben aber wohl genau darauf gewartet und formierten sich immer wieder zu Mosh- und Circlepits. Die Band sog diese Energie wiederum auf und wandelte sie in noch mehr Wucht um. So schaukelt sich die Show mit der Zeit zu wahrlich beeindruckender Intensität hoch. Technisch spielt sich das Ganze ebenfalls auf höchstem Niveau ab. Die beiden Sänger brüllten, kreischten und quiekten abwechselnd ins Mikrophon und fanden sogar immer wieder die Zeit sich auch noch direkt ins Publikum zu begeben und dort mit coolen Moves zu beeindrucken. DESPISED ICON sind neben CEPHALIC CARNAGE, mit denen die Jungs derzeit auf Tour sind, wohl die abgefahrenste und sicherlich auch eine der brutalsten Bands des Festivals. Wer schlafen gegangen ist hat definitiv Großartiges verpasst und war selber schuld.


Freitag 15.08.2008

Dark Age

11.00 (PS) DARK AGE
Obs an dem vorauseilenden guten Ruf oder dem enorm engagierten Auftreten der Hanseaten von DARK AGE lag, war nicht so wirklich herauszufinden, für elf Uhr morgens war der Andrang und Einsatz vor der Pain Stage unglaublich – erst recht, wenn man bedenkt, dass es sich hier nicht nur um die erste Band es Tages handelte, sondern dass es zudem auch noch mehr oder weniger in Strömen regnete! Ihr moderner Death bzw. Dark Metal kam im Publikum super an und die fünf Mucker zeigten sich trotz widriger Wetterumstände hoch motiviert und spielfreudig. Besonders der rothaarige Keyboarder hatte sichtlich Spaß an der Show und warf immer mal wieder Shirts in die Meute. Die melodischen Gesangspassagen waren ab und an nicht ganz astrein, aber es war ja auch quasi noch mitten in der Nacht und der Einsatz stimmte auf jeden Fall! Der mitreißende Midtempostampfer „Suicide Crew“ beendete eine mehr als gelungene Show und es wäre auch nicht arg übertrieben hier von einem Siegeszug zu sprechen.


Heidevolk

11.30 (MS) HEIDEVOLK
Die Niederländer bekamen den Beat für ihren Einstieg „Krijgsvolk“ von ihrem Sänger vorgegeben indem dieser mit einem Schwert auf sein erhobenes Holzschild einhieb. Die Musiker waren alle in weite, antik anmutende Hemden gehüllt und mit authentischen Accessoires wie Trinkhörnern ausgestattet. Somit wäre also bewiesen, dass die Pagan/Folk-Bewegung auch in den Niederlanden angekommen ist und dort äußerst ansprechend umgesetzt wird. Weder die Band auf noch die Massen an Frühaufstehern vor der Bühne ließen sich vom nasskalten Wetter die gute Laune verderben und hatten sichtlich Spaß aneinander. Zum Summer Breeze reiste die Band ausnahmsweise mit nur einem Sänger an, da der zweite verhindert war; das dürfte Uneingeweihten aber nicht und wenn dann schon gar nicht negativ aufgefallen sein. Und bei einem Song blies der Sänger dann auch noch kraftvoll in ein Horn. Dank Sendesystemen wetzen die Musiker auch entsprechend fleißig über die riesige Bühne. Für u.a. „Het Gelders Volkslied“ wurde die Band zusätzlich noch durch Geigerin Irma erweitert, die auch munter am synchronen Headbangen teilnahm.


Midnattsol

12.05 (PS) MIDNATTSOL
Es wurde Zeit für bombastischen, symphonischen Nordic Folk Metal, MIDNATTSOL betraten die Bühne und kämpften mit ihren erwärmenden Klängen gegen Kälte und Feuchtigkeit. Beim Anblick der beiden blonden Schönheiten - Sängerin Carmen Elise Espenæs und Bassistin Birgit Öllbrunner - dürfte zumindest den männlichen Fans vor der Bühne warm ums Herz geworden sein. Mit dabei hatten MIDNATTSOL den Session-Gitarristen Fabian Pospiech (RESPAWN INC./ R:I:P), da die Band noch keinen Ersatz für den ausgeschiedenen Christian Hector gefunden hat. Los gings mit „En Natt I Nord“, es folgten „Open Your Eyes“, „Northern Light“, „Lament“, „River Of Virgin Soil“ und „Skogens Lengsel“, womit das Hauptaugenmerk doch deutlich auf dem aktuellen Album „Nordlys“ lag. Für die nötige Härte sorgten nicht nur die massiven Riffs, sondern auch der starke Einsatz der Doublebass. Ansonsten dominierten folkloristisch angehauchte Melodien. Carmen tänzelte zu den Klängen über die Bühne, während die restliche Mannschaft gehörig die Matten schüttelten. In dem ganzen Trubel schaffte es sogar ein Fan bis auf die Bühne, um dann vor Carmen zu knien und ihr einen Handkuss zu geben. Da sag noch mal einer, Metaller wären keine Gentleman.


Inches of Blood

12.40 (MS) INCHES OF BLOOD
Einer der heißesten Metal Exportschlager aus Kanada sind sicherlich 3 INCHES OF BLOOD, welche nun an der Reihe waren, dem fröstelnden Publikum vor der Bühne ordentlich einzuheizen. Wie nicht anders zu erwarten gelang das dieser kultigen Truppe auch mit Bravour. Fahnenschwenkend betraten die Holzfäller die Bühne, um sogleich ordentlich loszulegen. Von Anfang an machten die Kanadier keine Gefangenen und gaben Vollgas. Mit voller Wucht brachten sie ihre eigenständige und mitreißende Metal Mischung aus MERCYFUL FATE/KING DIAMOND, IRON MAIDEN und den alten METALLICA mit der Attitüde von MANOWAR inklusive viel Trueness, Authentizität und Energie dar. Kein Wunder, dass auch vor der Bühne ordentlich die Post abging und junge als auch jung gebliebene Fans zusammen abfeierten. Aber mit Songs wie bspw. dem rockigen „Trial Of Champions“ oder „Forest King“ kann man auch nicht viel falsch machen. Die verdammt harten Bretter werden von sehr schönen doppelten Leadmelodien gekrönt, eben heftig und innovativ zugleich.


Schelmisch

13.15 (PS) SCHELMISH
Eine Mischung aus Rock und Mittelaltermusik boten SCHELMISH, wobei der Schwerpunkt auf dem Summer Breeze eindeutig bei den Gitarrenorientierten Rocksongs lag. Enthusiastisch wurden die Barden gleich beim Betreten der Bühne vom zahlreich wartenden Publikum empfangen. Sich selbst beschrieb die Band als „fett, hässlich und asozial“, na so schlimm sind sie nun auch wieder nicht. Bei Songs wie beispielsweise dem abgefeierten „Das Moor“ sprangen die Fans fröhlich auf und ab, und auch SCHELMISH zeigten sehr viel Bewegungsfreude. Luzi das L. ließ es sich zur allgemeinen Belustigung nicht nehmen, sich lediglich im Tanga bekleidet an einer Stange zu räkeln. Die Gruppe präsentierte sich in ihrer gewohnt sympathischen Bühnenpräsenz. Highlights waren das harte, etwas an RAMMSTEIN erinnernde „Wir werden sehen“ und das von vielen Mündern lauthals geforderte und dann mitgesungene JOHNNY CASH-Cover „Ring Of Fire“ in einer absolut kultigen Darbietung.


Mad Sin

13.55 (MS) MAD SIN
Vom Mittelalterrock ging nun der Sprung hin zu Psychobilly, MAD SIN betraten die Main Stage und sprühten ein energisches Feuerwerk aus Punk Rock, Hardcore und Rockabilly ins Publikum. Bereits 1987 gegründet zählen die Berliner schon zu den ganz alten Hasen dieses Genres, und selbstredend hatten MAD SIN nicht nur die Erfahrung, sondern auch die Power, die Fans schnell in den Griff zu kriegen und mindestens jedem zweiten Zuschauer ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Und natürlich ließen sich viele Fans nicht zweimal zum Tanzen bitten. Vor allem Bassist Valle am Kontrabass glänzte mit seinem absolut überzeugendem Spiel und zeigte, dass er einer der ganz großen Könner seines Fachs ist. Der bullige Frontmann Koefte DeVille sprang trotz massivem Körperumfangs wie ein junger Hüpfer über die Bühne. Geboten wurden unter anderem „Syndicate Deluxe“, „Nothing’s Alright“ und „Point Of No Return“.


Megaherz

14.40 (PS) MEGAHERZ
Lange, lange hat es gedauert bis MEGAHERZ wieder auf den großen Bühne des Landes zu sehen sind. Eigentlich schon fast zu lange um in den Köpfen der Fans noch wirklich verankert zu sein. Doch wer sich diesem Glauben hingibt wird auf dem Summer Breeze eines Besseren belehrt. MEGAHERZ sind zurück und das in einer Form, die man so wohl kaum hätte erwarten durfte. Es scheint als hätte die Band aus den vielen Querelen der letzten Zeit eher Kraft geschöpft, als daran zu zerbrechen. Auch die Fans honorieren das Comeback der Band mit teilweise überschwänglichen Reaktionen und einer mehr als beachtlich besuchten Pain Stage. Grund dafür ist sicherlich auch das neue Album der Formation, welches von 0 auf 31 in die deutschen Charts eingestiegen ist und somit den höchsten Entry der Bandgeschichte markiert. Das neue Album war schließlich auch zentraler Bestandteil des Sets. Neben „Mann von Welt“, „Fauler Zauber“ und dem Titeltrack der neuen Scheibe „Heuchler“ fanden gleich drei Stücke einen Platz im Set des Fünfers und wurden vom Publikum regelrecht abgefeiert. Selbstredend durfte auch der Club-Hit „Miststück“ nicht fehlen. MEGAHERZ sind mehr als zurück und die frenetischen Reaktionen waren sichtlich Balsam für die geschundenen Seelen der letzten Zeit. MEGAHERZ unterstrichen somit eindrucksvoll, dass auch in Zukunft mit ihnen zu rechnen sein wird und man die anstehende Tour in dieser Form wohl vor vollen Hallen spielen dürfte. Welcome back!


Korpiklaani

15.20 (MS) KORPIKLAANI
Das Fliegen hat begonnen. KORPIKLAANI sind so was wie die Helden der momentanen Metalbewegung und füllen den Raum vor der Main Stage schon zu dieser recht frühen Stunde bis fast zum letzten Platz. Bereits während der Umbaupause erklingen leise KORPIKLAANI Gesänge, die sich nach und nach in einen beeindruckenden Sprechchor verwandeln und die Band willkommen heißen. Sichtlich beeindruckt ob der gewaltigen Kulisse starten die Finnen mit ihrer Mischung aus traditioneller Volksmusik und finnischem Folk-Metal in ein Set, das gespickt ist mit Klassikern und neuen Stücken, die vom Publikum gleichermaßen lautstark gefeiert wurden. Mit zunehmender Dauer des Gigs steigt auch zusehends die Dichte der metallischen Tiefflieger in Richtung Bühnengraben. Es wird gefeiert, getanzt und der Band lauthals die eigenen Stücke entgegengeschmettert. Und schon nach wenigen Nummern stellt sich direkt eine bierselige Stimmung ein. KORPIKLAANI schafften es spielend dem frühen Nachmittag einen gewichtigen Stempel aufzudrücken und hinterlassen eine glückselige Menge.


Enemy of the Sun

16.00 (PZ) ENEMY OF THE SUN
Mit ENEMY OF THE SUN betritt das neueste Kind von Waldemar Sorychta (u.a. ex- DESPAIR, GRIP INC., VOODOOCULT) die Bühne. Sorychta hatte sich in jüngster Zeit vor allem einen Namen als Produzent gemacht, doch mit ENEMY OF THE SUN beweist er, dass er wahrlich nichts verlernt hat. Die Riffs der Band sind messerscharf und die stilistische Ausrichtung lässt keine Wünsche offen. Einerseits tief im traditionellen Thrash Metal verwurzelt, andererseits aber mit reichlich modernen, melodischen Elementen angereichert um die Songs abwechslungsreich und frisch klingen zu lassen. Auch der finnische Sänger Joules Näveri machte eine sehr gute Figur. Seine stimmliche Bandbreite deckte von melodischem Gesang bis zu heftigen Shouts alles ab. Mitten im Set betrat dann überraschend der ehemalige GRIP INC. Frontmann Gus Chambers die Bühne um mit der Band die beiden GRIP INC. Songs „Ostracized“ und „Hostage To Heaven“ zum Besten zu geben. Bestimmt nicht nur, aber auch wegen dieses Sahnehäubchens kam der Auftritt beim Volk bestens an.


Pro-Pain

16.10 (PS) PRO-PAIN
PRO-PAIN gehören natürlich schon aufgrund ihres Namens auf die Pain Stage. Und für Pain im wörtlichen Sinn sorgten die New Yorker dann auch. Schmerzhaft sind an diesem Nachmittag nämlich sicher einige Bruchlandung missglückter Flugversuche über die tobende Menge verlaufen. Auch nach gut sechzehnjährigem Bandbestehen haben die Herren aus New York City um Fronter Gary Meskil nicht den Hauch an Intensität verloren und treiben das Publikum von Beginn an zu Höchstleistungen. Ohne Rücksicht auf Verluste schnüren die gestandenen Herren ein hochexplosives Paket aus neueren Songs und Krachern der ersten Tage. Sogar einen brandneuen Song der kommenden Platte „No End In Sight“ wurde zum Besten gegeben und der ist für die Band ungewöhnlich melodisch ausgefallen. Weniger ist eben doch manchmal mehr. Das beweisen PRO-PAIN eindrucksvoll und transportieren die Songs trotz des gewohnt minimalistischen Stageactings mit voller Wucht ins Publikum. „All For King George“ war stimmungstechnisch einer der Höhepunkte und am Schluss gab es sogar noch eine kleine Gasteinlage von ex-GRIP INC. Sänger Gus Chambers. Toller Auftritt einer sympathischen Formation, die für einen weiteren Glanzpunkt an diesem Freitag sorgte. Dass sie erst vor kurzem ihren langjährigen Gitarristen Eric Klinger durch Marshall Stephens ersetzt haben, war der Band nicht anzumerken, die Maschine schnurrte wie gewohnt und ist live einfach eine Instanz.


Exodus

17.00 (MS) EXODUS
EXODUS bilden mit DESTRUCTION und ONSLAUGHT das Thrash-Ikonen-Dreigestirn des Festivals. Diesem Ruf wurden die alten Hasen auch völlig gerecht. Von der ersten bis zur letzten Minute machen die Thrasher aus der Bay Area Dampf ohne Ende, was angesichts des hitschwangeren Backkatalogs auch nicht wirklich verwundert. Dabei wurde eine ausgewogene Mischung aus alten Klassikern und neueren Songs geboten. Ein Nackenbrecher reihte sich an den nächsten. Die Band spielt die Songs routiniert runter und vor allem Frontsau Rob Dukes tobte über die Bühne wie ein Berserker und forderte einen Circle Pit nach dem anderen vom Publikum ein – und das gehorchte natürlich auch willig. Ansonsten hielt er sich was Ansagen anging eher zurück, frei nach dem Motto: Less Talk, More Rock! Höhepunkt der Show war wohl definitiv „Bonded By Blood“, was auch im Publikum entsprechend abgefeiert wurde. Fans dürfte freuen, dass das legendäre „Bonded By Blood“-Album neu eingespielt und erneut veröffentlicht werden soll. Diese Show gab schon mal einen ungefähren Vorgeschmack darauf, was für ein Brett uns da demnächst ins Haus steht!


XIV Dark Centuries

17.00 (PZ) XIV DARK CENTURIES
14 Jahrhunderte sind seit der Christianisierung Thüringens, dem Heimatbundesland der Band, vergangen. In den Augen der Band haben damals die dunklen Jahrhunderte begonnen, da damit der Niedergang der germanischen Religionen eingeläutet wurde. Eben diese bilden den thematischen Rahmen der Truppe. So traten die Jungs auf dem Summer Breeze auch in mittelalterlicher Leinenkluft auf, inklusive authentischer Beutelchen und Schneidewerkzeugen. Musikalisch wurde die germanische Folklore in ein Pagan/Black Metal Kostüm gehüllt. Insgesamt war der Sound sehr episch aber doch auch ruppig und düster. Zudem bot er auch genügend Raum um einen Flöte spielenden Gesellen unter zu bringen, der immer mal wieder in die Songs integriert wurde. Das Publikum im gut gefüllten Zelt reagierte sehr positiv auf die Band und war sich nicht zu schade den einen oder anderen Chorgesang beizusteuern. Insgesamt also ein gelungener Auftritt der Band.


Eluveitie

17.55 (PS) ELUVEITIE
Die Neuentdeckung aus dem Hause Nuclear Blast kommt aus der Schweiz und hört auf den Namen ELUVEITIE. Der wilde Haufen gastierte letztes Jahr schon auf dem Breeze, überzeugte auf ganzer Linie und wurde ein paar Wochen später in den prominent besetzten Rooster des schwäbischen Labels aufgenommen – obs da einen Zusammenhang gab? Die Band widmet sich keltischer Folklore, die sie mit Black und Death Metal kombiniert. Dabei kommen allerlei ausgefallene Instrumente wie eine Mandola, Drehleier, Geigen sowie verschiedene Flöten zum Einsatz. Vor allem der Dreadlocks behangene Frontmann Christian „Chrigel“ Glanzmann beherrscht gleich mehrere dieser Instrumente und wechselt über die Dauer des Auftritts auch munter durch. Sein Gesang ist ebenso abwechslungsreich und reicht von fiesem Kreischen über derbe Growls bis hin zu klarem Gesang. Wo seine Bandbreite nicht ausreicht greifen ihm die beiden Mädels in der Band unter die Arme. Einige der Texte sind in der toten Sprache des helvetischen Gälisch geschrieben und beschäftigen sich mit Themen die wohl auch für die alten Kelten wichtig waren. So lautet ein Titel übersetzt wohl in etwa soviel wie „Frau, hol mir ein Bier“. Im Gegenteil zu vielen Genrekollegen wirkt das Image von ELUVEITIE (was auf Gälisch so viel wie „Ich bin ein Helvetier“ bedeutet) keinesfalls aufgesetzt oder übertrieben düster. Im Gegenteil, die Band hat sichtlich Spaß an ihrer Show und verbirgt das auch nicht. Geigerin Meri und Flöter Päde stehen sogar barfuss auf der Bühne und tanzen ausgelassen. Das wirkt sehr sympathisch und überträgt sich auch auf das Publikum welches die Band schon am Frühabend abfeiert wie einen Headliner. Kein Wunder, trotz des altertümlichen Anstrichs wirken die Songs topmodern und verfügen über ein hohes Maß an Eingängigkeit.


Beloved Enemy

18.00 (PZ) BELOVED ENEMY
Gerade mal 2006 gegründet konnten die Jungs seither schon so einiges auf ihre Haben-Seite verbuchen. Im Kern dem Gothik Metal zuzurechnen basteln sie da aber noch einiges anderes, wie etwa ein sattes Pfund Rock, dazu und wenn man mal die Publikumsreaktionen als Maßstab anlegt, dann machen sie wohl so einiges richtig. Der ehemalige FIDDLERS GREEN-Gitarrist Peter Pathos fühlt sich sichtlich wohl mit seinem musikalischen Partner und Frontmann Ski-King. Der ist nicht nur zutätowiert bis Unterkante Haaransatz sondern auch ein ganz besonderer Massenmotivator. Die Deutschen, die von vielen für die besseren THE 69 EYES gehalten werden, hatten leichtes Spiel mit den willig ausflippenden Fans vor der Bühne und so gerieten Songs wie u.a. „Fuck Me Back To Life“ oder „The Other Side“ zu Höhepunkten ihres Auftritts. Ihr Debut „Enemy Mine“ war da wohl erst der Anfang, von der Band wird man noch hören!


As i lay dying

18.45 (MS) AS I LAY DYING
Mit AS I LAY DYING betrat wohl die einzige explizit christliche Band des Festivals die Hauptbühne. Die religiösen Ansichten der Band waren für die Breeze Besucher jedoch offensichtlich kein Problem – warum auch? Der Vorraum der Bühne war jedenfalls schon lange vor der Show der Jungs proppenvoll und die Meute war definitiv hungrig. Schon sehr früh im Set wurde vom Publikum eine Wall Of Death verlangt, doch Frontmann Tim Lambesis vertröstete das Publikum auf später und verlangte seinerseits nach Circle-Pits. Die Menge tobte unaufhörlich. AS I LAY DYING ihrerseits standen selbst auch keine Sekunde still und spielten dabei aber dennoch präzise wie ein Uhrwerk. Sie verfügten über eine Durchschlagskraft, die nur schwer in Worte zu fassen ist. Und auch die Songauswahl ließ keinerlei Wünsche offen. Es kamen Stücke aus allen Schaffensphasen zum Zuge und schon früh im Set präsentierte die Band den Überhit „Forever“. Aber auch Hämmer wie „Confined“, „Through Struggle“ und „Nothing Left“ fehlten natürlich nicht. Später im Set wurde dem Wunsch des Publikums dann endlich Folge geleistet und es entstand eine imposante Wall Of Death, die sich durchaus mit der von SOILWORK vom Vortag messen konnte. Eine wahrlich tolle Vorstellung!


Sworn

19.00 (PZ) SWORN
Die Norweger SWORN haben letztes Jahr ihr Debütalbum „The Alleviation“ veröffentlicht und machen genau das, wofür dieses Land musikalisch seit Anfang der Neunziger berühmt-berüchtigt ist: frostig kalten Black Metal. Im Falle dieser Horde handelte es sich um die eher melodische Variante mit folkloristischem Anklang, vergleichbar mit MÖRKER, WINDIR, LANDVAETTIR oder MYRKGRAV. Es war sowieso schon recht finster im Zelt, als die Band sich anschickte, auch noch die musikalische Dunkelheit über die zahlreichen Fans hereinbrechen zu lassen. Ihre harschen, treibenden aber dennoch melodischen Klänge, die sägenden Gitarren, der Wechsel aus wütender Raserei und stampfendem Midtempo sowie der heisere Kreischgesang sorgten für die richtige Atmosphäre, und man sah nicht wenige Matten kreisen. Das abschließende, sehr abwechslungsreiche und epische „The Beauty Of My Funeral“ offenbarte nochmals die gesamte Bandbreite von SWORN. Horns up für einen wirklich gelungenen, kurzweiligen Höllentrip!


End of Green

19.50 (PS) END OF GREEN
Gut acht Stunden nach dem offiziellen Release ihres neuen Krachers „The Sick’s Sense“ haben die Herren um Frontikone Michelle Darkness die Ehre das Werk direkt einem wahrhaft breiten Publikum zu präsentieren. Was sich schon in der Nacht vorher beim Erstverkauf des Silberlings angedeutet hat, multiplizierte sich an diesem Abend vor der Bühne. Noch im letzten Jahr waren END OF GREEN zur Überraschung vieler Besucher kurzfristig für die ausgefallenen CREMATORY aufs Billing gerutscht. Dies führte dazu, dass sich der Platz damals zunächst aus reiner Unkenntnis nur zögerlich füllte. In diesem Jahr stehen die Zeichen dagegen aber auf Sturm. Mit den gespannten Erwartungen aufs Material des neuen Albums ist das Rund schon lange vor Beginn prall gefüllt. Im Dämmerlicht der langsam hereinbrechenden Nacht war die anfänglich herrschende Nervosität dann auch schnell vergessen. END OF GREEN präsentierten sich an diesem noch jungen Abend in Topform. Vergessen waren die Strapazen der prall mit Promoterminen gefüllten letzten Wochen. END OF GREEN over Summer Breeze – das trifft den Auftritt der Jungs um Michelle Darkness wohl am besten. Und schon die ersten Noten machten klar, dass die Band heute wohl leichtes Spiel haben wird. Gekonnt wurden dann neue Stücke wie das grandiose „Dead City Lights“ oder „Die Lover Die“ mit den Bandklassikern verwoben und wurden vom Publikum ebenso tosend bejubelt. Ein Höhepunkt des Gigs bildet das alles verschlingende „I Hate“. END OF GREEN markieren mit diesem Album und Auftritt einen weiteren Meilenstein ihrer Karriere.


Rotten Sound

20.00 (PZ) ROTTEN SOUND
Mit den Finnen von ROTTEN SOUND betrat die erste reine Grindcore Band die Bühne des Festivals. Die Band bolzte ihre Songs in einem unglaublichen Tempo herunter, baute aber immer wieder düstere Slow-Motion-Grooves ein. Diese Dynamik ist es wohl auch, was die Band so ultrabrutal macht. Die Gitarren sind extrem tiefer gelegt und erinnern etwas an schwedischen Old-School Death Metal der Marke DISMEMBER oder ENTOMBED. Neben ein paar Klassikern wurde vor allem neueres Material gespielt. Frontmann Keijo Niinimaa lieferte meistens kurze Erklärungen um was es sich in den folgenden Songs dreht. Es wurden diverse Missstände und Schwierigkeiten des täglichen Lebens und der Gesellschaft thematisiert. Aufgrund der Kürze der Songs hatte die Band eine entsprechend umfangreiche Setlist. An dem gut gefüllten Zelt war einfach abzulesen, dass die Band nicht nur in ihrer Heimat, wo sie immerhin Platz 22 der Charts erreichte, angesagt ist. Auch hierzulande sind ROTTEN SOUND ein heißer Underground Tipp.


Six feet under

20.45 (MS) SIX FEET UNDER
Die Death Metal-Großmeister aus Florida beehrten das Summer Breeze bereits zum zweiten Mal. Die Fläche vor der Bühne war entsprechend gut gefüllt und Chris Barnes, dessen Rastalocken inzwischen gewaltige Ausmaße erreicht haben, begrüßte das Publikum mit einem freundlichen „Scream Motherfucker“, was diese dann prompt auch lautstark taten. Die Band bot einen gnadenlosen Best-Of-Ritt durch ihre Kariere. Wobei auffallend viele Songs vom ersten Album gespielt wurden. Der Sound war massiv wie eine Wand und der Groove verbreitete sich unerbittlich über das Festivalgelände. Barnes Stimme ist immer wieder aufs Neue erstaunlich. Ultratiefe Growls, Pig-Squeals und fiese Schreie feuert er quasi locker aus der Hüfte ab. Die Band gab sich dabei wie üblich eher bewegungsarm. Die Musiker kamen quasi überhaupt nicht von der Stelle und beschränkten sich aufs Headbangen, was insbesondere bei Barnes nett anzuschauen war. Es drängt sich allerdings die Frage auf, ob das nicht etwas schmerzhaft ist bei der Haarmasse. Das Publikum forderte schon früh im Set den AC/DC Coversong „TNT“ ein, bekam ihn aber erst ganz zum Schluss zu hören. Spätestens jetzt flippte die Crowd völlig aus und übertönte mit ihren „Hey, Hey“-Rufen lautstärkemäßig sogar die Band.


Manegram

21.00 MÅNEGARM
MÅNEGARM waren nun an der Reihe, mit ihrer wilden und eigenständigen Mischung aus Death, Black und Pagan Metal für ordentlich Stimmung zu sorgen. Und das prall gefüllte Zelt stand auch schon innerhalb kürzester Zeit Kopf, selbst ein als Sumo-Ringer verkleideter Metaller ließ sich zum gepflegten Bangen hinreißen. Die Schweden hatten mit ihren eingängigen, harten, aber gleichzeitig auch latent fröhlichen, folkloristischen Klängen leichtes Spiel. Die wuchtigen, in ihrer Heimatsprache gesungenen Hymnen mit fetten Riffs, Folkloreparts, äußerst dominantem Violinenspiel, kratzig-böser Stimme und kleinen Akustikintermezzi wurden dankbar aufgenommen und nach jedem Song ernteten MÅNEGARM wahre Jubelstürme von den begeisterten Fans. Dabei zog die Band auf der Bühne alle Register, zeigte sehr viel Bewegung und poste, was das Zeug hielt. Mit ihrer Musik sowie der engagierten Performance lagen MÅNEGARM in jeglicher Hinsicht goldrichtig.


Kataklysm

21.50 (PS) KATAKLYSM
Es ist immer wieder faszinierend welche Magie die Kanadier um Fronthüne Maurizio versprühen. Direkt mit dem Betreten haben die Herren die Pain Stage sofort im festen Würgegriff ihrer brachialen Death Metal Hymnen. Dabei gibt es schon im Vorfeld einige Verluste zu verschmerzen hat die Fluggesellschaft doch kurzerhand sämtliches Equipment der Band inkl. Backdrop verschlampt. Mit Hilfe der Kollegen von ELUVEITIE und ABORTED konnte der Gig aber planmäßig stattfinden und Brüllwürfel Maurizio hat somit auch gleich einiges an Energie angestaut, die sich in Form brachialer Grunts über dem Publikum entlädt. Die Herren thronen dabei mit gewohnter physischer Präsenz über der bangenden Meute und feuern diese an. Die Setlist an diesem Abend gleicht einem Rundumschlag durch die Schaffensgeschichte der Band und hält durchaus die ein oder andere Überraschung bereit. Mit „Chronicles Of The Damned“ vom Hitalbum „Shadows And Dust“ hat die Band sogar einen bisher noch nie live dargebotenen Song für das Summer Breeze Publikum im Gepäck. Ein Nackenschlag folgte dem anderen und man ließ der Masse kaum Zeit Luft zu holen. Abermals klarer Favorit ist einmal mehr „Shadows & Dust“. KATAKLYSM legen an diesem Abend das Gelände in Schutt und Asche und beweisen ihre überragenden Live Qualitäten. Zurück bleibt ein ausgelaugtes aber glückliches Publikum.


Shadow Reichenstein

22.00 (PZ) SHADOW REICHENSTEIN
(Horror)Punk ist ja eher eine gering vertretene Sparte beim Summer Breeze, was aber offensichtlich dafür sorgt, dass die wenigen auftretenden Bands dieser Richtung dann auch entsprechend verehrt werden. Zum Genre dazu gehört hier eindeutig das Inszenieren der Optik und da sind die Texaner mit ihren martialischen Uniformen samt Armbinden ganz vorne mit dabei. Für ihren fulminanten Auftritt beim Summer Breeze inklusive Gasmaske, Pickelhaube und anderen Requisiten haben sie sich vorher auf einer kleinen England-Tour warm gespielt und so waren sie entsprechend locker am Zocken und präsentierten dem hungrigen Volk ihre Version von Horror Punk, die sie zusätzlich mit Rock, etwas Hardcore und 80er Jahre New Wave gewürzt haben. Schön, dass es bei diesem Festival auch Platz für solche Bands hat und das Publikum sie auch aufgeschlossen aufnimmt.


Subway to Sally

22.45 (MS) SUBWAY TO SALLY
Bevor auch nur der erste Ton von der Bühne erklang, hatten die Zuschauer schon ein Riesenfest und sangen sich schonmal warm. Wegen SUBWAY TO SALLY hatten wohl die meisten Leute den Weg aufs Gelände gefunden und das spartanische Logo im Hintergrund der Bühne war an sich überflüssig – im Publikum dürfte wirklich jeder gewusst haben, was jetzt angesagt war. Und unter tosendem Applaus betraten dann auch zumindest schon mal drei Protagonisten der Band die Bühne um a capella „Canticum Satanae“ anzustimmen. Sänger Eric Fish brachte die Lage dann auch schnell auf den Punkt „Wir sind geil auf Euch – Ihr auch auf uns?“ Rhetorischer hätte die Frage wohl kaum ausfallen können. Abgesehen vom Backdrop und den links und rechts neben dem Drumkit postierten niedrigen Podesten für Gitarrist und Basser verlegte sich die Band fast komplett darauf musikalisch zu überzeugen und setzte nur hier und da ein paar visuelle Akzente durch smart eingesetzte Pyroeffekte. Bei einem Song fuchtelte Fish z.B. mit zwei Fackeln herum, benutzte sie wie Drumsticks und steckte sie dann an seinen Mikroständer. Für weitere Abwechslung sorgten neben den diversen eingesetzten Instrumenten natürlich auch die bewegungsfreudigen Musiker die emsig über die Bühne kreuzten und sichtlich ihre Freude hatten. An sich hätte sich der Sänger nen faulen Lenz machen können, denn das Publikum sang fast permanent mit. Auf der Zielgeraden gab die Band mit u.a. „Sag dem Teufel“ und „Sieben“ noch mal Vollgas. Der Auftritt war dann auch der erwartete Höhepunkt des Tages und die Band hat beim Summer Breeze ein weiteres Mal voll überzeugt.


Textures

23.00 (PZ) TEXTURES
Aus Holland hatten sich die 2003 gegründeten TEXTURES aufgemacht, um dem Summer Breeze Publikum ihre musikalische Vision zu präsentieren, die da Polyrhytmic Metal Madness heißt. Hinter dieser Bezeichnung steckt Extrem Metal zwischen Death und Thrash, kombiniert mit Pathos, Ambient, berauschenden Songstrukturen und vertrackten Rhythmen, wie man es auch in etwas anderer Form von MESHUGGAH kennt. Die Basis sind hierbei massive Riffwände und Melodien, welche zwischen Harmonie und Dissonanz liegen. Die vertrackten Rhythmen wechseln sich mit gelegentlichen Ausflügen in Blast Gefilde und der variantenreiche Gesang zwischen Shouts und klagendem Klargesang ab, und bei all dem kann man den Stücken ein gewisses Hitpotential nicht absprechen. Die brachialen Klanggewitter und sphärischen Soundlandschaften schmetterten TEXTURES nicht nur technisch sehr versiert ins berauschte Auditorium, sondern auch mit viel Hingabe und vollem Körpereinsatz. Bei dem technischen Level eine wahrlich beeindruckende Leistung, auch wenn leider nicht allzuviele Zuschauer den Weg ins Zelt gefunden haben, was wohl an der Konkurrenz auf den anderen Bühnen lag. Auf der Stlist standen „One Eye For A Thousand“, „Swandive“, „Storm Warning“, „Polars“, „Transgression“, „Stream Of Consciousness“, „The Sun's Architect“ und „Regenesis“.


ASP

00.10 (PS) ASP
Zu später Stunde riefen ASP auf dem Summer Breeze nochmals zum Tanze auf. Elektronisch-metallische Klänge mit starkem Gothic-Einschlag sind dafür ja nicht gerade ungeeignet, und dementsprechend war der Platz vor der Bühne auch gut gefüllt. Anfangs zeigten sich die Fans noch ein wenig müde und zurückhaltend. Der charismatische und energiegeladene Fronthüne, Sänger, Songwriter und Namensgeber ASP (Alexander SPreng) wirkte sehr engagiert und motiviert, beherrschte die dramatische Darbietung mit großen Gesten und durchdringendem Gesang, sprang und hüpfte über die gesamte Bühne und riss das Publikum in kürzester Zeit mit seiner wilden Performance mit. Zudem gabs mit riesigem Backdrop und massig Pyroeinsatz auch ordentlich was fürs Auge. Schließlich tanzten und sangen nahezu alle zu den englisch-deutschen Klassikern und Clubhits wie „Sing Child“, „Und wir tanzten“ und „Ich will brennen“ mit. Gelungener Auftritt einer in jeglicher Hinsicht überzeugenden Gruppe.


Hollenthon

00.15 (PZ) HOLLENTHON
Von HOLLENTHON hatte man nach ihrem zweiten Album „With Vilest Of Worms To Dwell“ aus dem Jahre 2001 verdächtig lange nichts mehr gehört. Ende letzten Jahres schließlich drang die News an die Öffentlichkeit, dass die Band derzeit ein neues Album namens „Opus Magnum“ aufnimmt, welches nun im Mai veröffentlicht wurde. Entsprechend rar waren auch die bisherigen Live-Auftritte der Gruppe, was sicherlich auch ein Grund dafür war, weshalb das Zelt bis zum Bersten gefüllt war. Ihr Klassik/Epik/Death/Black Metal, eine Symbiose aus dunklem, kraftvollem Metal und klassischen Elementen, kam dann auch wie nicht anders zu erwarten war, sehr gut an. Düstere Riffs, imposante Chöre und opulente Keyboardklänge sorgten für eine bedrohliche, mystische Atmosphäre, von welcher man sich nur allzu gerne mitreißen ließ. Höhepunkte des energiegeladenen Auftritts waren das schon als Hitsong zu bezeichnende, sehr eingängige „Once We Were Kings“ und „Fire Upon The Blade“.


The vision bleak

01.15 (PZ) THE VISION BLEAK
Nach EMPYRIUM gründete deren Mastermind Markus Stock die Band THE VISION BLEAK. Diese haben inzwischen schon drei Alben veröffentlicht, beehren das Summer Breeze bereits zum zweiten Mal und erfreuten sich angesichts des bis auf den letzten Platz gefüllten Zelts offenbar großer Beliebtheit. Und auch der Bühnenaufbau machte mit den beiden Aufstellern an den Bühnenseiten einen imposanten Eindruck und machte ordentlich was her. Die Kernband trat in vornehmen Zwirn und gespenstischer Schminke auf, während die restlichen Söldner in Alltagskleidung antraten. Nach einem düsteren Intro legte die Band mit ihrer Düsterrock Mischung aus FIELDS OF THE NEPHILIM und TYPE O NEGATIVE los und hatte das Publikum sofort fest im Griff. Die heftig rockenden Riffs wurden zusätzlich mit eingespielten gespenstischen Soundkollagen untermalt. Das Auftreten von Frontmann Markus Stock wirkte sehr erhaben und erinnerte ab und zu latent an RAMMSTEIN Frontmann Till Lindemann. Das Publikum, insbesondere die vorderen Reihen, reagierte sehr positiv und auch anhand der Textsicherheit war zu erkennen, dass es sich bei den meisten wirklich um Fans handelte.


Jesus on Extasy

02.15 (PZ) JESUS ON EXTASY
Trotz später Stunde hatte die Breeze-Gemeinde offensichtlich noch lange nicht genug und das konnte man ganz einfach an der Zeltauslastung ablesen. So freuten sich JESUS ON EXTASY über volles Haus und hatten vom Start weg an sich beste Voraussetzungen und die volle Aufmerksamkeit des Publikums. Was auch an der gleich doppelt anwesenden holden Weiblichkeit auf der Bühne gelegen haben mag, denn neben den zwei Mainmen Dorian Deveraux und Chai Trippen gabs auf der dort auch noch die ehemalige PAIN-Gitarristin Alicia Vayne und Ophelia Dax von LEANDRA an den Keyboards zu bestaunen. Besonders letztere fiel durch permanentes laszives Hüft- und Haareschwingen auf, was sich bei dem Gothik/Industrial-Rock der Combo aber auch anbot. Bei Bands mit einem gewissen Elektro-Input kommt der Bass ja gerne mal vom Band und so suchte man hier auch vergebens nach dem Mann am Vierseiter. Etwas verwunderlich war, dass trotz besten Voraussetzungen kaum Begeisterung im Publikum aufkam. In den ersten Reihen standen natürlich die Fans, aber dahinter ebbte die Begeisterung selbst dann schnell ab, als die Band ihre bekanntesten Songs, wie z.B. „My Beloved Enemy“ darbot. Der zierliche Sänger, der fast noch minderjährig wirkte, kündigte dann später einen Old School-Song an, der dann noch mehr Elektroanteil aufwies und darauf schien das Volk nur gewartet zu haben, denn da kam dann doch noch etwas mehr Stimmung auf bevor dann auch bald Schluss war und für eine Stunde noch ein DJ im Zelt einheizte.


Samstag 16.08.2008

Debauchery

11.00 (PS) DEBAUCHERY
Für die Stuttgarter DEBAUCHERY ist ein Auftritt auf dem Summer Breeze fast schon ein Heimspiel. Das erkennt man ganz deutlich an der beachtlichen Masse an Fans, die sich zu solch „nachtschlafener“ Stunde schon vor der Pain Stage versammelt haben. Der Vorraum der Bühne war bis zum FOH mit Menschen gefüllt, die selbst am vierten Festivaltag noch überraschend fit und munter wirkten. Denen, die noch unter den Nachwirkungen des vorherigen Abends litten, trieben DEBAUCHERY mit ihrem brutal groovenden Death Metal endgültig den Schlaf aus den Augen. Tief stampfende Killerriffs und fiese Growls lassen Erinnerungen an SIX FEET UNDER vom Vortag wach werden. In den ersten Reihen sind schon heftig kreisende Matten auszumachen und auch im hinteren Bereich des Publikums ist allerorts zustimmendes Nicken zu sehen. Optisch macht die Band mit ihren blutrot gefärbten Gesichtern und Oberkörpern ebenfalls etwas her. Leider war dieses Mal nicht die sonst gern gesehene Stripperin mit dabei.


Japanische Kampfhörspiele

11.30 (MS) JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE
Seit zehn Jahren „terrorisieren“ JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE aus Krefeld nun schon die europäische Grindcore Szene. Der gute Ruf im Underground kommt der Band wohl auch auf dem Summer Breeze zu Gute, da sich alle Fans, die zuvor schon bei DEBAUCHERY anwesend waren, nun auch vor der Hauptbühne versammelten und sogar noch weiterer Zustrom auszumachen war. JAKA lassen sich nicht lange bitten und liefern ein Grindcore Massaker ab, das sich gewaschen hat. Ultraschnelle Blastbeats gaben da zermürbenden Grooves die Klinke in die Hand. Mal ist das Ganze technisch anspruchsvoll vertrackt, mal simpel und direkt in die Fresse. Optischer Hingucker war eindeutig der Shouter mit pink gefärbten Haaren und Bart, der zusammen mit seinem Kollegen die komplett deutschen Texte ins Mikro brüllte, fauchte und quiekte. Die Fans in den vorderen Reihen rasteten schon so früh komplett aus und konnten sogar die Ansagen der Frontmänner vervollständigen. Ein toller Auftritt einer besonderen Band, die sich danach äußerst nett beim Publikum bedankte.


The old dead tree

12.05 (PS) THE OLD DEAD TREE
THE OLD DEAD TREE darf wohl getrost als eine Band bezeichnet werden, die durch musikalische Vielfalt und hohe Qualität besticht. So liegt der Sound der Franzosen irgendwo zwischen melodischem Doom/Death/Gothic und Progressive Metal, womit sich die Gruppe ihre ganz eigene Nische im Metaluniversum geschaffen hat. Auch in der Livesituation konnten sie die teilweise durchaus komplexen und höchst emotionalen Stücke ihrer Alben problemlos umsetzen, was sie bei herrlichstem Sonnenschein eindrucksvoll bewiesen. Diese wundervollen, bittersüßen Melodien waren ein schöner Kontrast zu den zuvor spielenden DEBAUCHERY und JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE. Dabei kam die melancholische Komponente der dynamischen Stücke sehr gut rüber, was zusammen mit der herzerweichenden Stimme von Sänger Manuel trotz warmer Temperaturen für reichlich Gänsehaut sorgte. Unter anderem wurden „Dive“ vom aktuellen Album „The Water Fields“, „It Can’t Be“ und - der Übersong schlechthin - „We Cry As One“ sehr leidenschaftlich dargeboten.


Autumn

12.40 (MS) AUTUMN
Die Niederländische Formation AUTUMN hatte erst Anfang des Jahres einen gravierenden Wechsel im Line-up zu kompensieren. Sängerin Nienke de Jong musste die Band aus gesundheitlichen Gründen leider verlassen und wurde durch Marjan Welman ersetzt. Diese tritt aber inzwischen so souverän mit der Band auf, als wäre sie schon immer ein Teil von ihr gewesen. Ihre kraftvolle Stimme überzeugt auf ganzer Linie und auch ihr Stageacting wirkt sehr sicher und sympathisch. Die Band unterscheidet sich mit ihrer Gothic Rock-Interpretation deutlich von dem einschlägiger Genrekollegen und wirkt sehr viel frischer und straighter. Hier und da werden sogar Erinnerungen an THE GATHERING zu „Mandylion“ Zeiten wach. Die Instrumentalisten rocken meist sehr straight mit markanten Riffs nach vorne. Wie es sich für einen guten Gastgeber gehört, legte Gitarrist Jens van der Valk in der Hälfte des Sets die Krawatte ab, so dass es sich nun auch für seine Gäste geziemt es ihm gleich zu tun - Krawatten waren danach im Publikum jedenfalls keine mehr zu sehen. Das Publikum vor der Hauptbühne ist im Vergleich zu JAKA auf ein recht kleines Häufchen zusammengeschrumpft, vermutlich kochten um diese Zeit bereits einige der Festival-obligatorischen Raviolidosen (Frühstück?) auf den Gaskochern.


Hackneyed

13.15 (PS) HACKNEYED
Die wohl jüngste Band des Festivals hatte alles andere als schweres Spiel die meist älteren Zuschauer im Publikum zu überzeugen. Trotz der frühen Stunde hatte sich eine enorme Masse vor der Pain Stage versammelt um die aufstrebende nächste Death MetalGeneration aus Deutschland zu empfangen. HACKNEYED ließen diese Vorlage nicht ungenutzt und feuerten mit „Axe Splatter“ den ersten Warnschuss in Richtung Publikum. Als dann mit „Gut Candy“ die nächste Bombe im Publikum aufschlug, dürfte selbst Zweiflern klar geworden sein, dass sich der Erfolg der Fünf keinesfalls nur an ihrem jugendlichen Alter festmachen lässt. Die Jungs gehen derart routiniert und abgeklärt ans Werk, dass absolut klar war, dass hier eine ernst zu nehmende Todesblei Formation die Bretter rockt, die auch zukünftig noch für einigen Wind sorgen wird. Neben einer Auswahl an Songs des aktuellen Albums „Death Prevails“ haben HACKNEYED mit „Symphony Of The Damned“ und „Finger On The Trigger“ sogar schon zwei neue Songs für das mittlerweile ergebene Summer Breeze Publikum im Gepäck. Mit anhaltenden HACKNEYED Sprechchören werden die Jungs schließlich für einen fantastischen Auftritt belohnt.


Endstille

13.55 (MS) ENDSTILLE
Trotz helllichtem Nachmittag wurde der Himmel über dem Festivalgelände irgendwie plötzlich deutlich dunkler. ENDSTILLE hatten geladen das zahlreich versammelte Volk vor der Main Stage in ein schwarzes Gewand schwarzmetallischer Kompositionen zu hüllen. Frenetisch wurde die Band um Iblis empfangen, der mit fieser Miene den Reigen eröffnete und von Beginn an Anspruch auf den Black Meta-Thron des heutigen Tages erhob. In den folgenden gut 40 Minuten beschwören ENDSTILLE ein musikalisches Gewitter, das wohl auch noch das Kilometer entfernte Dinkelsbühl erschüttern ließ. Neben „The One I Hate“ und dem obligatorischen „Endstilles Reich“ markiert die Soundwalze „Navigator“ den Höhepunkt des Auftritts. Bis zum letzten Mann war zu spüren mit welcher Intensität ENDSTILLE über Dinkelsbühl hergefallen sind. Ein routinierter Auftritt, der dem mittlerweile erreichten Status der Band mehr als gerecht wurde.


Keep of Kalessin

14.40 (PS) KEEP OF KALESSIN
Eine der heißen Bands der Stunde sind sicherlich die Norweger KEEP OF KALESSIN, deren Nuclear Blast Debüt „Kolossus“ in der Szene einschlug wie eine Bombe und in der Presse durch die Bank hoch gelobt wurde. Auf dem Summer Breeze bewiesen die Hoffnungsträger eindrucksvoll, dass sie den in sie gestellten Erwartungen voll und ganz gerecht werden würden. Schon beim Intro „Origin“, welches vom Band kam, stieg Bandchef, Songwriter und Gitarrist Obsidian C. live ein und spielte die Leadmelodie sehr gefühlvoll mit. Wie von Platte gewohnt, ging das Stück dann direkt in „A New Empire's Birth“ über. Ihr episch-monumentaler, abwechslungsreicher und mächtiger Melodic Black Metal kam tatsächlich auch bei Sonnenschein sehr gut zur Geltung. Die anspruchsvollen Stücke wie „Crown Of The Kings“, „Many Are We“ oder „Come Damnation“ von der „Reclaim“-EP, wurden absolut präzise und erhaben dargeboten. Dabei wandelte Obsidian C. einige Riffs und Leads etwas ab und schmückt diese spontan mit kleineren technischen Details seines virtuosen Gitarrenspiels aus. Wer braucht da schon einen zweiten Gitarristen?


Dismember

15.20 (MS) DISMEMBER
Die Schweden-Death-Urgesteine von DISMEMBER sind immer wieder ein Phänomen. Nach gut vierjähriger Auszeit und mittlerweile gut zwanzigjährigem Bestehen ist die Band um Matti Kärki wieder, oder besser immer noch, omnipräsent und bringt das Herz eines jeden Todesmetallers ansatzlos zum Glühen. So auch heute an diesem sonnigen Festivalnachmittag. Räudig knarzend drücken die wohl gewählten Songs der Stockholmer aus den Boxen. Spielerisch auf höchstem Niveau verwursten die Herren alte Stücke wie „Sickening Art“ des Erstlings „Like An Ever Flowing Stream“ mit aktuellen Krachern wie etwa „Combat Fatigue“ zu einem explosiven Gebräu. Niemand, aber auch wirklich niemand vor der Bühne konnte sich dem Bann der Schweden entziehen, die langsam aber sicher auch den letzen Mosher erreichten. Nach gut 45 Minuten hatte auch dieser Spuk dann ein Ende und die Security wieder eine kurze Verschnaufpause nach den mächtigen Massen, die sich von Beginn an über die moshende Gemeinde bewegten. Grandios!


Agrypnie

16.00 (PT) AGRYPNIE
Mit den namensgebenden Schlafstörungen hatten auf dem Festival dieser Tage wohl so einige zu kämpfen... Vor wenigen Tagen erschien „Exit“, das zweite Album der Avantgarde Black Metaller AGRYPNIE. Was kann es da eigentlich schöneres geben, als die nagelneuen Stücke einem so großen Publikum Live vorzustellen? Das Zelt ist mehr als halb voll, als die ersten Töne des Intros erklingen und Torsten der Unhold mit seiner Live-Mannschaft die Bühne entert. Los ging es mit dem Stück „Und führet mich nicht in Versuchung“ vom damals noch als Soloprojekt eingespielten Debütalbum „F51.4“. Verglichen mit den ersten Auftritten präsentierten sich AGRYPNIE nunmehr routinierter und noch tighter. Die kalten Riffs in Verbindung mit dem charismatischen Kreischgesang und den intelligenten, ausdrucksstarken deutschen Texten sorgten sofort für eine angenehme Atmosphäre mit Gänsehautfeeling. Die Band zeigte sehr viel Spielfreude, und auch das Publikum war gleich voll dabei und sang Zeile für Zeile mit. Von „Exit“ wurden die Stücke „Mauern“ und das überlange, unglaublich variantenreiche „Fenster zum Hof“ vorgestellt, welche beide sehr gut von den Fans aufgenommen wurden. Die vehement geforderte Zugabe konnte leider aus Zeitgründen nicht geboten werden.


Neaera

16.10 (PS) NEAERA
Wer die Jungs bereits live erleben dufte, weiß um die superben Showqualitäten des Fünfers und bereitete sich schon seelisch und moralisch auf die unausweichliche Wall Of Death vor. Den zerstörerischen Auftakt machte der Nackenbrecher „Spearheading The Spawn“, der gleich vorgab wie die Marschrichtung sein wird – Vollgas nach vorne und zwar ohne Netz und doppelten Boden. Sänger Benny Hilleke zelebriert seine Bühnengänge in bester Tradition und wäre an diesem Abend sicher Millionär hätte er Kilometergeld für diesen denkwürdigen Auftritt bekommen. Was jetzt kam war die wohl größte Wall of Death, die das Festival bis dato gesehen hatte. Zu „Armamentarium“ dividierte der Fronter die Horde in zwei Teile und gab mit den ersten Tönen den Startschuss. Damit aber nicht genug. Nach Salven wie „Let The Tempest Come“ schaffte es die Band doch tatsächlich einen Circle Pit zu inszenieren, der rund um den Soundturm führte! NEAERA bescherten dem Publikum ordentlich Bewegung, und unterlegten den Reigen mit brachialen Metalcore-Salven. An dieser Band kommt derzeit keiner vorbei.


Ensiferum

17.00 (MS) ENSIFERUM
Die Finnen ENSIFERUM hatten bei strahlendem Sonnenschein am frühen Abend keinerlei Mühe, eine riesige Menschenmasse vor der Hauptbühne zu versammeln. Mit ihren folkloristischen Melodien und heidnischen Rhythmen veranstaltete die oberkörperfrei, in Röcken gekleidete und mit Warpaint geschminkte Band eine feuchtfröhliche Party. Wen wunderte es da, dass über den Köpfen sowohl haufenweise Trinkhörner als auch massig Crowdsurfer kreisten? Die Security im Fotograben hatte jedenfalls alle Hände voll zu tun. Dass die Wall Of Death nicht nur für Hardcore/Metalcore Konzerte gepachtet ist, zeigte sich hier aufs neue, denn ganze zweimal wurde dieses heitere Publikumsspiel ausgiebig praktiziert. Die Stimmung passte, und spieltechnisch gab es auch nichts zu bemängeln. ENSIFERUM spielten unter anderem die Pagan-Metal-Hymnen „Token Of Time“, „Lai Lai Hei“ und „Battle Song“. Zum Schluss ließen es sich die Krieger auch nicht nehmen, noch kurz IRON MAIDENs „The Trooper“ anzuspielen. Wie hieß nochmals das letzte ENSIFERUM Album? „Victory Songs“, das könnte man so auch als Fazit ihres Auftritts stehenlassen.


NME.Mine

17.00 (PZ) NME.MINE
NME.MINE sind auf einem waschechten Metal Festival wie dem Breeze doch eher Exoten. Die energiegeladene Show der Truppe aus Biberach hatte sich allerdings gewaschen und so konnten sie auch hier punkten. Nach einem kurzen Soundcheck steigen die Jungs direkt mit einem brandneuen Song in ihr 30minütiges Set ein. Das Zelt war dabei leider nicht besonders gut gefüllt, was die Band aber wenig beeindruckte und sie legten sich ins Zeug als würden sie als Headliner auf der Hauptbühne spielen. Den Mittelpunkt des Sets bildete erneut der hühnenhafte Frontmann Patrick, der mit seinen smarten, nicht immer ernst gemeinten, Ansagen für einiges Schmunzeln im Publikum sorgte und selbiges gleichzeitig nahezu permanent motivierte. So bildete sich doch tatsächlich bald ein kleiner Pit und in den ersten Reihen waren durch die Bank gebannte Gesichter zu sehen. Auch stimmlich setzte der äußerst agile Frontmann Akzente. Brutales Shouting erledigte er ebenso souverän wie melodische, unter die Haut gehende Gesangsparts. Die insgesamt acht Songs des Sets setzten sich jeweils zu gleichen Teilen aus älterem Material ihres letzten auf Roadrunner Records erschienenen Albums „Life Without Water“ und brandneuen Songs zusammen. Ein mutiger Schritt, aber die Rechnung ging auf, denn die neuen Songs vermochten genauso zu fesseln wie das bekannte Material. NME.MINE waren definitiv eines der Geheimtipps des Festivals, nur schade, dass das nicht allzu viele mitbekommen haben.


Primal Fear

17.55 (PS) PRIMAL FEAR
Nun folgte die geballte Power Metal-Attacke, und es wurde Zeit, denn der Sound war dieses Jahr nicht gar so präsent auf dem Breeze. Zu diesem Zeitpunkt also genau das richtige Futter für die dürstenden Fans. Das Quintett um Mat Sinner und Ralf Scheepers kam sah und siegte. Im Sog der unzähligen modernen und todesmetallischen Kombos war diese Power Metal-Einlage eine willkommene Abwechslung. Herr Scheepers bediente dabei alle gängigen Heavy Metal Klischees und formierte in schöner Regelmäßigkeit die Saitenfraktion zum kollektiven Posing um sich. Ein besonders bemerkenswerter Moment war die grandiose Powerballade „Fighting The Darkness“ in die nahezu die versammelte Mannschaft vor der Bühne einstimmte und für massig Gänsehaut sorgte. Nicht minder spektakulär drückten Klassiker wie „Nuclear Fire“ eine Soundwand der Extraklasse ins Volk. Zu "Mr. Drum himself" Randy Black gab es eigentlich nur eine Sache anzumerken: auch wenn sein Drumkit wie eine Festung anmutete, war es sagenhaft mit anzusehen, wie er dieses Equipmentmonster mit einem Lächeln und jeder Menge Spaß und Brillanz bediente! Das abschließende "Metal Is Forever" knüppelte dann aber noch mal ordentlich nach vorne und beendete das Set mit jeder Menge gute Laune.


Hacride

18.00 (PZ) HACRIDE
In den letzten Jahren waren es im Rückblick oft französische Bands, die unerwartet für Begeisterung und offenen Münder sorgten; man denke da nur an GOJIRA oder DAGOBA. Und in diese Aufzählung gehören dann ab sofort auch ihre Landsleute HACRIDE. Sie präsentierten eine interessante und äußerst durchschlagskräftige Mischung aus flächig-sphärischen Passagen im Wechsel mit vertrackt-brutalen Parts, Assoziationen mit Bands wie MESHUGGAH, STRAPPING YOUNG LAD oder eben auch GOJIRA sind da fast unausweichlich. Zum brillanten Material kam eine ebensolche Performance. Komplett in schwarz gekleidet waren sie vor dem gleichfarbigen Hintergrund ab und an kaum auszumachen, jedoch waren sie äußerst engagiert. Aktivposten war der kurzgeschorene und meist bellende/brüllende Frontman Samuel, der von seiner leidenschaftlich ihre Matten schüttelnden Saitenfraktion in Form von je einmal Bass und (nur einmal!) Gitarre flankiert wurde. Mit fortschreitender Dauer zogen sie mehr und mehr Leute im Zelt in ihren Bann und dürfen die Show im seither wenig bespielten Nachbarland somit als absoluten Erfolg verbuchen. Unter den ohnehin überdurchschnittlich versierten Musikern, stach besonders Schlagzeuger Olivier heraus, der äußerlich fast unbeeindruckt unfassbar vertrackte Passagen meisterte und zudem noch fürs Einspielen der Sounds zuständig war.


H-Blockx

18.45 (MS) H-BLOCKX
Man durfte gespannt sein wie sich das Gespann um Fronter Henning im Klammergriff der sonst ausnahmslos metallischen Kombos schlagen würde. Und eine Sache gleich vorweg, es hat prima funktioniert! Im Wirbel aus Stroh und Sägespänen zimmerten die H-BLOCKX eine Schrankwand aus neuen und alten Partykrachen, die vom Publikum offenbar als dankbare Entspannung für die Ohren angenommen wurde. Auch wenn es lange recht ruhig um die Münsteraner war, haben sie auf den Brettern, die die Welt bedeuten, absolut nichts verlernt und wissen sich auf jede Situation einzustellen. Dank dieser Routine wurden schließlich selbst Songs des aktuellen und im Publikum eher unbekannten Albums „Open Letter To Friend“ zum Erfolg. Richtig in Bewegung kamen die Massen aber schließlich erwartungsgemäß beim Klassiker „Move“. Da blieb bis zum Soundturm kein Fuß auf dem Boden. Damit diese Welle auch weiter anhielt legte man gewichtig nach und rundete eine ungewöhnlichen Auftritt mit zwei weiteren Krachen „Revolution“ und „Risin' High“ des Erstlingswerkes ab. Unter Anbetracht der nicht ganz einfachen Umstände: Respekt für eine fette Show!


Misery Speaks

19.00 (PZ) MISERY SPEAKS
Die wie die H-BLOCKX aus Münster stammenden MISERY SPEAKS servierten im Partyzelt am frühen Abend ein absolutes Brett in Sachen Metalcore. Obwohl das „core“ in ihrem Sound eigentlich kaum noch heraus zu hören ist. Die Truppe spielt inzwischen lupenreinen Death Metal, der gekonnt sowohl Elemente der skandinavischen als auch amerikanischen Schule fusioniert. Gleich nach dem ersten Song hatte die Band mit technischen Problemen zu kämpfen. Der Bassist schnappte sich für den nächsten Song kurzerhand ein Mikro und grunzte Backup Vocals während seine Techniker sich dem Bass-Problem widmeten. Der Bass war dann auch schnell wieder einsatzfähig und die Band konnte erneut in voller Besetzung agieren. Übers restliche Set moshten sie alles nach Strich und Faden in den Boden. Das Zelt hatte war zu dem Zeitpunkt dann auch schon ordentlich gefüllt und ein stattlicher Moshpit hatte sich gebildet. Der Frontmann heizte die Stimmung immer weiter an und zum Schluss hatte sicherlich jeder der Anwesenden zumindest einmal mit dem Kopf genickt. So konnten die Herren auch absolut zufrieden mit ihrem Set sein.


Sonic Syndicate

19.50 (PS) SONIC SYNDICATE
Wohl kein anderer Newcomer in Sachen Modern Metal ist in den letzten Jahren dermaßen steil in die oberste Liga des Genres aufgestiegen, wie die Schweden von SONIC SYNDICATE. Aus dem Stand schaffte es ihr Debut bei Nuclear Blast auf Platz 64 in die deutschen Albumcharts und der demnächst aufschlagende Nachfolger „Love And Other Disasters“ dürfte diese Position aller Voraussicht nach locker toppen – das immense Interesse an der Band war dann auch deutlich an den unruhig auf den Beginn der Show harrenden Massen vor der Pain Stage abzulesen. Diese Massen waren der Band gleich doppelt willkommen, denn auch ohne die mehrfachen Verweise der Sänger auf die mitfilmenden Kameras, wäre es wohl kaum jemand aufgefallen, dass die Show der Youngster mitgeschnitten wird. Die Fronter hatten die Meute ruckzuck im Griff und so stimmten sie sogar munter die geforderten „DVD“-Chöre an und winkten später sogar komplett die hochgereckten Arme im bekannten Scheibenwischer-Stil hin und her. Es war aber auch schwer sich der energetischen Show der Combo zu entziehen, und auch wenn die Pain Stage schon fast etwas eng für die Masse an Musikern war, zogen sie ihre straight durchchoreografierte Show inklusive munterem Kreuzen und synchronen Hüpfpassagen routiniert durch. Auch die schmucke Bassistin Karin nahm sich bei den heftigen Headbang-Passagen keineswegs zurück und war ebenso energisch wie ihre Bandkollegen. Mit u.a. der Vorabsingle „Jack Of Diamonds“ boten sie auch schon mal Einblick ins Material ihres neuen Albums, und das wurde vom Publikum ebenso euphorisch aufgenommen, wie das bereits bekannte Material. Besonders bizarr anzusehen waren die fast konstant über den Massen fliegenden Strohknäuel mit denen das Publikum im allgemeinen offensichtlich jede Menge Spaß hatte.


Misanthrope

20.00 (PT) MISANTHROPE
Die bereits 1988 gegründeten Franzosen MISANTHROPE sind ein echter Geheimtipp in der Szene, was sicherlich auch damit zusammenhängen mag, dass der Auftritt auf dem Summer Breeze der aller erste Deutschlandgig dieser Truppe überhaupt war. Ihr sehr eigenständiger Mix aus progressivem Melodic Death Metal und einem deutlichen Schlag Hard Rock, welcher auch hier und da Anleihen aus dem Jazz und vor allem aus dem Klassikbereich beinhaltete, wurde streckenweise konsterniert aufgenommen. Die vielschichtige und fast schon zu abwechslungsreiche Musik mit ihren zig Tempowechseln wurde von melodischen Gniedelleads und Keyboards aus der Konserve. MISANTHROPE spielten die verschachtelten Songs technisch präzise und waren zudem eine der lautesten Bands des gesamten Festivals - zumindest im Zelt. Dabei waren die Franzosen viel in Bewegung, wirkten sehr engagiert und sorgten insgesamt gesehen für eine recht bizarre, ganz besondere Atmosphäre, die ihresgleichen sucht.


Heaven shall burn

20.45 (MS) HEAVEN SHALL BURN
Zum dritten Mal stehen HEAVEN SHALL BURN nun schon auf den Bühnen des Summer Breeze. Ihr Position hat sich dabei von Jahr zu Jahr verbessert. Nun stehen sie also tatsächlich als Co-Headliner auf der Hauptbühne. Erstaunlich welche Entwicklung die Jungs in den letzten Jahren hingelegt haben. Zum ersten Mal haben sie auch einen imposanten, etwas aufwändigeren Bühnenaufbau in Form von vier Leuchtsäulen und einem riesigen Banner dabei. Die Band betritt uniform in blutroten Hemden und schwarzen Hosen gekleidet die Bühne und legt direkt mit dem Opener des aktuellen Albums „Endzeit“ los. Vom ersten Ton an tobt die Meute, die das komplette Bühnenvorfeld ausfüllt. Der sympathische Frontmann Marcus Bischoff heizt die ohnehin schon kochende Stimmung noch weiter an, als er ankündigt, dass HEAVEN SHALL BURN den Auftritt für eine DVD mitfilmen. Schon früh wurden im Publikum Rufe nach einer Wall Of Death laut. Bischoff lässt sich da natürlich nicht lange bitten und gibt dem Publikum was sie wollen. Es entsteht die größte Wall Of Death, die dieses Festival je gesehen hat... und es sollte nicht die einzige bleiben! Das Publikum folgt Bischoffs Anweisungen blind. Das Festivalgelände kommt zum Beben als alle Anwesenden auf und ab springen und später variiert Bischoff das Wall Of Death-Spiel indem er vorgibt, das Publikum solle direkt nach der ersten Wall sofort wieder zurück auf die Anfangsposition gehen und erneut eine Wall bilden. Dieses Spiel hält das Publikum während des kompletten Songs „Voice Of The Voiceless“ aufrecht. Bescheiden und offensichtlich tief beeindruckt bedankt sich Bischoff beim Publikum und erklärt, dass mit diesem Auftritt ein Traum für ihn in Erfüllung ging. Nach dem EDGE OF SANITY-Cover „Black Tears“ endet das reguläre Set, doch die Band kommt natürlich für eine Zugabe zurück. Dieser Auftritt war der definitive Höhepunkt in Sachen Publikumsreaktion des gesamten Festivals. Wer das verpasst hat, sollte sich schon jetzt die DVD der Thüringer vormerken.


Novembre

21.00 (PT) NOVEMBRE
Nach MISANTHROPE ging es mit den italienischen Düstermetallern NOVEMBRE doch deutlich eingängiger weiter. Die Band ist mittlerweile ein Garant für einen anspruchsvollen, höchst atmosphärischen, dynamischen und progressiven Mix aus Dark, Doom und Gothic Metal, den sie auf ihrem letzten, von der Presse und den Fans hoch gelobten „The Blue“-Album in Perfektion zelebrieren. NOVEMBRE präsentierten sich im Zelt als wirklich große Meister ihres Genres und lieferten eine musikalische Achterbahnfahrt der Gefühle. Von lauten, rasend wütenden Ausbrüchen bis hin zu leisen, depressiven Abgründen zogen sie alle Register der dunklen Seiten des Daseins. Die facettenreichen, hochmelodischen und gleichzeitig oft brettharten Stücke wurden von den Fans begeistert aufgenommen. In den vorderen Reihen kreisten zig Matten, und nach jedem Stück gab es viel Applaus. Gerade auch der variantenreiche, emotionale Gesang von Carmelo Orlando, pendelnd zwischen klar klagend bis finster keifend und growlend, wusste zu fesseln und berührte die Seele. Ein bittersüßer Trip in einer noch jungen und definitiv ereignisreichen Nacht.


Destruction

21.50 (PS) DESTRUCTION
Nachdem die Hauptbühne vorgelegt hatte, war es nun auch auf der Pain Stage Zeit für den ersten Headliner des Tages. Und die deutsche Thrash Metal-Institution DESTRUCTION zog wahrlich alle Register um dieser Rolle gerecht zu werden. Das ging schon bei den Bühnenaufbauten los (großes Backdrop und Aufsteller im gleichen Design links und rechts neben dem Drumkit) und hörte mit den diversen Pyrospielereien (Knalleffekte, Feuersäulen, Funkenfontänen, Knalleffekte usw.) noch lange nicht auf. Denn auch spielerisch entfachten die Mannen um Kultfigur Schmier ein wahres Feuerwerk und einen Parforceritt durch die Höhepunkte ihres seitherigen, über 25jährigen, Schaffens. Nach dem Kracher „Nailed To The Cross“ gabs einen weiteren Höhepunkt als doch tatsächlich der leibhaftig Mad Butcher die Bühne betrat. Die Figur ist ja von mehreren ihrer Albencover bekannt und kam natürlich auch nicht alleine auf die Bühne, er hatte drei leicht- bzw. kaum bekleidete weibliche Opfer im Schlepptau! Zwei davon hatte er mit Ketten an sich gefesselt und das dritte trug er mühelos über der Schulter. Spätestens da flippten die Thrash-Maniacs im Publikum dann völlig aus, auch wenn die Dimensionen von den zuvor auf der Hauptbühne aufspielenden HEAVEN SHALL BURN natürlich nicht erreicht wurden. Sehr sympathisch auch die Ansage des Fronters gegen jegliches Schubladendenken im Metal, die entsprechend vor ihrem Hit „United By Hatred“ positioniert wurde.


Mustasch

22.00 (PZ) MUSTASCH
Die räudigen Heavy-Rocker aus Schweden waren eine der vielen Überraschungen des Festivals. Musikalisch nichts wirklich neues, überzeugte bei ihnen vor allem die leidenschaftliche Performance und vor allem der übersympathische Sänger Ralf Gyllenhammar, der wahrlich wusste, wie man ein Publikum rockt. Charmant kokettierte er mit seinen rudimentären Deutschkenntnissen und kam vom Kultfaktor sogar unerhofft nah an den seitherigen Ansagenkönig, den Sänger der derben CEPHALIC CARNAGE heran. Höhepunkte waren Sätze wie „Alles gut? Alles Klar? AUTOBAHN!“ und „Superrock aus Schweden! MUSTASCH! Wir lieben Dir!“. Das Publikum stieg voll auf die Band ein und im Nachhinein verwundert es wohl auch keinen, dass die Band in ihrem Heimatland regelmäßig ganz oben in den Charts landet. Selbst seit Urzeiten bekannte Sänger/Publikum-Spielchen wie dass Fronter Ralf ein Lalala-Motiv vorsang und das Publikum das dann nachgrölen sollte, funktionierten aufs beste. Er holte aber auch noch das Letzte aus den Massen heraus und forderte das willige Volk mit den Worten „Sehr gut, aber Sie kannst Du ja besser!“ zu noch mehr Einsatz. Ein Siegeszug, der sich wohl auf der Tour im Herbst wiederholen wird.


Cradle of Flith

22.45 (MS) CRADLE OF FILTH
Nach dem fulminanten Auftritt von HEAVEN SHALL BURN hatte es der eigentliche Headliner des Abends natürlich schwer da stimmungsmäßig noch eins drauf zu setzen. Ein Unterfangen das sie, um es vorweg zu nehmen, auch nicht geschafft haben. Trotzdem hat die Band das Programm auf der Hauptbühne stimmungsvoll und Headliner-würdig ausklingen lassen. Neben dem riesigen Banner fällt am Bühnenaufbau vor allem auf, dass keine Verstärker auf der Bühne zu sehen waren. Diese standen seitlich am Bühnenrand und sorgten so für eine unverbaute Bühne. Neben den Drums waren links und rechts jeweils Podeste für die sporadisch auftretende Keyboarderin und Sängerin aufgebaut. Nach einem mystischen Intro betraten Dani Filth und seine Mannen, in schwarzem Lederoutfit und bleich geschminkt die Bühne. Mit „Dringe Inferno“ starteten die Jungs auch gleich fulminant in ihr Set. Es folgte ein buntes Best-Of Set über alle Schaffensphasen. Neueres Material wie „Nymphetamine“ kam ebenso zum Zuge wie „The Principle Of Evil Made Flesh“ vom gleichnamigem Debüt. Dazwischen Songs wie „Dusk And Her Embrace“, „Her Ghost In The Fog“, “Cruelty Brought Three Orchids” oder “From The Cradle To Enslave”. Der Sound ließ ebenso keine Wünsche offen wie auch die spielerischen Fertigkeiten der Band inklusive Sängerin und Dani Filths fast schon unmenschliche Stimme. Nach dem Ende des regulären Sets ließ sich die Band noch zu zwei Songs Zugabe überreden. Danach war allerdings endgültig Schluss. Laut Plan gut 10 Minuten vor dem geplanten Ende der ihnen zustehenden Spielzeit. An sich schade, denn die vielen Fans hätten die Band wohl gerne noch etwas länger gefeiert.


Jack Frost

23.00 (PZ) JACK FROST
Ein Schneemann (das heisst der Bandname übersetzt) auf einem Sommerfestival? Nicht nur namenstechnisch zeigten sich die Linzer als Ausnahmeband. Die Doom Rocker aus Österreich gingen auf dem Höhepunkt der partiellen Mondfinsternis auf die Bühne und sorgten im Zelt auch augenblicklich für schaurig schöne Melancholieattacken. In Unmengen von Nebel gehüllt groovten sie sich durch ihr Set und ließen sich auch nicht von kurzzeitigen technischen Problemen in Form einer kaputten Snare aus dem Konzept bringen. Sie boten eine ausgewogene Mischung aus bekannten älteren Hits wie „Mother Mary Sleeps With Me“ und ein paar Tracks ihres demnächst erscheinenden „My Own Private Hell“-Albums. In einer Woche sind sie schon wieder in der Region zu erleben, nämlich auf der Releaseparty ihrer Freunde von END OF GREEN, dem „Sickfest“ in Abstgmünd. Und so verabschiedete sich Fronter Phred Phinster auch mit einem imperativen „See You Next Week“ von den Fans.


Anathema

00.10 (PS) ANATHEMA
Die letzte Band auf der Painstage war in den letzten Jahren meist etwas ruhiger und tendenziell der Melancholie verpflichtet – man denke nur an die unvergesslichen Auftritte von MY DYING BRIDE und KATATONIA. Mit den Briten ANATHEMA reiht sich hier eine Band ein, die schon seit Jahren ganz oben auf der Wunschliste fürs Festival steht und sie boten dann auch eine denkwürdige Show, wenn wohl auch nicht ganz so, wie sie die Fans erwartet hatten. Die Band um die drei Cavanagh-Brüder zeigte sich von ihrer entspannt-lustigen Seite, waren untereinander ständig am Flachsen und das ging tatsächlich bis zu imitierten Furzgeräuschen! Auch schienen sie ihren Auftritt nicht wirklich durchgeplant zu haben, eine feste Setlist schien es nicht zu geben und es wurde zwischen den Songs spontan entschieden, was als nächstes folgen sollte. Am intensivsten war wohl der vierte Song „A Natural Disaster“ bei dem zusätzlich eine Sängerin auf die Bühne gebeten wurde, die mit ihrer Stimme für wahre Gänsehautwellen sorgte. Auch die ein oder andere mitfühlende Ansage in Richtung des Publikums, das ja nun seit vier Tagen campen musste, wurde gemacht und überhaupt war bei diesem Auftritt wenig so, wie man das wohl von der Band erwartet hat. Was aber nicht nur von der Band ausging, auch die Grabensecurity trug wesentlich zur Überraschung bei. Da sie bei den ruhigen Passagen wohl wenig zu tun hatten, begaben sich ein paar der Jungs mit den roten Shirts selbst ins Publikum, stiegen über die Köpfe der Zuschauer zu Crowdsurfern auf und ließen sich dann von ihren Kollegen wieder in den Graben ziehen. Und nachdem die Aufforderung zum Klatschen seitens Danny Cavanagh nicht so recht fruchten wollten, standen die Securities plötzlich komplett auf der Absperrung und bildeten eine imperative Klatschfront, der das Publikum tatsächlich bis zum FOH gehorchte. Fronter Vincent war sichtlich beeindruckt, hatte so was noch nie erlebt, forderte die Jungs zum Weitermachen auf und bedachte sie am Schluss der Show mit einem extra dicken Dankeschön. Beim letzten Song, der PINK FLOYD Coverversion „Comfortably Numb“ kam es dann zum skurrilsten Aufeinandertreffen des Festivals. Der Mad Butcher von DESTRUCTION kehrte auf die Bühne zurück und lieferte sich Metzgerbeil-schwingend ein Duell mit dem ANATHEMA -Sänger. Wie eine gut choreografierte Theater Fecht-Einlage beharkten sie sich auf der Bühne, Cavanagh setzte hohe Kicks an, tänzelte um den Metzger herum und der bot dann als Krönung sogar noch eine gekonnte Roboter-Breakdance-Einlage – völlig UNFASSBAR! Only At Summer Breeze!!!


Dark Fortress

00.15 (PT) DARK FORTRESS
Die Nacht war inzwischen schon recht kalt, es herrschte zumindest partielle Mondfinsternis und die Geisterstunde war schon fortgeschritten. Ideale Voraussetzungen für dunklen Black Metal also! Mit etwas Verspätung betraten die bereits von vielen Fans sehnsüchtig erwartenden DARK FORTRESS die Bühne um den Schlusspunkt im Partyzelt zu setzen. Präzise wie ein Schweizer Uhrwerk und ungeheuer energisch hämmerten die Landshuter ihre eiskalten und mitreißenden Stücke in die Menge. Die abwechslungsreichen Hymnen pendelten zwischen purer Raserei und treibendem Midtempo. Trotz aller Härte und Brutalität war aber immer noch genügend Raum für zuhauf frostige Melodien, wodurch die Songs jedoch nichts an ihrer Durchschlagskraft einbüssten. Der neue Sänger Morean verfügt auch live über eine starke, finster-charismatische Stimme. Ebenso legte er zusammen mit der restlichen Band eine energiegeladene Performance hin, so dass sein Vorgänger Azathoth keineswegs vermisst wurde. Durch die Verwendung von reichlich Nebel sowie der Beschränkung auf grünes, blaues und weißes Licht wurde die eisige, beklemmende und finstere Atmosphäre zusätzlich unterstützt. Die verwendeten Einspieler zwischen Stücken wie beispielsweise „Baphomet“ hielten die Spannung aufrecht. Ein wahrhaft würdiger Abschluss!


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