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Dinkelsbühl | Germany -
Paradise Lost - feiner britischer Humor

Paradise Lost – feiner britischer Humor

Wahrlich keine Unbekannten betreten bei Einbruch der Dunkelheit die T-Stage. Denn bereits zum siebten Mal gastieren PARADISE LOST hier und freuen sich auch dieses Mal über beachtlichen Andrang vor der Bühne – was gar nicht so selbstverständlich ist, denn parallel spielen schließlich IN FLAMES auf der Main Stage… Im Bühnenhintergrund prangt ein riesiges Backdrop, die Band erscheint in einem fröhlichen Schwarz – ungewohnt ist an sich nur die Acryl-Verglasung ums Schlagzeug; sowas kennt man sonst ja eher von Orchesterkonzerten. Als Einstieg haben die Briten „Serpent on the Cross“ von ihrem aktuellen, 17. (sic!) Album „Ascension“ gewählt, das vom Publikum dankbar aufgenommen wird. Gleich an zweiter Stelle schicken Nick Holmes und Kollegen dann das enorm eingängige „One Second“ ins Rennen, das durch einen offensichtlich kompetenten Mensch am Lichtpult optimal in Szene gesetzt wird. Auch akustisch ist das Leckerschmecker, was da aus den Boxen schallt, besonders der klar auszumachende, grollende Basssound ist eine Freude. Die Protagonisten auf der Bühne haben es in ihrer britischen Art nicht so mit extrovertiert zur Schau getragenen Emotion – mit Ausnahme von Gitarrist Aaron Aedy, dessen Konterfei im Lexikon auch als Referenz unter „Honigkuchenpferd“ abgebildet werden könnte, der Mann hat immer sichtlich Spaß in den Backen. Trockenen Humor serviert Fronter Nick Holmes, der sich heute erstaunlich textsicher präsentierte, aber durchaus. So verrät er, dass er nach dem Song „The Last Time“ kurz überlegt habe nach unten in den Fotograben zu springen, es dann aber doch gelassen hat, weil er in seinem Alter wohl nie wieder auf die Bühne hochgekommen wäre. Und ich meine „As I Die“ wurde als Song angekündigt, der irgendwo auf der Welt sehr populär sein soll – wahrscheinlich in Neuseeland. Mit dem abschließenden „Silence Like The Grave“ präsentieren die Mannen den dritten Song ihres aktuellen Albums. Der Sohn von meinem Vater hätte sich aber stattdessen mindestens einen Song vom legendären „Gothic“-Album gewünscht. Vielleicht dann in ein paar Jahren beim achten Besuch beim SUMMER BREEZE?

(Tom)