
Fulci – Italo-Horror Vollbedienung
Kurz an den vielseitig zur Verfügung gestellten Waschbecken etwas kühles Nass ins Gesicht, um sich dann die Wasserperlen mit italienischer Schlagkraft direkt wieder aus dem Halsaufsatz pusten zu lassen. Horrorregisseur Lucio Fulci wäre jedenfalls stolz, mit welcher Humorlosigkeit seine Landsmänner seinen Namen vertreten und die berüchtigte Atmosphäre seiner Filme intonieren. Jedenfalls beginnt das Quintett staubtrocken, lässt das eigene Intro nicht vom Band kommen, sondern spielt es kurzerhand selbst ein, bevor Frontmann Fiore auf die Bühne tritt und die ersten Tieftöne ins Publikum speit. Letzteres wird um die frühe Uhrzeit von Minute zu Minute mehr, da die walzenden Songs, häufig mit BOLT THROWER-Geradlinigkeit, direkt in Mark und Bein übergehen. Schnell sind die Anwesenden überzeugt, via Circle Pit die ersten Staubwolken zu erzeugen, die von Gitarrist Domenico mit sinistren Melodien und Zwischenspielen ummantelt werden. Natürlich dürfen zwischendurch auch ein paar originale Filmsound-Einspieler nicht fehlen. Ansonsten verzichten FULCI nebst Backdrop auf sämtlichen Schnickschnack, den vielleicht die eine oder andere Band gebraucht hätte, um überzeugend zu wirken. Ohne Ansagen hämmern sich die Italiener durch ein Einflusspotpourri quer durch alle Death Metal-Szenen, auch wenn sie wohl dem nordamerikanischen Stil am Nächsten kommen mögen. Jedenfalls ist nach dieser Dreiviertelstunde die Frisur gefönt und auch die drückenden Basssalven haben bereits ordentlich Nachdruck hinterlassen.
(Patrick)
14.08.2026




























