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Dinkelsbühl | Germany -
RECTAL SMEGMA - Mucke für ASStheten

RECTAL SMEGMA – Mucke für ASStheten

Während wir schwitzend auf den Showstart warten, sprechen wir über andere Körperflüssigkeiten. Ein Fotograf berichtet, wie ihm RECTAL SMEGMA erklärt wurde: Angeblich handele es sich um ein Sekret aus den Analdrüsen. Ich denke beiläufig an Hunde und hinterfrage die Erläuterung. Die spätere Recherche klärt kreativ-medizinisch auf: Smegma bezeichnet das Sekret von Talgdrüsen im Intimbereich und „rektal“ verfrachtet es für den Funfaktor im Bandnamen weiter nach hinten. Nun wissen wir alle Bescheid.

Nicht nur hintenrum Spaß haben

RECTAL SMEGMA kommen aus Darmstadt – nein, das stimmt nicht. Als Heimatort wird Naaldwijk in Südholland gelistet. Gerade stehen sie auf der Tool Rebel Stage und klingen in den Ohren mancher vermutlich so, als würde man einen vollen Werkzeugkasten fallen lassen. Alle anderen lassen sich von dem Gore Grind ihre am Vortag verdrehten Hirnzellen reparieren. Doch schauen wir uns für eine Bespaßaufnahme erst mal um: Es kleben auffällig viele Hemden im Hawaiistyle an schweißnasser Haut. Die Motive machen so viel Spaß wie die Mucke: Haie, Katzen, Bierflaschen, Möwen, bunte Blüten, Tiger, Palmen, Hanfblätter, exotische Vögel … willkommen im Textilzoo.

Blick zur Bühne: Stirnband und Shirt des Gitarristen passen farblich eins a zu den Neonhosenträgern meines Stehnachbarn und den immer auffälligen Surferhosen von STILLBIRTH, die Merchmarketing so gut wie keine andere Band verstanden haben. „Hot, right?“, fragt Fronter Yannic Ophorst, der plakativ „Grindcore“ über den Bauch tätowiert hat, und öffnet eine Bierdose: zisch, top Sound! Der Joke war angesichts des „Ich kann gar nicht so viel trinken wie ich schwitzen muss“-Wetters aber eher ein Griff ins Klo – praktisch, dass da hinten jemand einen Pömpel dabei hat. Woanders hat sich ein rosa Pelikan (kein echter) an einer grünen Schwimmnudel erhängt. An RECTAL SMEGMA kann’s nicht liegen, die liefern satt ab. Wie „Slayer But Gayer“.

Mucke für ASStheten

Crowdsurfer:innen segeln maskiert durch den Staub, den der Pit zum „Jump und dance“-Metal aufwirbelt. Stumpf ist hier zwar Trumpf, aber der repetitive Charakter der Lieder lullt keinesfalls ein, sondern sorgt für einen steten Bewegungsdrang. Und so POphezeie ich der Band eine weiterhin rosettige Zukunft, denn für gute Laune braucht es nicht zwangsläufig ausgefeilte Songs. Und bevor die Wortspiele noch schlechter werden, schließen wir den Klodeckel – passend zum Grindcore ganz sanft und leise mit Absenkfunktion.

(Andre)