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Dinkelsbühl | Germany -
SPEED - breitbrüstige Hardcore-Wände

SPEED – breitbrüstige Hardcore-Wände

Selten ist ein Hardcore-Act wie die Australier von SPEED innerhalb kürzester Zeit zu einer so großen Nummer geworden. Erst im Jahr 2019 gegründet und lediglich ein vollwertiges Album im Gepäck, haben sich die Jungs aus Down Under klammheimlich an vielen Konkurrenten vorbei auf die Hauptbühnen dieser Welt gemausert. Jem Siow, Frontmann der Band, kann das kaum fassen. Das nimmt man seinen Ansagen über seinen großen Stolz, nun ohne große Sprachkenntnisse sogar Deutschland bereisen zu dürfen, absolut ab. Wenn etwas in dieser kurzen Zeit bereits Tradition hat, dann der anfängliche Flöteneinsatz des Fronters, bevor breitbrüstige Hardcore-Wände zum Staub aufwirbeln einladen. Musikalisch haben SPEED ihre Wurzeln in den Klassikern der Szene wie AGNOSTIC FRONT oder TERROR, dennoch gelingt es dem Quintett, ein recht starres Genre ohne Verlust der Essenz ein wenig aufzubrechen und Feinheiten anderer Spielarten einfließen zulassen. Manchmal geht Siows Gesang fast schon verstärkt in eine Hip-Hop- oder Rap-Richtung und wird durch einen entsprechenden instrumentalen Flow gestützt, bevor die Australier wieder klassisch auflösen und mit fetten Breakdowns in die Parade fahren. Zwischendurch darf dann auch mal Bruder Aaron Siow ans Mikrophon und der Ältere schnappt sich derweil die Bassgitarre. Vieles scheint bei SPEED aus dem Bauch heraus zu laufen und durch die treibende Emotionalität der Musik geleitet zu sein, was auch an diesem staubig heißen Nachmittag funktioniert.

Vor der T-Stage wird sich jedenfalls reichlich verausgabt, was den Fünfer mit weiter Anreise sichtlich stolz und dankbar macht.

(Patrick)