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Dinkelsbühl | Germany -
NANOWAR OF STEEL - Haaland und das Kornröschen

NANOWAR OF STEEL – Haaland und das Kornröschen

Es ist schon immer sehr besonders, wenn die Main Stage ihren Tagesbetrieb startet. Die Sekunden davor leben von einer kribbeligen Vorfreude, während erste Euphoriewellen über das Infield rollen. Passend dazu gibt es bei NANOWAR OF STEEL einen Countdown: 3, 2, 1 und die Main verwandelt sich wieder bis spät in die Nacht in ein Portal zu einer anderen Welt.

Laufsteg für mehr Offenheit

Zwölf Uhr mittags, die Frisur liegt unter irgendeiner Kopfbedeckung. Glück für alle, die sich vorne positioniert haben, denn die dort Wartenden werden angefeuchtet. Und wer steht da so? Wir sehen Bandlogos von POWERWOLF und SABATON – äquivalent. Aber es gibt zum Beispiel auch SLAYER, SLIPKNOT, CANNIBAL CORPSE und eine All-in-MOTÖRHEAD-Kutte, deren Träger den Auftrittsbeginn hüftschwingend begleitet.

Fans aus verschiedenen Musiklagern sind sich also einig: Mit NANOWAR OF STEEL können wir eine Party feiern. Zu allen anderen, deren Stirn etwas enger gebaut ist, passt das Shirt mit Ozzy und Lemmy, die beide den Mittelfinger zeigen. Bleiben wir modisch, denn bei den Italienern wird Fashion vom Tütü bis zur Perücke ganz großgeschrieben. Schau, da hinten steht Kornröschen. Der Mensch mit Bart in pentagrammbestickter Netzstrumpfhose macht ebenfalls eine top Figur. Und das Outfit einer bekannten Supermarktkette, die sich auf Schniedel reimt, ist auch ein optischer Kassenschlager.

Wie fliegt man auf italienisch?

Pyros bei mehr als 30 Grad im Schatten ist so, als würde ich eine mobile Heizung mit in die finnische Sauna nehmen. Egal, sieht trotzdem schick aus. Das gilt auch für die Funkenfontänen. Dazu tänzeln NANOWAR OF STEEL spielfreudig, bestens gelaunt und mit sympathisch brüchigem Deutsch durch ihre ulkige Setlist. Fronter Potowotominimak berichtet, dass sie erst auf der Ficken Stage und dann auf der T gespielt haben. Jetzt ist es die Main – eine konstante Entwicklung. Als Nächstes schlägt er die „Übermainstage“ vor.

 

Ob wir Lust haben zu fliegen, fragt Potowotominimak. Einige wissen Bescheid: Es folgt der Song „Il Cacciatore Della Notte“, zu dem ein Musiker im Eulenkostüm über die Menge crowdsurft. Der längste Flug einer Schneeeule auf dem SUMMER BREEZE, soll es werden. Wir sagen: Mission federleicht erfüllt.

Nächster Akt der Comedy-Metal-Show: NANOWAR OF STEEL erinnern uns an die Fußballweltmeisterschaft (Italien, hihi), speziell an die norwegische Nationalmannschaft und vor allem an Erling Haaland, dem wir statt Satan lautstark huldigen sollen. Wird gemacht. Als Dankeschön bekommen wir – logo – „Norwegian Reggaeton“. Auf der Videoleinwand zappelt ein brennender Fisch über einer Kirche und auf den Publikumsköpfen segeln aufblasbare Meerestiere. Ein wunderbarer Fiebertraum! Gen Ende darf eine der wenigen Mauern, die wir nicht einreißen wollen, freilich nicht fehlen: die Wall of Love.

(Andre)