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Dinkelsbühl | Germany -
TERROR - aber in schön!

TERROR – aber in schön!

Endlich ist diese verdammte Sonne untergegangen! Die Brutzelei ist vorbei, der Staub bleibt – perfekte Bedingungen für den Abriss, den TERROR um 20:30 Uhr beim SUMMER BREEZE auf die Bretter brennen.

Wer Hardcore bucht, will keine dreistündigen Gitarrensoli, keine tiefgründigen Liebesbekundungen oder wortgedrechselte Poesie, sondern:

einmal gepflegt auf die Fresse, zum Mitnehmen bitte!

Das Rezept der L.A.-Hardcore-Veteranen besticht seit über zwei Jahrzehnten, ohne Abstriche.

Vor der Bühne herrscht Ausnahmezustand: Das Publikum ist jung, extrem agil und weist eine Cap-Dichte auf, die jeden Skatershop neidisch macht. Es wird dauer-gestagedived, geflip-floppt und gecrowdsurft. Dass zwischendurch Wasserbälle über die Köpfe segeln, verleiht dem staubigen Pit beinahe die Leichtigkeit eines mit riesigen Seifenblasen ausgetragenen Beachvolleyball-Turniers – nur eben mit Sporthosen mit aufgesticktem Band-Logo, Bier-geschwängertem Atem und deutlich mehr fliegenden Ellbogen. Entweder man schmeißt sich mitten rein ins Getümmel, oder man gönnt sich das Spektakel etwas abseits, entspannt sitz-nickend, bewaffnet mit einer warmen Käsebrezel und einem kalten Ingwerschnaps (Saint Ginger lässt grüßen). Oder eben beides nacheinander.

Frontmann Scott Vogel steuert das Chaos wie ein Fahrlehrer auf Koffein: Ein Dauerfeuer aus „Hell Yeah!“-Rufen und die unerbittliche Forderung nach noch mehr Circle Pits halten die Meute auf Betriebstemperatur.

Musikalisch gibt es keine Experimente, sondern die volle Packung Attitüde. Kracher wie „Pain Into Power“, „Spit My Rage“ und – natürlich – „Keepers Of The Faith“ ballern ohne Verschnaufpause durch die Boxen. Die absolute Abrissbirne ist aber ohne Frage

„Always The Hard Way“ – bei der Nummer rastet die Menge vollends aus.

Und weil ehrlicher Hardcore kein langes Geplänkel braucht, ist satte 15 Minuten vor dem geplanten Ende urplötzlich Schicht im Schacht. Quasi „Wham, Bam, Thank You Mam!“. Abriss beendet, Danke, Tschüss – beehren Sie uns bald wieder! Für die Anwesenden bedeutet der frühe Feierabend schlichtweg genug Puffer für ein frisches Kaltgetränk vor dem Rüberwechseln zu ILLDISPOSED auf der benachbarten Tool Rebel Stage. Unterm Strich: Einwandfreier, kompromissloser Durchmarsch. Kurz, dreckig, TERROR halt.

(Tammy)