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Dinkelsbühl | Germany -
LUMPENPACK - Regenbogen vor der Main Stage

LUMPENPACK – Regenbogen vor der Main Stage

Falls jemand wirklich noch nie vom LUMPENPACK gehört hat und sich an diesem Freitag fast zu High Noon vor die Main aufmacht, hätte sie oder er und alles dazwischen oder außerhalb wohl am ehesten auf eine Mittelalterband getippt, oder? Irgendwas mit Tröten, Gedudel und fröhlich Handgeklapper. Aber weit gefehlt, wobei hey, zumindest fröhlich würde die Band bestimmt unterschreiben. Dank Schlagzeugerin und Bassistin tritt die Band mit einer überragenden Frauenquote von 40% auf der Main Stage an. Und zwar zu ihrer ersten Show auf einem Metal Festival ever – ob das funktioniert? Aber an sich ist schon vor dem ersten gespielten Ton absehbar, dass sie durchaus freudig erwartet werden – denn wer stellt sich schon um diese Uhrzeit und bei prallem Sonnenschein vor die Main Stage, ohne Fan zu sein? Mit „Schluss mit Reden“ startet das Pack motiviert bis in die Haarspitzen in ihr 40minütiges Set. Die Fans feiern sie frenetisch und zwischen den Songs kommen sogar lautstarke „Ausziehen! Ausziehen!“-Rufe, die Jonas Frömming souverän mit „DAS will nun wirklich keiner sehen“ wegmoderiert. Nach ein paar Songs rufen sie dann dazu auf den ersten FLINTA-Moshpit, den das BREEZE je gesehen hat, aufzumachen. Hausaufgabe für die, die das noch nie gehört haben: einfach mal googeln – kann nicht schaden. Nach dem Begeisterungsstürme hervorrufenden „Kann es sein, dass du dumm bist?“ zeigen sich die beiden Bandgründer, die ursprünglich aus dem Poetry Slam- und Comedy-Umfeld stammen, entzückt gegenseitig Exoten im Publikum: natürlich waren mehrere Bananen und Einhörner am Start, einer trug tatsächlich einen kleinen Beistelltisch über seinem Kopf durch die Meute und dann entdecken sie ganz aufgeregt etwas, nämlich ein fröhliches Lied! Worauf die Band mit „Kraft der Musik“ weitermacht. Die Einstellung der Band – Gitarrist/Sänger Maximilian Kennel trägt z.B. ein „Punch a Nazi“-Shirt – wird entsprechend im Publikum gespiegelt, so sind dort etwa ein Regenschirm mit „FCK AFD“-Aufschrift, ein großes Banner von „Kein Bock auf Nazis“ und gegen Ende der Show sogar eine riesengroße Regenbogen-Stoffbahn zu sehen. Nach einem weiteren Höhepunkt in Form von „Hauch mich mal an“ nehmen sie nochmal das „Kraft der Musik“-Thema auf und nach „Wand“ und „Alles schwarz“ geht dieses rundum gelungene und durch und durch vor positiven Vibes strotzende Debut der Band leider schon zu Ende. Vielleicht bleibt bei einem zukünftigen Besuch Zeit um auch ältere Tracks wie „Pädagogen“, „Guacamole“ oder den jüngeren Megahit „Was zum Fick“ einzubauen…

(Tom)