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Dinkelsbühl | Germany -
Wer hats erfunden? - PALEFACE SWISS

Wer hats erfunden? – PALEFACE SWISS

Samstag, 15.08.2026, 22:25 Uhr, Main Stage, PALEFACE SWISS

„Mehr Party. Mehr Hass. Mehr „Hatred!!“, schreit Frontsau Marc Zellweger aka „Zelli“ in sein Mikro. PALEFACE SWISS brauchen nicht lange, um die T-Stage in einen Ausnahmezustand zu versetzen. Seifenblasen schweben durch den Nachthimmel und vorne bricht die Hölle aus. Let’s fuckin‚ goooo!!

Sänger „Zelli“ grinst ins Publikum. „Wir kommen aus einer kleinen Stadt in der Schweiz und jetzt headlinen wir die T-Stage. Ich weiß, ihr seid müde und besoffen. Letzter Tag und so. Aber das sind nur Ausreden. Wenn wer abgehen kann, dann das SUMMER BREEZE!“

Und das BREEZE geht ab. Tatsächlich gehören PALEFACE SWISS heute zu den Acts, die man gesehen haben muss. Das Publikum kommt nicht nur, um zuzuschauen. Es kommt, um sich komplett zu verausgaben. Einmal Kopf aus, bitte. Deathcore-Ticket ziehen und mit der Bahn Richtung Abrisshausen.

„The World Is Wrong. The People Are Wrong.“

schallert „Best Before: Death“ um die Ohren. Die Chöre gehen durch die Menge, bevor „Zelli“ noch einmal nachlegt und größere Circlepits einfordert: „Macht die Scheiße richtig auf.“ Kurz darauf folgt „I Am The Orphan“ – und plötzlich geht ein ganzes Fass Crowdsurfer auf. Einer nach dem anderen fliegt über die Köpfe. Immer wieder fordert die Band mehr. Und mehr. Und mehr. „Genießt den Moment mit uns, “‘cause everything’s fine“, kündigen die Schweizer den nächsten Song an. Natürlich ist sowas von gar nichts fine. Und das ist auch verdammt gut so.

PALEFACE SWISS spielen übrigens zeitgleich mit HELLOWEEN. Dass die Ikonen die Hütte an der Mainstage vollmachen und alles an Pyro- und Special Effectsauffahren, dürfte allen bewusst sein. Diese Bedingungen haben aber erstaunlich wenig Auswirkungen auf das Schauspiel an der T-Stage, denn alles, was nicht auf Kiske und Co. steht, hat sich bei den Eidgenossen vor der T-Stage versammelt.

Für Gitarrist Yannick, der erzählt, dass mit HELLOWEEN für ihn alles im Metalangefangen hat, schließt sich dabei ein Kreis. Für die T-Stage bedeutet das vor allem: keine Pause und extra Vollgas!! „Reißt die Barrikaden auf! Wir zerficken hier alles“, schreit „Zelli“. Dann donnert „The Gallow“ über das Gelände. Die Mischung aus Schweiß, Gebrüll und Crowdsurfern sowie eine Menge, die noch einmal alles aus sich herauspresst, ist geisteskrank gut.

Die Deathcorer sind technisch auf hohem Niveau am Start. Jeder einzelne Track trifft so präzise hart ins Gesicht wie ein Roundhouse-Kick à la Chuck Norris. Brutal und kompromisslos. Da ist ein „Please End Me“ zum Ende schon fast als Schrei nach Erlösung im besten Sinne zu verstehen.

Mit den Worten „Peace, Love and Respect“ verabschieden sich PALEFACE SWISS und hinterlassen ein Schlachtfeld mit durchschwitzten Shirts und glücklichen Gesichtern. Und für alle, die das hier lesen und sich ärgern, dass sie nicht vor Ort dabei waren folgt etwas Trost: arte hat das mitgeschnitten und wird es wohl im Nachgang verfügbar machen.

(Jeanette)