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Dinkelsbühl | Germany -
ALESTORM - Ente gut, alles gut!

ALESTORM – Ente gut, alles gut!

Die schrillgrünen Neon-Instrumente und überdimensionierten Quietscheentchen auf (sowie vor) der Bühne sind ein überdeutlicher Hinweis: ALESTORM sind eine echte Partyband. Dementsprechend leichtes Spiel haben die schottischen Piratenmetaller mit der gewaltigen Zuschauermenge in der sich schon beim Opener „Keelhauled“ ein erster Circle Pit bildet, während sich unermüdliche Crowdsurfer auf den Weg in Richtung Bühne machen – business as usual eben. Seiner Angetrauten ausgerechnet zu den romantischen Klängen von „Zombies Ate My Pirate Ship“ einen Heiratsantrag zu machen, ist da ein deutlich gewagteres Manöver, ein Fan in der ersten Reihe zieht aber offensichtlich durch und scheint sogar eine positive Antwort von seiner Holdesten zu erhalten, während um die beiden herum eifrig um die Wette gerudert wird.

Der Wahnsinn hat System und trieft ALESTORM wieder einmal aus allen Poren.

Vor die Wahl gestellt, ob es Piraten oder Enten lieber mag, entscheidet sich das Publikum klar für das sympathische Federvieh. Zum Bedauern von Frontmann Christopher Bowes beschäftigen sich ALESTORM in ihren Liedern aber doch nahezu ausschließlich mit Seeräuberei. Macht aber nix immerhin können sich alle Beteiligten auf exzessiven Alkoholkonsum einigen, weshalb das Cover von „Hangover“ von vielen Tausend staubtrockenen Kehlen ebenso lautstark mitgegrölt wird wie vom kostümierten Gast „MC Shark“ auf der Bühne. Mit „Hyperion Omniriff“ bekennt sich Frontmann Chris Bowes zu seiner Liebe für die CHILDREN OF BODOM und deren Frontmann Alexi Laiho (Rest In Peace!):

„Leider sind wir nicht so talentiert, aber wir ziehen es trotzdem durch!“ Recht so!

Besinnlich wird es bei der Hymne für „Nancy The Tavern Wench“, die das gesamte Publikum zum Tanzen, Rudern und/oder Mitsingen bringt. Selbst die Grabenschlampen lassen sich zu einer kleinen Schunkeleinlage hinreißen, immerhin unterbricht die Ballade den Strom an Crowdsurfern, der sie die restliche Zeit über gut beschäftigt hält. Nach einer guten Stunde Spielzeit wird es dann nochmal richtig ernst: „Ihr habt jetzt genug von unserem Bullshit ertragen, es wird Zeit, dass wir zum guten Shit kommen!“ Spricht’s und stimmt den – nomen es omen – Party-Kracher „P.A.R.T.Y.“ an. Ein Circle Pit funktioniert eben auch zu stampfenden Disco-Beats. Der definitive Höhepunkt der Show ist dann erreicht, als beim unvermeidlichen „Drink“ nochmals ein Dutzend riesige Gummie-Enten in die Menge entlassen wird, die daraufhin minutenlang über die Köpfe der feiernden Fans tanzen. Ente gut, alles gut also? Fast, denn natürlich lassen es sich ALESTORM nicht nehmen, zum krönenden Abschluss ihres Sets die eigenen Fans mit „Fucked With An Anchor“ aufs herzlichste zu beschimpfen und mit emporgerecktem Stinkefinger und einem herzhaften „Fuck You!“ in den restlichen Abend zu entlassen.

(Flo)