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Dinkelsbühl | Germany -
BLACKBRAID - Putzlicht auf der T-Stage

BLACKBRAID – Putzlicht auf der T-Stage

Wenige Minuten nachdem GROZA ihren Auftritt auf der Tool Rebel Stage beendet haben, geht es auf der T-Stage sogar noch schwärzer weiter. BLACKBRAID, die den meisten hauptsächlich aufgrund ihres indigenen Themas bekannt sein dürften, starten ihr Set mit einem Intro, das musikalisch von eben jenem Motiv beeinflusst ist. Auch die Optik der Band, die der Kriegsbemalung ähnelt, die man aus Filmen kennt, ist unverkennbar.

Das erst 2022 gegründete Einmann-Projekt hat bereits drei Alben veröffentlicht und kann aus einer reichen Diskografie schöpfen. Wer erwartet hatte, dass der im Intro vorhandene indigene Einfluss sich in den Songs fortsetzen würde, wird überrascht. „Celestial Bloodlust“ von der erst kürzlich veröffentlichten EP „Nocturnal Womb“ startet mit klassischem Black Metal-Geholze. Die folgenden Songtitel „Wardrums At Dawn On The Day Of My Death“ und „The Spirit Returns“ zeigen aber, dass das Thema inhaltlich präsent ist.

Musikalisch bleibt es schwarz mit sehr rohem Einschlag und einem deutlichen Old-School-Vibe. Die Blastbeats rattern auf Hochtouren; Bandchef und Frontmann Sgah’gahsowáh setzt sich mit vollem Körpereinsatz am Mikro ein. Auch seine Musiker geben Gas, doch

gegen seine verkörperte Aggression wirken sie fast passiv.

Neben den keifigen Vocals gefallen vor allem die tieferen Grows, die er immer mal wieder einstreut. Als das Mikro für einen Moment einen Wackelkontakt hat, erzeugt dies einen noch schwärzeren Sound.

BLACKBRAID lassen ihrem Publikum kaum Verschnaufpausen und gehen von einem rasanten Track in den nächsten über. Ab und an legen sie jedoch längere Pausen ein, zu denen sie die Instrumente stimmen. Dazu lassen sie die Bühne in ungewohnt hellem Putzlicht erstrahlen, was der Atmosphäre einen Dämpfer versetzt. Sobald es weitergeht, ist die brachiale Performance aber auf den Punkt. Rampensau Sgah’gahsowáh wickelt sich das Mikrokabel um den Hals und wirft sich zu Boden, wo er sich bis ans Ende des Songs gequält räkelt und schließlich reglos liegenbleibt.

Auch musikalisch gibt es neben klassischem Black Metal noch einige Momente zum Aufhorchen. Melodische Soli im Heavy Metal-Stil und andere Retro-Elemente brechen den Permafrost auf. Besonders im direkten Wechsel mit dem üblichen Black Metal entfalten diese Einsprengsel ihre Wirkung. Sogar etwas Sludge ist dabei. Mit einer Flöten-Einlage greifen BLACKBRAID die indigene Thematik noch mal auf, bevor das Set zu Ende geht. Zur Verabschiedung kommt die Band in den Bühnengraben und haut von Drumsticks über Setlists alles raus, was nicht festgeschraubt ist. Das SUMMER-BREEZE-Publikum dankt es ihr.

(Angela)