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Dinkelsbühl | Germany -
CRYPTOPSY - Hyggelige unersättliche Gewalt

CRYPTOPSY – Hyggelige unersättliche Gewalt

Wenn jemand brutalen Todesmetall gekonnt in Handbewegungen umsetzen kann, dann Matt McGachy: Der Fronter hat eine beachtliche Gestik of Death. Warum wir ohne Umschweife ins Geschehen einsteigen? Weil CRYPTOPSY es ganz genauso machen. Da kommt der Sound erst mal nicht mit, doch die Startschwäche weilt nicht lange. Danke, FOH, fürs fixe Fixen.

Hyggelige unersättliche Gewalt

Die Stimmung ist – ja, doch, „schön“ trifft es. Über uns ein digitaler Sternenhimmel, links weihnachtlich beleuchtete Bäume. Quasi „An Insatiable Violence“, wie das letzte Studioalbum der Kanadier heißt, zum Wohlfühlen. Schön ist auch, dass man die parallel spielenden EISBRECHER nicht gut finden muss, um beim SUMMER BREEZE auf eigene Kosten zu kommen. Denn es gibt immer Alternativen.

Wie komme ich darauf? Neben mir sagt jemand, dass EISBRECHER-Fans aus der ersten Reihe für CRYPTOPSY zwangsverpflichtet werden sollten. Schmunzeln erlaubt. Andererseits: Können wir nicht einfach zusammen getrennt Spaß haben? Jedem Tierchen sein Pläsierchen. So, jetzt aber genug der gesellschaftlichen Brücken und volle Kauleiste voraus in die sowohl groovigen Liedwalzen als auch flinken Ballerstücke.

Heavy Kreislaufwirtschaft

Mehr als 30 Jahre sind CRYPTOPSY schon aktiv. Doch von Müdigkeit ist hier wahrlich keine Spur. Oder doch? McGachy spricht von „moshpit retirements“ – fordert aber gleichzeitig den größten Circlepit. Staubwolke sagt „JA!“. Und so rennen sich die Anwesenden die Seele aus dem Leib, nur um sie für einen weiteren Song an den Teufel zu verscherbeln. Bitte mehr, mehr, mehr.

Ein zirkulierender Typ bekommt von einem Pit-Grenzsteher ein Bier als Wegzehrung. Gemeinschaft pur! Ja, das Schöne liegt oft im Detail, wenn man bedenkt, was die Band beispielsweise textlich transportiert und was wir im Verlauf des Auftritts beobachten – und wie positiv sich CRYPTOPSY trotz aller musikalischen Harschheit geben. Am Ende gehen beide Arme nach oben – kollektiv.

(Andre)