
EIVØR – Something completely different
Es ist ein offenes Geheimnis, dass die wahren Schätze beim SUMMER BREEZE oft und gerne des Nachts auf der T-Stage zu heben sind. So auch am Festival-Mittwoch, an dem EIVØR von den Färöer-Inseln das Infield mit massig Atmosphäre lockt. Ein verheißungsvolles Intro geht in einen tiefen, hypnotischen Elektro-Beat über, bevor Frontfrau und Namensgeberin Eivør Pálsdóttir unter Applaus die Bühne betritt. Der Opener „Jarðartrá“ vom aktuellen Album „Enn“ baut durch Synths und Drums eine Klanglandschaft auf, die zusammen mit dem ätherischen Gesang von EIVØR in andere Sphären entführt.
Die zu Beginn reduziert wirkende Instrumentierung von zwei Keyboards und einem Schlagzeug wird im Verlauf des Auftritts um eine Handtrommel, Gitarre und einen Kontrabass erweitert. EIVØRs beeindruckend vielseitige Stimme fungiert dabei oft als weiteres Instrument und geht über das hinaus, was man sonst am Mikro geboten bekommt. Der Gesang ist das Hauptstilmittel, über das die Band die nordisch-folkige Atmosphäre transportiert, und auch düstere Klänge halten über hexig-keifige Vocals Einzug.
Insgesamt trägt Frontfrau beziehungsweise Solokünstlerin und Multiinstrumentalistin EIVØR die Show mit ihrer Stimmgewalt und Bühnenpräsenz. Ein Blick auf die Leinwände zeigt die Intensität ihrer Mimik, und ihre Verkörperung der Musik setzt sie von ihren vergleichsweise statisch agierenden Musikern ab. Im gleißenden Licht am Mikro stehend wirkt ihre Performance nicht weniger intensiv als in Bewegung und am Instrument.
Die Musik überzeugt jedoch auch für sich allein. Besonders die tanzbaren Stücke wie „Drekafljóð“ wirken zu dieser Stunde belebend. Am eindrucksvollsten sind aber jene Stücke, die durch unkonventionelle Vocals und Kontrabass – gezupft oder mit dem Bogen gespielt – wohlklingend befremdliche Akzente setzen.
„Upp Úr Øskuni“ und „Trøllabundin“ gegen Ende des Sets bilden somit den Höhepunkt der Show.
Es folgt eine herzliche Ansage mit Dank an das Publikum, das den ersten EIVØR-Auftritt auf dem SUMMER BREEZE für die Band zu einem besonderen Erlebnis gemacht hat. Zum Abschluss gibt es noch die englischsprachige Ballade „Falling Free“, bei der EIVØR ihre Stimme in noch ungehörte Höhen katapultiert. So klingt das Set verträumt und ruhig aus, und man fühlt sich nach einer Reise durch intensive Stimmungen wieder sacht auf dem Rasen der T-Stage abgesetzt.
(Angela)


























