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Dinkelsbühl | Germany -
GROZA - Dunkler Wirbel aus schwarzen Riffs

GROZA – Dunkler Wirbel aus schwarzen Riffs

Kurz bevor GROZA ihr Set auf der Tool Rebel Stage beginnen, zeigt der Zustrom aus Richtung T-Stage: es wird voll. Als das Intro „Soul : Inert“ ertönt und die Band die Bühne betritt, erhebt sich Jubel aus dem Publikum. In kaltes Licht getaucht starten GROZA in ihr Set und bleiben vorerst beim aktuellen Album „Nadir“. Den Anfang macht dessen Opener „Asbest“. Trotz ihrer verhüllten Gesichter entsteht sofort eine Verbindung zwischen den Musikern und den Fans, die im von Blastbeats getriebenen Takt die Haare schwingen.

Der sehr atmosphärische (Post-)Black Metal der Band wirkt zur späten Stunde und auf der kleineren, familiären Bühne äußerst intensiv und reißt die Zuschauer:innen sichtlich mit. Anders als so manche maskierte Black Metal-Band, interagieren GROZA mit der Menge, was diesen Effekt noch verstärkt und den Auftritt persönlicher macht.

Zu jeder ruhigen Stelle bricht das Publikum in Jubel aus.

Musikalisch ziehen GROZA uns immer tiefer in ihren dunklen Wirbel aus schwarzen Riffs und melancholischen Melodien. Das Zusammenspiel der Gitarren und die Kombination von Härte und Empfindsamkeit ist eine der großen Stärken der Band. Mit dem Album „Nadir“ haben sie diese nochmals konsolidiert, weshalb gerade diese Stücke auf dem SUMMER BREEZE große Emotionen erzeugen.

„Equal. Silent. Cold.“

ist eines der Highlights des Albums und daher auch live Pflichtprogramm. Hier kommt die Schwärze besonders gut durch, und vor allem am Ende des Stücks verliert man sich im Zusammenspiel der Gitarrenspuren. Den Abschluss macht „Daffodils“, der Song, der wohl am meisten Verletzlichkeit ausstrahlt. Der Grund hierfür ist ein trauriger, denn der Song ist dem ehemaligen GROZA-Bassisten Mike gewidmet, der vor zweieinhalb Jahren verstorben ist und der Band für immer fehlen wird.

Fronter P. G. erhebt eine Flasche Wein auf ihn und verleiht seiner Trauer durch einen Kniefall während des Songs Ausdruck. Am Ende wirft er seinen Bass, den er erst spielt, seit Mike es nicht mehr kann, zu Boden. Dieses emotionale Finale löst beim Publikum einen weiteren Begeisterungssturm aus und GROZA verlassen unter Jubel die Bühne.

(Angela)