
SAXON – Kutten und Bundesliga
Nachdem auf der Hauptbühne des SUMMER BREEZE den gesamten Donnerstagnachmittag hinweg eher die modernen Töne regiert hatten, fällt nun ein erfrischend aus der Zeit gefallener Vorhang für das englische Heavy Metal-Schlachtschiff SAXON. Somit trifft Sänger Biff Byford nicht nur mit der Verortung des Festivals in Franken den Nagel auf den Kopf, sondern der 75-Jährige und seine Mitstreiter präsentieren sich in fast schon erschreckend guter Verfassung. Von Beginn an ist die komplette Band sichtlich in ihrem Element und dieser ist folglich anzumerken, dass sie mehr Spaß denn je am Musizieren haben. Die Setlist setzt sich aus einem Abriss der inzwischen fast 50-jährigenBandgeschichte zusammen und beleuchtet sowohl die frühe etwas stärker im Hard Rock verortete Ära, als auch die kommenden NWOBHM-Brecheisen. Highlights lassen sich kaum zählen: Das wohl stärkste Solo der Briten beim Song, der sich mit dem Tod John F. Kennedys befasst, „Dallas 1 P.M.“, das flotte „Motorcycle Man“ oder die epische Seite SAXONs bei „Crusader“. Zwischendurch wandert ein Hut und eine Kutte eines Fans in Richtung Bühne. Das Ganze geht soweit, dass sowohl Byford als auch die beiden Gitarristen sowie Bassist Nibbs Carter bei „Denim And Leather“ Kutten aus der Publikumsreihe tragen –
die betroffenen Zuschauerinnen platzen derweil fast vor Freude.
Unterdessen entwickelt sich eine lupenreine Old-School-Heavy Metal-Party, an der längst nicht nur die ältere Generation Spaß hat, auch weil die satten Gitarren durchaus ihre Schärfe darzulegen wissen. Eigentlich wollen Byford & Co. zum Schluss noch drei Songs spielen, doch da man Singalongs und Publikumsinteraktionen zum Beispiel bei „Wheels Of Steel“ geradezu zelebriert, bleibt nur der direkte Abschluss, standesgemäß mit „Princess Of The Night“. In bestechender Form beweisen SAXON, dass sie sich in der Bundesliga des NWOBHM vor keinem ihrer Mitstreiter verstecken brauchen und die Fans haben ihre erhofften Klassiker erhalten.
(Patrick)
14.08.2026


























