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Dinkelsbühl | Germany -
Willkommen zur Abschlussparty - Municipal Waste

Willkommen zur Abschlussparty – Municipal Waste

Samstag, 15.08.2026, 15:45 Uhr, T-Stage, MUNICIPAL WASTE

Thrash Metal ist die Mucke des Sommers. Nein, das rede ich mir nicht nur ein, um den heißesten Festivaltag wettertechnisch besser zu ertragen. Die Sonne muss auf den Nieten reflektieren und die weißen Sneaker müssen im Pit einstauben und aussehen, als wären sie wirklich aus den 80ern. Und, klar, wir trinken zwei Bier mehr pro Gig, weil Flüssigkeitszufuhr wichtig ist und so.

Im Ernst, Thrash ist Festivalmucke pur, geschaffen für das stimmungsvolle Outdoorerlebnis. Thrash ist wie ein Solarpanel: Es nimmt das Licht der Sonne auf und wandelt es direkt in Energie um, macht uns locker, bringt uns in Feuer-, äh Feierlaune. Und MUNICIPAL WASTE verkörpern genau dieses Gefühl.

Willkommen zur Abschlussparty

Na klasse, als hätte sie meine Gedanken gelesen, verschwindet die Sonne kurz hinter einer Wolke. „You feel that breeze?“, fragt Tony Foresta. Der Fronter erscheint angetüdelt, was aber nichts an der energetischen Performance und Redseligkeit ändert, die MUNICIPAL-WASTE-Fans so schätzen. Entsprechend losgelöst turnt Foresta wie ein wild gewordener Giftpilz über die Bühne.

Auch die anderen Musiker sind agil, geben sich Fistbumps, während sie spielen, und agieren nebeneinander dermaßen unsynchron, dass es wie eine Persiflage ausgenudelter Rockposen wirkt. Herrlich. Und was für eine spielfreudige Party das ist! Als hätte sich die Band zehn Bier reingeknallt und würde im Proberaum drauflos zocken oder völlig adrenalinüberfeuert ihren ersten Gig spielen.

Dann kommt die Erklärung: „last show of our tour.“ Ach sooooo. Jetzt macht es auch Sinn, dass heute alles ein wenig drüber erscheint: Es knallt extrem laut aus den Boxen und die Verzerrung wurde extra hochgedreht. Irgendwie erinnert der Kratzsound (das ist positiv gemeint) total an das WARBRINGER-Debüt.

„Metal is not a boys‘ club.“

Muskeln und Kusshand, „balls“ und „titties“. MUNICIPAL WASTE geben sich gewohnt mehrdimensional und machen erneut klar, dass Metal „not a boys‘ club“ ist. Das Statement für Inklusion und Diversität gehört zum Liveerlebnis der Amerikaner – heutzutage ebenso wie das „Fuck you“ in Richtung des US-Präsidenten. Danke dafür!

Weiter im Musiktakt: Die Anwesenden müssen darauf achten, dass sie ihre schützende Kopfbedeckung beim Headbangen zu Songs wie „High Speed Steel“ nicht verlieren. Denn inzwischen haben sich die Wolken wieder verzogen.

Doch plötzlich gibt es einen Tadel von der Bühne, denn angeblich sind es heute am wenigsten Crowdsurfer:innen der gesamten Tour. Das lässt sich das SUMMERBREEZE-Publikum nur einmal sagen und entfacht eine Menschenwelle nach der anderen. Und so sind am Ende (der Tour) alle rundum glücklich.

(Andre)